…weil es einfach Spass macht

Strategiewochenende der Studierendenvertretung der Uni Erlangen. Was für ein Wortungetüm! Wörter, die sehr unattraktiv und wenig anziehend wirken. Wenn jemand ein Strategiewochenende oder eine Studierendenvertretung malen müsste, so würde ihm wohl schwarze, graue und weiße Farbe ausreichen. Deswegen ist es natürlich umso schöner, dass wir jetzt hier einige Beiträge über das Wochenende hatten und ein schönes Sammelsurium an Meinungen zusammengetragen haben. Und alles sogar unterlegt mit Farbbildern! So schwarz-weiß kann es also gar nicht gewesen sein.

Genau dieses Thema wurde auch auf dem Wochenende diskutiert. „Wie schaffen wir es, mehr Leute für unsere Arbeit zu begeistern und anzuwerben?“ Die gleiche Frage stellten wir uns schon vor einem Jahr, am gleichen Ort. Heraus kam… das hier. Die FAUNA. Aber die FAUNA ist eher als Informationsportal für die Studierenden gedacht. Um Information über unsere Arbeit nach außen zu transportieren. Um transparenter zu sein. Aber wie schaffen wir es, mehr Leute zur Mitarbeit in der Studierendenvertretung zu bewegen?

Auch wir kamen drauf, dass „Hochschulpolitik“ , „Studierendenvertretung“, „Strategiewochenende“ und „Gremienarbeit“ keine Wörter sind, die einem das Herz schneller schlagen lassen. Nach zwei Stunden hitziger Debatte kam wir zu folgendem Ergebnis:

Richtig. Kein Ergebnis. Naja, nicht ganz. Wir waren alle von dem Wochenende begeistert und dachten uns, dass doch sowas mehr Leuten gefallen könnte, dass wir jetzt erst mal damit anfangen wollen, über das Wochenende zu berichten. Um schon mal das erste Klischee von uns „grauen Mäusen“ namens Studierendenvertreter zu entkräften: Wir feiern, trinken, rauchen und haben Spass bis morgens um fünf. Wir sind ganz normale Menschen, Studenten wie jeder. Wir wälzen nicht stundenlang das Hochschulgesetz und diskutieren nicht stundenlang über unsere Grundsätze, Ideologien und Programme. Das überlassen wir besser anderen hochschulpolitischen Gruppierungen (DA! Mir ist schon wieder ein böses Wortungetüm rausgerutscht. Vielleicht bin ich einfach unverbesserlich und kanns nicht lassen), die das besser können.

Welchen Eindruck ich von unserer Arbeit habe ist eher der folgende: Wir sind Pragmatiker. Wir versuchen keine Sachen zu ändern, die wir eh nicht ändern können. Um einmal Christoph Friedrich Öttinger aus dem 17. Jahrhundert zu zitieren:

Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann.
Und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Wir versuchen eigentlich immer aus den aktuellen Gegebenheiten das beste zu machen. Nach der Aktion mit dem ESE-Heft war ich es zum Beispiel leid, alle FSIen nur dann zu erreichen, wenn ich zwei Stunden zuvor alle E-Mail-Adressen zusammensuche.
Also wurde auf dem Wochenende beschlossen, eine Arbeitsgruppe zu gründen, die einen uniweiten Mailverteiler ins Leben ruft. Dazu noch ein extra Artikel demnächst. Na gut, es war nicht ganz spontan und es war schon im Vorherein klar, dass dieser Verteiler einer der wichtigsten Punkte auf dem Wochenende werden wird. Aber das ganze ist jetzt dank zwei Stunden Gesprächsrunde zu einem IT-Referat mit sieben Mitgliedern gemausert.

Das schöne ist, dass es so viel zu tun, soviele Ideen und Möglichkeiten gibt, dass sich eigentlich jeder einbringen kann. Wenn einem wirklich nach Paragrafen reiten und stöbern in Prüfungsordnungen ist, dann los! In Gremien, die sich mit den offizielleren Dingen beschäftigen finden sich genug Möglichkeiten. Ist jemand an Computer und IT interessiert? Es warten zwei Projekte vom Rechenzentrum (IDMone, CIT, siehe frühere Artikel) darauf, von uns begutachtet zu werden. Dich nerven die Studiengebühren und vor allem, dass du nicht weißt wohin sie wandern? Du hast das Gefühl, die verschwinden in einem tiefen, schwarzen Loch an der Uni? Dann auf in die Gebührengremien. Du hast Interesse an ersten Erfahrungen mit journalistischem Arbeiten? Für die FAUNA ist schon seit längerem ein redaktioneller Teil geplant. Mit Interview, Reportagen, Kommentaren und Leserbriefen. Du feierst gerne, stehst ab und zu auch gern hinter der Bar und willst sowas endlich mal selbst organisieren? Auch hier findest du dein Einsatzgebiet! Angefangen von Feiern auf FSI-Ebene, Filmabenden, über Sommerfest an der Fakultät bis zu zentralen Ersti-Feiern im E-Werk bietet sich genug an!

Wir sind vielseitig! Und wir bewegen was! Und das ist wieder mal die Botschaft, die ich von so einer Veranstaltung mitgenommen habe. Wenn man will kann man hier an der Uni sehr viel bewegen. Den Satz „das hilft doch eh nicht“ lasse ich schon lange nicht mehr gelten.
Also los! Die Möglichkeiten warten, die Gelegenheiten wollen nur noch am Schopf gepackt werden.

Als wir am Wochenende eben – wie oben erzählt – überlegt hatten, wie wir denn mehr Mitarbeiter gewinnen, sollte mal jeder in der Runde sagen, warum er eigentlich Studierendenvertreter ist. Der große Tenor in der Runde: „Weil es einfach Spass macht!“

4 Antworten auf „…weil es einfach Spass macht“

  1. „Wir wälzen nicht stundenlang das Hochschulgesetz und diskutieren nicht stundenlang über unsere Grundsätze, Ideologien und Programme. Das überlassen wir besser anderen hochschulpolitischen Gruppierungen (…)“

    Also das stimmt so nicht ganz. Ich lese sehr wohl das Hochschulgesetzt und die Prüfungsordnungen, denn wir sollten dazu z.B. im Senat auch kompetent etwas sagen können. Die anderen h… Gruppierungen 😉 tun das aber nicht, die geben sich dann aber ihren fundamentalen und ideologischen Diskussionen einfach so ohne Sachkenntnis hin.

    Aber ich nehme das Hochschulgesetzt nicht mit unters Kopfkissen *g*

  2. Sehr schöner Artikel, kann den Tenor nur bestätigen: so ein Wochenende motiviert gewaltig 😉 Und ich hoffe ja, dass die Begeisterung von diesem Wochenende auch in die FSIen und zu den Studenten überschwappt und wir noch mehr bewegen können!

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