Senatssitzung am 13.06.2007

In der Senatssitzung am vergangenen Mittwoch sind neben vielen Berufungsangelegenheiten und seit langem laufenden Bachelor/Master Umstellungen auch etliche Angelegenheiten mit einer großen Tragweite beschlossen worden. So werden zum Wintersemester modularisierte Lehramtsstudiengänge eingeführt und die bisherigen Studiengänge eingestellt. Das bedeutet, dass Lehramtsstudenten dann nach dem 6. Semester einen Bachelor verliehen bekommen und danach zur Einstellung in den Lehrerdienst noch eine staatliche Prüfung ablegen müssen.
Es ist auch möglich einen Master anzuschließen, wenn man zum Beispiel promovieren möchte. Die Anpassung des Lehramtsstudiums an das Bachlor/Master System war im Rahmen der Ausarbeitung der neuen LPO (Lehramtsprüfungsordnung) schon länger diskutiert worden,wurde dann aber vorerst in der Diskussion zurückgestellt. Jetzt kam dann aus den Ministerien sehr kurzfristig der Schwenk der zu dem eiligen Beschluss geführt hat. Ich persönlich finde es nicht richtig das Ganze jetzt in der kurzen Zeit übereilt vom Zaun brechen zu wollen und habe die Befürchtung dass im Wintersemester die angehenden Lehrer chaotische Zustände vorfinden werden.

Dann stand der in der letzten Sitzung vertagte Punkt „Einstellung des Studiums der katholischen Religionslehre“ auf der Tagesordnung. Die Studierenden des Fachs haben sich zusammen mit ihrem Professor für einen Erhalt ihres Studiengangs eingesetzt und auch eine Petition an den bayerischen Landtag gestellt. Die katholische Kirche und der bayerische Landtag haben aber einen Zusatz zum Vertrag der Kirche mit dem Staat beschlossen, der die Einstellung vorsieht. Die eingebaute Klausel unter Vorbehalt einer Bedarfserhöhung in diesem Fach sahen sie nicht als gegeben an. Auch der Bischof von Bamberg der sich zwischenzeitig für einen Erhalt ausgesprochen hat, hat sich zurückgezogen. In der Abstimmung wurde dann gegen unsere Stimmen bei etlichen Enthaltungen die Einstellung des Studiengangs beschlossen, da keine weiteren Möglichkeiten mehr gesehen wurden.
Um die Studierenden nicht weiter zu verunsichern möchte ichaber noch auf den zweiten Teil des Beschlusses hinweisen, der besagt dass das Basisangebot für das erziehungswissenschaftliche Studium in katholischer Theologie und das Lehrangebot für das Doppelpflichtwahlfach in der Wirtschaftspädagogik davon nicht betroffen sind. Auch ist für die Studierenden des Fachs trotz der Einstellung das Lehrangebot noch mindestens für die Regelstudienzeit gewährleistet, es kann also jeder sein Studium ordentlich beenden.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt betraf die Neugliederung der Universität: der Senat hat die Einrichtung der Departments an den Fakultäten beschlossen.
An der Technischen Fakultät ändert sich nicht viel, es wird 5 Departments geben: Informatik, Elektrotechnik/Elektronik/Informationstechnik, Chemie- und Bioingenieurwesen, Werkstoffwissenschaften sowie Maschinenbau.
Die Naturwissenschaftliche Fakultät wird ebenfalls aus 5 Departments bestehen: Mathematik, Physik, Biologie, Chemie und Pharmazie sowie Geographie und Geowissenschaften. Eine nette Randbemerkung ist, dass die Geographen darauf bestehen trotzdem eine Wissenschaft darstellen, auch wenn sie nicht unter den Geowissenschaften (Geologie, Mineralogie, Paläontologie) eingeordnte sind. Tatsächlich ist die Zuordnung schwierig und die Geographie mit vielen Sozial- und Gesellschaftswisenschaftlichen Aspekten an anderen Universitäten den dortigen Philosophischen Fakultäten zugeordnet.
Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät wird in einen Fachbereich Rechtswissenschaften und einen Fachbereich Wirtschaftswissenschaften unterteilt, die Medizinische Fakultät bleibt ein ganzes und bekommt keine Departments.
An der künftigen großen Philosophischen Fakultät mit Fachbereich Theologie wird es den schon im Namen erwähnten Fachbereich geben sowie weitere 9 Departments:
Germanistik und Komparatistik, Anglistik/Amerikanistik und Romanistik, Alte Welt und Asiatische Kulturen, Geschichte, Philosophie und Sozialwissenschaften, Kunstgeschichte und Medienwissenschaft, die Fachdidaktiken, Pädagogik sowie Psychologie und Sportwissenschaften. Bei letzterem ist der Name aber noch nicht fest, da sich die Betroffenen damit nicht abfinden können und noch nach einer Alternativlösung suchen. Das war auch bei den anderen Departments der Philosophischen Fakultät ein großes Problem, und erste Arbeitsentwürfe haben noch zeilenlange Namen beinhaltet, die jeden einzelnen Lehrstuhl extra im Namen aufgeführt haben. In dem Diskussionsprozess sind wohl viele Befürchtungen aufgetreten an Bedeutung und Macht zu verlieren, so dass eine Einigung schwierig war und so manche ebenso exotische wie unhandliche Vorschläghe entstehen ließ. Ich selbst bin ja als fahcfremder Student da etwas außen vor, aber ich glaube nicht dass das wichtigste die Benennung einer übergeordneten Ebene ist. Sicherlich muss man das diskutieren, aber zielführend und konstruktiv. Ich möchte nicht wissen wie viel Arbeitszeit hier in wirklich sinnlosen und unnützen Diskussionsruden verschwunden ist.

Ein erfreulicher Punkt war noch der Bericht des Rektors, in dem er von einem Kabinettsbeschluss von Dienstag berichtete hat, der die Schaffung neuer Studienplätze zur Bewältigung steigender Studentenzahlen beinhaltet. Insgesamt sollen in Bayern 38 000 neue Studienplätze geschaffen werden, wozu 3000 neue Stellen zzgl. Sachkosten bereitgestellt werden sollen. Die genaue Verteilung zwischen FHs und Unis sowie die Aufteilung auf die Hochschulen und Fächer liegen aber noch nicht exakt fest. Einiges dazu steht in diesem Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 12.06.

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