8 Antworten auf „Geld zurück bei Kopierkosten?“

  1. Das Grundproblem liegt doch in der unrechtmäßigen Nutzung bzw. den Bedenken (oder soll man hier sagen „Eingeständnis“?), dass Skripten das Urheberrecht gebrochen haben.
    Oder um es ganz plakativ auf den Punkt zu bringen: Die Dozenten haben in ihren Skripten offenbar bei anderen Quellen geklaut.

    Mir ist unverständlich, wieso dieses unrechtmäßige Verhalten durch die Universität geschützt wird, dadurch dass man nun diese Materialien hinter einem Zugriffsschutz versteckt werden.

    Mehr noch: Die Universität -und nicht nur diese- hat sich 2003 in der Berliner Erklärung offiziell zu Open Access bekannt.
    Wenn es also Probleme mit dem Urheberrecht oder dem Nutzungsrecht von Skripten gibt, so sollte dies nur solche betreffen, die älter als 5 Jahre sind.
    Alles was nach 2003 während der -durch Steuergelder finanzierten- Arbeitszeit erstellt wurde, müsste längst frei zugänglich sein.
    Wenn es das nicht ist, dann wohl doch nur, weil einzelne Dozenten oder Lehrstuhlinhaber entgegen dem Bekenntnis der Uni zu Open Access weiterhin Verträge mit Verlagen machten über Dinge die ihnen gar nicht vollständig gehörten.

    Hätte man seit 2003 konsequent die Idee von Open Access umgesetzt und dies auch an den Lehrstühlen eingefordert, würde es heute das oben beschriebene Problem mit neuen Materialien nicht geben.

  2. Ich bin mir nicht sicher, aber so wie sich der Artikel liest geht es nicht um Skripte (also vom Dozenten selbst erstellte Texte) an sich sondern um Zusammenstellungen von Literaturauszuegen. Dafuer gibts im neuen Urheberrecht ein paar Regelungen, die auch erwaehnt werden, die unter anderem halt erfordern, dass der Nutzerkreis beschraenkt ist. Mit Open Access haben bestenfalls die Skripte etwas zu tun, nicht aber die Literaturzusammenstellungen, denn da gehts ueblicherweise um Lehrbuecher die meistens aelter sind.

  3. Ansonsten verstehe ich eh nicht, warum Druckkosten ueberhaupt ein Problem sind. Wenns die Sachen elektronisch gibt drucke ich die nicht nochmal aus, Laptop hab ich eh dabei und extra Papier mitschleppen ist sinnlos.

  4. Doch das Problem ist genau bei den Skripten. Und das hat auch nichts mir Open Access zu tun.

    Viele Professoren kopieren Ihre eigenen Skripten aus vielen verschiedenen Quellen zusammen. Vor allem bei Bildern sind sie oft zu faul Quellenangaben zu machen. Und teilweise werden auch Formulierungen ohne Quellenangabe gemacht. Jetzt kommt natürlich die zweite Seite der Medaille: Würden sie alle Zeichnungen und Formulierungen neu machen, würden sie hierfür sehr viel mehr Zeit und damit Steuergelder benötigen. – Über Sinn und Unsinn will ich hier kein Urteil fällen, sonder nur sagen, dass das alles nicht so einfach ist.

    Was das Ausdrucken angeht: Würde man die Studiengebühren auf 300€ senken, hätte man 200€/Semerster zum Drucken – das sollte wohl reichen! In vielen Studiengängen wird ja bereits ein Druckbudget aus Studiengebühren zur Verfügung gestellt (Druckzwang – da das Guthaben sonst verfällt!). Von der Rückerstattung halt ich überhaupt nichts. Es erhöht nur die Bürokratie, welche dann wieder aus Studiengebühren finanziert wird. -> Studien Gebühren runter und die Druckkosten selber zahlen.

    Und mal darauf achten: Viele kriegen die Studiengebühren von den Eltern gezahlt – Laufende kosten (und Druckkosten) müssen aus dem eigenen Budget gezahlt werden. Deshalb motzen so viele über die, im Vergleich zu den Studiengebühren, lächerlichen Druckkosten, akzeptieren aber die Studiengebühren recht gelassen.
    Dass in Summe mehr für weniger gezahlt wird sehen leider die wenigsten.

  5. @Wolfgang Wiese
    um Urheberrechtsprobleme gings hier gerade eigentlich nicht – das ist ein anderes Thema für sich

    @arw
    das mag für dich funktionieren – ich z.B. besitze auch einen Laptop und bin keineswegs technikfeindlich: aber Skripte von mehreren hundert Seiten am PC lesen, unumständlich Randbemerkungen und MArkierungen machen geht mit Papier immer noch um Längen einfacher (v.a. das Lesen an sich).

    @Morty
    stimmt schon – die intelligentere Variante wäre EIGENTLICH die Studiengebühren zu senken und dafür keine Druck-/Kopierkosten zu erstatten. Hier kommt man allerdings schnell zum Problem der Durchsetzbarkeit: Bekommt man es erstens hin die Gebühren tatsächlich zu senken und 2. kann (und will) man wirklich verbieten dass von den reduzierten Gebühren KEINE Erstattungen bezahlt werden?

  6. Ich denke schon das es etwas mit Open Access zu tun hat:
    Wären alle Quellen unter einer freien Lizenz und würden auch nur eigene Quellen in freier Lizenz zur Verfügung gestellt werden, würde es keinerlei Probleme in Bezug auf Verlage und Urheberrechtsabgaben geben.
    Dies ist aber nicht der Fall, die Dozenten haben einerseits Angst, das sie beim klauen erwischt werden, andererseits bedenken das jemand von ihrer -während der Arbeitszeit erstellter- Arbeit abkupfert.

    Eigentlich könnte man den Strick auch umdrehen: Alle jetzt bereits unter offenen Lizenz stehenden Werke könnten nach wie vor bereitgestellt werden.
    Dies würde der Sache sicher gut tun und den Druck erhöhen, doch für rechtlicher sicherer Werke zu sorgen.

    So wie es jetzt allerdings gelöst ist…: Warum sollte sich jetzt was ändern an der Qualität der Skripten?

  7. Natuerlich kann Open Access die Weiterverweundung von fremdem Material extrem erleichtern.

    Aber wie Morty schon angedeutet hat, selbst mit Open Access gibt es noch eine sehr wichtige Sache bei der es hakt, naemlich ordentliches Zitieren. Unabhaengig davon ob es urheberrechtlich moeglich ist ist es inakzeptabel, wenn fremde Arbeit ohne Quellenangabe als eigene ausgegeben wird. D.h. niemand wird sich, selbst wenn er keinen Prozess befuerchten muss, durch Veroeffentlichung solcher Schlamperei bei den Kollegen unbeliebt machen wollen denke ich…

  8. @Wolfgang Wiese
    Morty hat es schon versucht, aber offensichtlich ist es noch nicht klar geworden. Es gibt einen Unterschied zwischen Vorlesungsskripten und Readern:
    * Skripte sind die gedruckte Form von dem, was DozentInnen in der Vorlesung/Seminar sagen. Normalerweise sind sie von den DozentInnen selbst verfasst. Damit gibt es auch kein Problem und keinen Grund, sie öffentlich nicht zur Verfügung zu stellen (außer, dass oft nicht sauber zitiert wird, weil es sich ja auch wiederum um nicht zitierfähige Literatur handelt).
    * Reader sind Textzusammenstellungen zur Unterstützung und Vertiefung der Vorlesungs-/Seminarinhalte. Hier treten Urheberrechtsprobleme auf, weil i.d.R. nicht selbst verfasste Texte, sondern solche von anderen AutorInnen verwendet werden – sehr häufig, gerade in den Geisteswissenschaften, Originale. Und da hilft es wenig, nur noch Open-Access-Literatur verwenden zu wollen: Wenn ich zur Unterstützung einen Originaltext von Olson oder Habermas oder wem auch immer verwenden will, dann gibt es den nicht urheberrechtsfrei. Und entsprechend darf er auch nicht kopiert an die StudentInnen verteilt, sondern nur als Kopiervorlage oder online in einem passwortgeschützten Bereich zur Verfügung gestellt werden.

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