Strategiewochenende

Ich hatte vergangenes Wochenende die Möglichkeit als an irgendeiner Form der Hochschulpolitik vollkommen unbeteiligter Mensch an einem Strategiewochenende der Studierendenvertretung teilzunehmen. Hier noch mal ein Dank an Martin, der mir das ganze eingebrockt hat 😀 Es fng schon ganz witzig an, als Claudia, Martin und ich am Freitag nachmittag losfuhren. Für eine Strecke von eigentlich 111km und einer Fahrtzeit von eigentlich 1:15h brauchten wir 160 km und 2:30h. Das könnte daran gelegen haben, dass wir erst einmal eine ganze Weile in die verkehrte Richtung der A9 fuhren und bei Bayreuth selber die kleinen Schleichwege, teilweise konnte man es echt Serpentinen nennen, den breiten, geraden Hauptstraßen bevorzugten. Ein weiteres Problem bestand darin, dass man in meinem Auto sehr dezent atmen muss, damit die Scheiben nicht vollkommen beschlagen. Und drei atmende Menschen sind eindeutig zwei zu viel.
Aber irgendwann kamen wir dann doch mal an – gerade rechtzeitig zum Abendessen, wo die 16 anderen Mitstreiter bereits schmausten. Es gab Würstchen mit Kartoffelsalat. Die Wirtin kam und fragte uns, ob wir Würstchen essen oder lieber was anderes mögen. Wir fragten, was es denn anderes gebe, worauf sie antwortete: „Nichts weiter. Nur Würstchen.“ Hm, schwere Entscheidung. Wir entschieden uns dann nach reiflicher Überlegung für die Würstchen. Als sie uns fünf Minuten später fragte, ob wir Kräutertee oder lieber einen anderen Tee wollten, hatte der Lerneffekt bereits eingesetzt und wir entschieden uns sofort für den Kräutertee. Nach dem Abendessen bekamen wir dann noch einen Vortrag von Philipps Mum über die Dinge, die nach dem Studium auf uns warten und wie wir das beste daraus machen. Der Vortrag war äußerst informativ und nicht zuletzt durch die lustigen, vollkommen anonymen Anekdoten aus dem näheren Verwandtschaftskreis von Philipps Mum höchst amüsant.

Am ersten Abend passierte dann nicht mehr viel. Die sich unbekannten Menschen machten sich miteinander bekannt und alle ließen den Abend bei Tischtennis, Kicker und einem Film ausklingen.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück kam erst einmal die allgemeine Vorstellungsrunde bevor wir uns einen weiteren Vortrag/Workshop über Rhetorik zu Gemüte führen durften. Dieser stand in meiner Gunst nicht so weit oben wie der vom vergangenen Abend. Ich bin ein sehr leichtgläubiger und einfach zu beeinflussender Mensch, aber – Entschuldigung – wenn ich zehn Minuten in einem Raum mit 18 anderen Personen herumwandern und dabei meine Probleme vor mich hinmurmeln soll, dann hört es bei mir echt auf. Nach dem Workshop gab es dann erst mal Mittagessen und danach begann die Arbeit. Wir teilten uns in verschiedene Arbeitsgruppen auf, die sich bis in den späten Abend mit den unterschiedlichsten Themen, wie einem Imagefragebogen, der FAUna, einer Emailverteilerstruktur und der lustigen Einführung des BA/MA und dem Heranziehen neuer engagierter Studenten beschäftigten. Wir von der Phil Fak waren echt froh, dass wir durch unsere Horrorschilderungen beim BA/MA die Probleme der anderen Fakultäten komplett in den Schatten stellten und dadurch die Vertreter der anderen Fakultäten moralisch aufbauen konnten. So selig gegrinst hat nach der BA/MA Einführung glaube ich noch niemand.

 Diskussionsrunden

Danach gab es wieder ein geselliges Beisammensein, das je nach Vorlieben im Tischtennis spielen, Kicker spielen, seltsame Filme schauen oder einem Nachtspaziergang bestand.

Am Sonntag ging es nach einer Stunde mehr Schlaf, die alle bitter nötig hatten, nach dem Frühstück ein wenig verkatert weiter. Nachdem uns am Abend vorher einige schon verlassen mussten, fanden die Bespechung der PR-Arbeit und alles weitere im Plenum statt. Nach einem letzten Mittagessen und dem Gruppenfoto ( von vorne – von hinten, von vorne – von hinten) 😀 fand dann der allgemeine Aufbruch statt. Tomy gesellte sich auf der Heimfahrt zu uns und nachdem ich kurzzeitig wieder die falsche Richtung der A9 befuhr, kamen wir diesmal doch relativ schnell und ohne weitere Komplikationen wieder in Nürnberg bzw. Erlangen an.

Gruppenphoto

Abschließend möchte ich noch sagen, dass ich es wirklich faszinierend fand, wie ernste, engagierte Arbeit und der nötige und nicht allzu geringe Spaßfaktor, miteinander kombiniert wurden. Da hocken Semester um Semester immer die gleichen Leute und reißen sich den Arsch auf, dafür dass sich im Prinzip nicht mal ein winzigster Bruchteil der Studentenschaft angesprochen fühlt. Ich als hoffnungsloser Optimist hoffe mal, dass sich das durch die erarbeiteten und beschlossenen Maßnahmen ändern lässt.

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