33. fzs-MV in München

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Vom 28. Februar bis 02. März fand in München eine Mitgliederversammlung des fzs in München statt. Dabei waren Denis Göttner, Philipp Schrögel, Sebastian Kruck und ich. Der fzs ist der bundesweite Dachverband der deutschen Studierendenschaften – und somit ihre zentrale Interessenvertretung. Bei zwei jährlichen Mitgliederversammlungen treffen sich die Studierendenvertretungen der deutschen Hochschulen und beraten um Vereinsorganisatorisches zu regeln (Haushalt, Wahlen in Fachausschüsse) und ihre inhaltliche Arbeit zu planen. Außerdem sollte bei dieser Sitzung der Reformprozess des fzs endlich abgeschlossen werden, so dass der Fokus zukünftig wieder stärker auf inhaltliche Arbeit gelegt werden kann.

Gemessen an diesen Zielen war die MV leider nicht sehr erfolgreich. Zwar konnten die Berichte des 4-köpfigen Vorstands entgegengenommen werden, die notwendigen Wahlen für die Gremien und Ausschüsse durchgeführt werden und unter größtem Zeitdruck ganz am Ende auch der Haushalt verabschiedet werden – jedoch gelang es nicht auch nur einen einzigen inhaltlichen Antrag zu behandeln. Stattdessen lieferte man sich ein langes und ausgedehntes Rede- und Antragsduell um die Neuausrichtung und Reformierung des Verbandes. Allein zu einem einzigen Unterpunkt eines Unterpunkts der Tagesordnung (es ging um ein Papier dass die grundsätzlichen Ziele des fzs festhalten soll) gingen über 60 Änderungsanträge ein, deren Beratung und Abarbeitung nach über 7h schließlich vertagt wurde.

Als wesentliche Ergebnisse sind eigentlich lediglich nur festzuhalten, dass man eine Erhöhung des Mitgliedsbeitrags abgelehnt hat und dass es weiterhin eine seehr moderate Stimmstaffelung gibt. Während wir uns beim Mitgliedsbeitrag enthielten – weil diesen nur die verfassten Nord-Asten zahlen müssen (als bayerische Studi-Vertretung haben wir ja nur sehr begrenzte Finanzmittel und keine Finanzautonomie) haben wir die Beibehaltung der Stimmstaffelung ausdrücklich unterstützt. So haben Hochschulen bis 10.000 Studis weiterhin 2 Stimmen, Hochschulen zwischen 10.001 und 30.000 Studis 3 Stimmen und noch größere Universitäten (Münster, Köln, LMU München, …) 4 Stimmen.

Komplizierend erwies sich auch eine Regelung der Geschäftsordnung – nämlich das Instrument des Frauenplenums. Nach GO des fzs reicht eine einzige Frau um ein sogenanntes Frauenplenum einzuberufen. Das passierte zum ersten Mal am Freitag nacht um 2355 (5 Minuten vor Ende des 2fach verlängerten Sitzungstags). Die Folge war, dass am folgenden Morgen nicht im Plenum diskutiert werden konnte und sich Frauen und Männer (gab gleichzeitig ein Männerplenum dass sich darüber Gedanken machen sollte was sie als Männer falsch gemacht haben, so dass die “diskriminierten” Frauen sich diskriminiert fühlen) getrennt 3h lang (!) über Diskriminierungsfragen diskutierten. Der Großteil der Delegierten (inkl. 2/3 der anwesenden 70 Frauen) ignorierte dies – konnte aber natürlich nicht einfach weiterarbeiten. Das Frauenplenum fasste übrigens den Entschluss, die Redezeitbegrenzung (von 90 Sekunden) zu streichen – was der inhaltlichen Dichte der Redebeiträge nicht unbedingt gut tat. Das zweite Frauenplenum (ebenfalls am Samstag) dauerte zum Glück nicht ganz so lange.

Da wir aus diesen Gründen nur einen kleinen Teil der Tagesordnung abarbeiten konnten – aber viele satzungsändernde Anträge zwangsläufig von einer MV beschlossen werden müssen wird es Mitte Mai eine außerordentliche MV in Potsdam geben.

Es ist sehr zu bedauern, dass der fzs, der an sich eine wichtige Einrichtung ist, die z.B. auch bei der letzten Erhöhung der BAFÖG-Sätze keine unwichtige Rolle gespielt hat, nun auch weiterhin, in den Medien, wohl eher durch seine chaotische innere Verfassung als durch seine inhaltliche Arbeit in Erscheinung treten wird.

34 Antworten auf „33. fzs-MV in München“

  1. Wie schön, dass es die Fauen und Frauinnen immer noch nicht geschafft haben sich zu emanzipieren und ein Instrument brauchen um sich vor den bösen Männerinnen und Männern zu schützen. 😉

  2. das frauen-/männerplenum war sicherlich nicht nicht der einzige grund, warum es nicht voranging. der versuch von anwesenden vertreterInnen von nichtmitgliedshochschulen, die mv zu torpedieren hat sicherlich auch die ein oder andere minute gefordert….
    mal ganz abgesehen, dass der fzs eben eine sehr lebendige streitkultur hat, für die das riesige perspektivprogramm vielleicht zeitlich etwas überambitioniert war.

    morty ist ne knackwurst.

  3. Oh mein Gott…
    Genau das ist das Bild, dass der Großteil der Studentschaft von der Studierendenvertretung hat. Ewiger Debattierverein ohne Ergebnisse. Es ist mir unverständlich, wie man so viel Zeit verschwenden kann, um nur des Redens wegen zu reden und nur des Beschließens wegen zu beschließen.

    Gibt es in diesem Verein eigentlich (außer unseren werten Vertretern) Mitglieder, die einigermaßen rational denken? Der Großteil der Anwesenden ist sich wohl nicht bewusst, dass sie hier eigentlich die Studierendenschaft Deutschlands präsentieren sollen und nicht sich selbst.

    Dass man so in Versuchung kommt, die FSV zu „torpedieren“ kann ich vollkommen verstehen. Und das ganze eine „lebendige Streitkultur“ zu nennen offenbart vollkommenen Realitätsverlust. Da kann ich ja nur den Kopf schütteln.

  4. @vert
    Frauenplenum war nur ein Grund – richtig. Anwesende Nicht-Delegationsmitglieder die sich gerne reden hören waren auch ein Grund – absolut. „Lebendige Streitkultur“ hört sich toll an und stimmt sogar in gewisser Weise – nur würde ich mir halt auch eine effektive Streitkultur wünschen (von einer effizienten will ich ja gar nicht erst träumen…).
    Das Perspektivprogramm wäre nicht soo riesig gewesen wenn nicht plötzlich jeder wegen jeder Kleinigkeit nochmal Änderungsanträge ausgepackt hätte. Für viele Änderungen wäre die richtige Zeit im Vorlauf der Debatte gewesen.

    @Flo
    doch ja – rationale Mitglieder gibt es eigentlich sogar recht viele. Das merkte man u.a. daran, dass die Abstimmungen (nach Hochschulen) eigentlich fast immer recht vernünftig ausgingen (und natürlich bei „informellen“ Gesprächen). Aber wenn 1/3 der Delegierten gerne debattiert um des Debattierens willen – und dann noch ca. ein zusätzliches Drittel Debatten ungern per GO-Antrag abbricht weil ja anscheinend noch „Redebedarf“ bestünde dann dauerts halt lang…

  5. @flo: fzs ungleich eurer fsv.
    „rational zu denken“ ist definitiv kein garant für liebe und harmonie in der entschlussfindung.
    dass das spektrum der politischen reichweite dort etwas größer ist als vor ort, kann man als bereicherung oder als bedrohung empfinden. dass man lernen muss, in einem extrem heterogenen zusammenschluss – das geht von politischer ausrichtung zu diskussionskultur – zu gemeinsamen ergebnissen zu kommen, ist allerdings für einige protagonistInnen ein schmerzhafter vorgang. z.b. für einige, die es nicht ertragen können, dass es auch andere auffassungen außer der eigenen hegemonialmeinung gibt. ich mag es kaum sagen, aber: du bist auch ein echter kandidat dafür.
    man muss halt damit leben können, dass einige auch z.b. repräsentation nicht als ihre politikform akzeptieren…

  6. >>“rational zu denken” ist definitiv kein garant für liebe und harmonie in der >>entschlussfindung.

    Aber ein Garant für ein erträgliche und zielführende Diskussion!
    Es mag ja sein dass Menschen anderer Meinung sind, aber gerade die die sich am lautesten beschwert haben dass sie unterdrückt werden, lassen nichts anderes als ihre eigene Sichtweise zu.

    Ich halte es für das wichtigste dass man sich in die Diskussionen einbringt um etwas zu erreichen, und nicht um nur mal wieder seine Meinung unter die Leute zu bringen und etwas zu stänkern.

    Und an dieser Kultur liegt es auch, dass die Studierendenvertretungen oft nicht mehr ernstgenommen werden, weil sie als endlos und sinnlos debattierender Sauhaufen rüberkommen.

  7. >> “rational zu denken” ist definitiv kein garant für liebe und harmonie in der
    >> entschlussfindung.

    Zu einer Entschlussfindung ist es ja dann nichtmal wirklich gekommen wenn ich das richtig verstanden habe?

    Eigentlich dachte ich ja, gewisse Berichte im Spiegel (bin grade zu faul ne URL zu suchen) seien uebertrieben, aber der Bericht hier hoert sich eigentlich genauso schlimm an…

  8. berichte im spiegel/spon über bildungspolitische akteure (die nicht die hrk sind) und ihre ziele sind eigentlich immer ohne jeden wahrheitsgehalt. oder wie erklärt man sich fast zwanzig seiten titelthema „bildungsfinanzierung“ ohne ein einziges argument gegen studiengebühren auch nur aufzuführen…
    der spiegel ist verloren, da brauchen wir nix schön reden.

    „rational zu denken“ ist eine self-fulfilling-prophecy und somit in ihrer selbstverständlichkeit kein alleinstellungsmerkmal für gute oder schlechte argumentation, denn dumme menschen waren nicht dort. misanthropInnen schon. aber die gibts ja hier auch. man solls auch nicht schlimmer schreiben als es ist: der fzs ist ein immer noch großer verband mit vielen heterogenen ausrichtungen und er wird auch diese kleine programmschlappe überleben. es ist ja nicht so, als wäre der fzs handlungsunfähig oder es gäb keine idee mehr, was man jetzt tun solle. ein konflikt, den man halt mal aushalten muss – jetzt bitte nicht wohlig gruseln und/oder ins schneckenhaus zurück ziehen.
    @phillip: den letzten absatz von dir kann ich so nicht stehen lassen – zur selbstdemontage trägt auch die verwendung derlei despektierlichen vokabulars bei.

    schliesslich hatten wir tomaten und haben sie nicht benutzt.
    das zum beispiel sollte man nicht zu gering schätzen!
    😉

  9. hrmpf.
    – du heisst philipp, nicht phillip, entschuldige.
    – da ist mir doch ein smiley aus dem handgelenk gerutscht, für den ich mich dereinst schämen werde.

    ganz kurz noch was zur rolle der medien: die meisten interessieren sich eh einen dreck für inhalte – rosenkrieg macht die zeilen schwarz und nix anderes.
    die witzige pressestrategie diverser hessenhochschulen, ihnen wohlfeile schreiberlinge zu dingen, garstig ding über den verband zu verbreiten um hinterher anklagend mit dem finger auf wen auch immer zu zeigen (und auszutreten) ist schon recht durchschaubar gewesen, wenn man mal geschaut hat, woher die meldungen kamen. scheiss der hund drauf.

  10. Ich gebe prinzipiell wenig auf den Wahrheitsgehalt gewisser Medien (wie Spiegel), daher auch meine Verwunderung. Ich kenne aber fluechtig den Autor des obenstehenden Artikels und einen der weiteren Anwesenden, daher glaube ich deren Darstellung, die sich interessanterweise mit dem Geschmier aus dem Spiegel deckt.

    Phillipps Vokabular ist ebenfalls nicht allzuweit vom Eindruck entfernt, den der Bericht erweckt, ich haette aehnliche Worte gewaehlt. Stellt sich noch die Frage, war das ein Einzelfall oder laufen mehr dieser Treffen so ab?

  11. Fairerweise – um das Bild des fzs korrekt zu zeichnen – sollte man schon erwähnen, dass die Sitzungen trotz großer und sehr heterogener Teilnehmerzahl sehr gesittet und organisiert ablaufen. Der Umgangston ist im Allgemeinen fair und der fzs ist strukturell gefestigt genug um nicht wegen einer unbefriedigenden MV zu zerbrechen. Kritisch sehe ich allerdings schon wie ungeheuer schwer es ist den Verband zu reformieren.
    Das Problem ist halt dass man es eigentlich niemanden begreiflich machen kann wo der Sinn darin liegt tagelang unter großem Energieaufwand eher abstrakte Generaldebatten über das Selbstverständnis des Verbands zu führen. So ein Erlebnis wie eine fzs-MV kann „normale“ Menschen eigentlich nur abstoßen.

  12. Mein Beitrag war nicht zur Selbstdemontage gedacht, ich wollte nur deutlich formulieren wie es nicht weitergehen kann.
    Sicherlich ist es so wie Martin geschrieben hat, dass derart abstrakte Diskussionen immer schwierig sind, nur sollte man dabei nicht die tatsächliche Welt vergessen. Die Studierenden brauchen heute dringender denn je einen handlungsfähigen und handelnden Dachverband in dem alle repräsentiert sind und in dem alle das Recht und die Möglichkeit haben ihre Meinung einzubringen.

    Von daher wäre es sehr wünschenswert wenn wir möglichst zügig eine Reform schaffen würden, damit wir weg von der Beschäftigung mit uns selbst kommen und wieder zu unserer eigentlichen Aufgabe: der Vertretung studentischer Interessen.
    Und da es mir das so wichtig ist dass etwas vorangeht, habe ich auch mal ein etwas aufrüttelndes (zugegebenermaßen sehr direktes) Vokabular benutzt.

  13. – zu presseberichten: ich habe das netz befragt und weder spon, paperball noch googlenews schmeissen derzeit irgendwelche „negativen“ meldungen über den fzs raus. eigentlich wissen wir also gar nicht, von welcher schlechten presse hier die rede ist. artikel von vor zwei jahren oder älter werden nicht akzeptiert.

    ich bin immer noch nicht einverstanden. klar gibt es dinge, die nicht so toll funktionieren. aber es wird halt nicht hinter geschlossenen türen verhandelt. glaubt ihr ernsthaft, in irgendwelchen „seriös auftretenden“ verbänden würds nicht auch knallen? da ist mir die offene auseinandersetzung lieber, auch wenn es zugegebenermassen einen mv-kater gibt. der allerdings liegt aber auch zum teil an zuviel, hüstel, sozialkontakten und zu wenig schlaf – dinge, die nach der neuen geschäftsordnung (go) eher in der eigenverantwortung ; -) der delegationen liegen.

    das problem an dieser diskussion hier ist auch, dass die kritik nicht benennt. so bleibt „der verband“, das ominöse wabernde wesen, schuldig im sinne der anklage…

    „normale menschen“. ich weiss gar nicht, ob ich mir davon vielleicht lieber weniger als mehr wünschen soll… das problem sind eher allgemein menschen mit wenig demokratieerfahrung – und das ist jetzt nicht böse oder wertend gemeint. woher sollen wir die in der mehrzahl auch haben? die studentischen selbstverwaltungen sind für viele der erste ort mit veritabler demokratiepraxis, wo soll sie denn sonst eingeübt werden? da sind etwaige go-massaker natürlich wirklich erstmal nicht hübsch anzusehen. demokratie kostet immer: einsatz, geld, nerven, … und ich denke immer noch, dass es das wert ist.

    ansonsten: http://vert.blogger.de/stories/1061231
    [hier habe ich mir einen weiteren smiley gespart, damit ich mich dereinst nicht noch mehr schämen muss]

  14. @Philipp: Danke für den Link. Die dortige Diskussion ist mehr als Amüsant (um genau zu sein sehr traurig). Hat die Sitzungsleitung etwa angst, dass nachher jemand beweisen könnte, dass sie die Sitzung tatsächlich geleitet haben? – Und das weil man ihre Gesichter auf einem unscharfen Bild mir 6 x 6 pixen „erkennen“ könnte. *kopfschüttel* Erzähl mir jetzt bitte nicht, dass die Protokolle nicht veröffentlicht werden oder die Namen in den Protokollen geschwärzt werden, damit man nachher nicht weiß, wer das alles Verbrochen hat.

    Morty, der ein immer schlechteres Bild von der fzs bekommt, je mehr er sich damit beschäftigt und es daher jetzt lieber lässt.

  15. ich finde es sehr sehr ärgerlich, dass man sich dafür rechtfertigen soll, warum man keine fotos von sich im internet finden will. und daher werde ich es hier auch nicht tun (und doch gibt es dafür ganz fantastische gründe!).
    das hat ja wohl mit geheimniskrämerei nichts zu tun und ist auch nicht traurig.

    der morty will sowieso nur „schlechtes“ entdecken und ist, wie sich hier klar feststellen lässt, weder an einem politischen dachverband noch an inhalten oder argumenten interessiert sondern lediglich an polemik.
    wenn der morty eine andere politische meinung vertritt als der fzs (oder die mehrheit seiner mitgliedshochschulen), soll er damit argumentieren – oder tatsächlich schweigen

  16. Schön, dass mal wieder meine Meinung bestätigt wurde, dass die Abschaffung der verfassten Studierendenschaft in Bayern eine gute Sache war und ich hoffe vehement, dass die auch nie wieder eingeführt wird. Wenn ich mir vorstellen würde, dass ich noch mehr Geld pro Semester zahlen müsste, um absolut sinnlose Diskussionsrunden des fzs mitzufinanzieren…

  17. Bruno ??? Ich finde es sehr schade dass du so denkst, vor allem weil ich glaube dass du diese Aussage nicht grundlegend duchdacht hast.
    Dann trete doch bitte auch aus der Bundesrepublik Deutschland aus, weil es ja auch Steuerverschwendungen gibt. Um dich mal ein wenig aufzuklären: Ein verfasste Studierendenschaft legt ihre Beitragshöhe selbst fest und es steht ihr auch frei in den fzs einzutreten. Und das wenige Geld was der Studierendenvertertung momentan zur Verfügung steht wächst auch nicht an Bäumen, dafür mussten auch Menschen arbeiten.
    In einer Demokratie muss man halt damit leben dass es auch Menschen anderer Meinung gibt, und ich hoffe nicht dass du die Demokratie an sich ablehnst.

    Wir brauchen dringend wieder eine verfasste Studierendenschaft! Wir brauchen eine rechtsfähige Körperschaft mit einer Satzungs- und Finanzautonomie. Kein politisches Mandat, aber die Möglichkeit selber Verantwortung zu übernehmen und die Hochschulen mitzugestalten. Immer wieder wird von der Politik die Wichtigkeit von gesellschaftlichem Engagement gefordert, und Demokratie muss praktisch gelebt werden und nicht nur durch ein Fenster betrachtet!

  18. Also Geld fuer derart nutzloses Gelaber („aber wir haben doch etwas geschaft, wir haben uns nichtmal die Koepfe eingeschlagen!“) auszugeben faende ich auch definitiv nicht in meinem Interesse als Student.

    Und Demokratie ist nicht automatisch gut, wenn unsere gewaehlten Vertreter es nicht schaffen in unserem Sinne zu handeln (hier an der Uni scheints ja zu funktionieren, ich nehme mal an, die mit den „sinnvollen“ Diskussionen kamen von woanders ;), dann ist mir eine wenigstens entscheidungsfaehige „Diktatur“ schon lieber. Oder natuerlich eine Art direkter Demokratie, aber dagegen haben natuerlich die gewaehlten Demokratoren immer was 🙂

  19. ich will gar nicht bestreiten dass auch viel Mist passiert, das in Bochum war kein Einzelfall. Das betrifft auch nicht nur eher politisch links einzuordnenede ASten (wobei es da einfach mehr gibt und damit auch mehr Fälle), in Berlin hat sich meines Wissens nach ein RCDS ASta auch mal gedankenlos und ausführlich telefonische Rechtsberatung geben lassen und am Ende über eine Rechnung von mehreren tausend Euro gewundert.
    Das Problem ist halt dass es nur sehr wenig demokratisch Interessierte gibt, es wäre ja kein Problem wie in der Bundespolitik Anfragen an Ausschüsse zu stellen etc.

    Aber die Punkte bedenken wir auf jeden Fall und wollen sie auch bei einem Strukturvorschlag für eine verfasste Studierendenschaft bei uns berücksichtigen.

  20. das in bochum war ein juso/rcds/lhg-asta. (hörthört!)
    als guter verschwörungstheoretiker muss man da ja schon folgende these aufstellen: als rcds die verfasste studierendenschaft abschaffen wollen und die argumente dafür selber erzeugen – wenn man aber sieht, dass das ganze ding* den bach runter geht, schnell die koalition aufkündigen und den asta-vorsitz (der es in diesem fall zweifellos auch verdient hatte) mit runtergelassenen hosen auf die bühne schubsen…
    das tu-berlin-beispiel ist auch klasse. die ruinieren die vs und bedienen sich auch noch dabei. aber berlin ist eh ein eigenes battlefield – die großen asten dort waren sich immer schon selbst genug, die brauchen natürlich keinen dachverband. (wie könnte man eine struktur akzeptieren, die grösser ist als man selbst! ;- )

    ansonsten war bochum sehr wohl ein einzelfall – schon seit jahren hats keinen echten knüller mehr gegeben. das passiert nämlich hauptsächlich studierendenschaften, die unvernetzt vor sich hinwurschteln und nicht denen, die mal schauen, wie’s woanders (vielleicht sogar besser) läuft. alleine dafür ist der fzs gold wert.

    was lernt man daraus: die welt ist mal wieder nicht so einfach, wie man es gerne hätte.
    darüberhinaus bewerbe ich mich hiermit zum assessment center zur vergabe der hopo-diktatur in süddeutschland. ich bringe neben leidensfähigkeit für die traurigen zustände auch ausreichend zynismus für den selben grund mit und freue mich aufrichtig, mit „anonymerweise“ schon einen willfährigen deppenadepten zur ausführung aller nur denkbaren schandtaten vorzufinden. du willst darüber diskutieren? vergiss das! los, geh flugblätter verteilen, deinen neuen principe zu lobpreisen…

    *(riesenkommerzielle riesenkonzertsause verbrät die vorher von linken asten angelegten rücklagen – und mehr!)

  21. Auf jeden Fall ne lustige Diskussion 🙂 habs grad erst gelesen.
    Insgemsamt sollte man nicht den Fehler machen den fzs mit der MV gleich zu setzen. Die MV ist ne Art Eigentümerversammlung, mehr nicht. Es erwartet ja auch keiner, dass auf der Jahreshauptversammlung von Siemens die Aktionäre operativ was arbeiten. Die sitzen da und regen sich auf oder verteilen Lob und geben dem Vorstand Zielvorgaben.
    Auf einer MV ist das ziemlich genau das gleiche, trotz aller Basisdemokratie, Antiautorität, Partizipation und was weiss ich nicht noch alles, was sich da manche auf die Fahnen schreiben.
    Das könnte genauso gut ein ineffizienter Staatsbetrieb mit undurchsichtiger Beteiligunsstruktur sein, der nur auf Grund seiner Monopolstellung noch so weiter existieren kann.
    Aber auf jeden Fall besser als gar keine Bahn 😉

  22. @anonymerweise
    du solltest keinesfalls den Fehler machen zu glauben, dass der fzs eine sinnlose Veranstaltung gibt, bloß weil zum fzs eben auch seeehr ausgedehnte Diskussionen zu eher abstrakten Themen auf der MV gehören. Der fzs hatte durch Kampagnen und Stellungnahmen z.B. durchaus einen Einfluss auf die letzte BAFÖG-Erhöhung. Allein die Gespräche „am Rande des Plenums“ können durchaus für manch „verschwendete“ Stunde Plenumsdiskussion entschädigen. In der Zeit in der das erste Frauenplenum tagte haben wir (ich und Philipp) u.a. eine Stellungnahme zur geplanten Änderung des Bayerischen Hochschulgesetzes geschrieben und konnten diese direkt vor Ort mit den Vertretern der LMU, der TU München und der Uni Augsburg abstimmen.

    Und mehr direkte Demokratie finde ich eigentlich immer toll – aber wenn ich sehe wie hoch die Wahlbeteiligung bei Hochschulwahlen ist bin ich da leider eher pessimistisch eingestellt. Wie du dir einen entscheidungsfähigen Diktator vorstellt der gleichzeitig demokratisch ähnlich legitimiert ist wie ein fzs-Vorstand weiß ich nicht. Ich weiß nur dass möglichst breite Partizipation eben nicht ganz ohne Zeit- und Geldaufwand zu haben ist. Und ich weiß dass niemand einen Verband ernst nehmen würde der nicht vernünftig demokratisch legitimiert ist.

    @Denis
    jein – klar ist die MV etwas anderes als der Vorstand. Es können halt aus praktischen Gründen nicht ALLE über ALLES gemeinsam entscheiden. Aber ich denke schon, dass eine MV des fzs mehr ist als eine Jahreshauptversammlung. Ein Unternehmen will einfach nur Geld verdienen. So etwas braucht nicht diesselbe demokratische Legitimation wie ein Verband der politische Ziele verfolgt (an oberster Stelle: gleiche Bildungschancen für alle).

  23. @Martin:
    Ich bestreite vehement, dass eine zu geringe Wahlbeteiligung irgendetwas mit dem (nicht-)funktionieren oder Vorhandensein direkter Demokratie zu tun hat. Und „demokratische Legitimation“ fuer Vertreter durch einen grade mal so zweistelligen Prozentsatz an Waehlern gibts eigentlich auch nicht. Die Sache mit dem Diktator war nicht so wirklich ernst gemeint, aber schoen, dass vert da angebissen hat 🙂

  24. Ich glaube, dass die geringen Wahlbeteiligung einen ähnlichen Zusammenhang hat wie in der „echten“ Politik: Warum soll ich wählen, wenn die Vertreter sich lieber mit sich selbst und der Weltpolitik beschäftigen, als mit den Problemen der Studenten. An der Techfak hat man zumindest von der Stimmverteilung in den letzten Jahren deutlich gemerkt, dass Realpolitik mehr wert ist, als stimmen zu kaufen – äh – Brezen und Bier zu verschenken und zu Versprechen, dass man den direkten Draht zu den Leuten mit Geld hat.

  25. @anonymerweise:
    irgendjemand muss doch 😉

    @martin/philipp:
    wenn ich auch nicht überall eurer meinung bin (was ja nun auch wirklich nicht sein muss) – danke, dass ihr überhaupt einen bericht geschrieben habt und hier umfangreich am artikel mitjustiert habt.
    und natürlich danke für die tomaten… wir haben sie ja schlussendlich doch nicht gebraucht, sie waren vielleicht auch nicht, hmm, reif genug.

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