Zentrales Gebührengremium – EWF bekommt Sonderunterstützung

Bei der heutigen Sitzung des zentralen Gebührengremiums war das zentrale Thema die Verteilung der Gesamteinnahmen aus den Studiengebühren auf die einzelnen Lehreinheiten. Ab kommenden Semester sollen die Verteilung nach einem neuen Schlüssel erfolgen (einer Dienstleistungsmatrix), bei dem etwa auch Lehrexporte und solche Dinge korrekt abgerechnet werden. Dieser neue Schlüssel führt allerdings dazu, dass die ehemalige EWF etwa 1/3 weniger Gebührenzuweisungen bekäme (unabhängig von ohnehin anstehenden Kürzungen aufgrund der Änderung des Hochschulgesetzes).

Wer die Verhältnisse an der EWF kennt, weiß dass dies dort einer Katastrophe gleichkäme. Der Lehrbetrieb ist nach der Modularisierung dort zwingend auf Studiengebühren angewiesen. Dies ist natürlich inakzeptabel und eine entsprechend angemessene Ausstattung der EWF mit staatlichen Mitteln ist dringliches Ziel sowohl der Uni-Leitung als auch der Studierendenvertretung. Bis dahin wollen wir (die anderen Mitglieder des Gremiums natürlich auch) allerdings den Karren nicht an die Wand fahren lassen und im Interesse der Studierenden dort zähneknirschend die Löcher mit Studiengebühren stopfen.

Damit die Substitution von eigentlich nötigen Staatsmitteln durch Studiengebühren kein Dauerzustand wird haben wir als Studierende folgende Regelung vorgeschlagen, die vom Gremium dann auch so beschlossen wurde und der Uni-Leitung nun als Empfehlung vorliegt:

Für das kommende WiSe 2009/10 werden 200.000 EUR durch Vorabzug* zusätzlich an die EWF überwiesen (dennoch wird die Überweisung an die ex-EWF insgesamt damit bereits geringer sein als im WiSe davor). Diese Sonderzuschüsse aus dem Vorabzug sind allerdings degressiv und befristet. Das heißt im Klartext: Im SoSe 2010 wird die EWF noch 160.000 EUR bekommen, im Semester danach 120.000, dann 80.000 und im WiSe 2011/12 erfolgt zum letzten Mal ein Zuschuss von 40.000 EUR. Bis dahin ist der Staat hoffentlich seiner Pflicht nachgekommen und hat für die nötigen Finanzmittel gesorgt. Jedenfalls gibt es danach keine weitere Sonderfinanzierung der ehemaligen EWF mehr.

*Vorabzug bedeutet, dass das Geld direkt von den Nettoeinnahmen der Studiengebühren abgezogen wird – also noch bevor die Aufteilung 75% an die Fakultäten, 25% für zentrale Einrichtungen erfolgt.

17 Antworten auf „Zentrales Gebührengremium – EWF bekommt Sonderunterstützung“

  1. @skeptiker:
    ich glaube du kannst dir sicher sein, dass die Studierendenvertretung ein Auge darauf haben wird, dass nicht gegen Beschlüsse des Gremiums verstoßen wird. Die Degression ist sinnvoll und wird auch von der UL anerkannt!

    Diese Sache ist (jetzt wieder für alle ;)) überhaupt einmal wieder ein Beweis, wie stark die Studentische Position im ZGS ist. Wir waren gefordert ein Konzept vorzulegen und das Gremium ist unserem Vorschlag gefolgt! Ich finde solche „Erfolge“ sollten Ansporn sein, sich weiter (oder neu) zu engagieren!

  2. Ist nicht auch die Leitung der EWF für solche Zustände verantwortlich? Wenn die Lage so schlecht ist, ist es auch auf die Entscheidungsträger bei der EWF zurückzuführen, die vielleicht gute Professoren sind, aber schlechte Verwalter…

  3. @Tino
    naja – Geld herzaubern geht nicht – entsprechend würde der Lehrbetrieb halt erstmal teilweise zusammenbrechen – mag sein dass dann die Politik einen Tick schneller reagiert wenn die Hütte nicht nur brennt sondern einstürzt – aber ich würds ungern ausprobieren…

    @Chico
    naja – die „Leitung der EWF“ hat ja nicht die Möglichkeit selbst die Ressourcen zu vergrößern. Das Problem ist: Die staatlichen Vorgaben zur Lehramtsausbildung (also die Vorschriften was Lehrer alles können müssen) und die finanzielle Ausstattung durch den Staat passen nicht zusammen. Der Staat finanziert hier systematisch und längerfristig unter. Nicht umsonst will manche eine Uni die Lehrämtler am liebsten komplett loshaben.
    Bei der EWF kommt noch dazu, dass sie weit ab vom Schuss liegt. Das machts bei vielen Fächern schwierig dass Lehramtsstudis die selben Fachvorlesungen besuchen wie die normalen Fachstudis. Dadurch erhöhen sich nochmals die Kosten…

    Die EWF-Leitung kann nur so laut und nachdrücklich wie möglich fordern, dass der Staat endlich angemessen finanziert – das machen sie durchaus nicht schlecht.

    —-

    @Thomas
    Keine Ahnung – Herrin der Zahlen ist in diesem Fall Frau Stenglein (Referat S 2). Kannst da ja mal fragen…

  4. Ich lach mich tot!

    1. Die Studierenden werden ein Auge darauf werden — na sicherlich. Es ist leider trotzdem immer noch die HSL, die im Endeffekt mit dem Geld macht, was sie will. Waere ja nicht das erste Mal, dass das Gremium uebergangen worden waere.

    2. Rein temporaere Ausnahme — ja klar. Waehrend die Uni 35 Mio. aus dem Konjunkturpaket des Bundes bekommt, muss die Lehre der EWF mit 200.000 aus Studiengebuehren notfinanziert werden? Hier ist doch klar, dass an der Stelle einfach der Wille fehlt, Geld zu investieren. Geht ja auch ohne — dank Studiengebuehren.

    3. „Damit die Substitution von eigentlich nötigen Staatsmitteln durch Studiengebühren kein Dauerzustand wird“ — komisch, vor einem Jahr oder so noch wollte man die Substitution von eigentlich nötigen Staatsmitteln auf Teufel komm raus vermeiden. Jetzt soll es zumindest kein Dauerzustand werden?? Man kann sich ja denken, in welche Richtung das geht. Und wie „temporaer“ ist denn eine Finanzierung die bis nach 2012 reicht? Ein komplettes Bachelor-Studium bis der Staat endlich vollstaendig in die Bresche springen muss?

  5. @Johannes
    Geld aus dem Konjunkurpaket fließt ausschließlich in Gebäude – das hat mit der finanziellen Ausstattung der Lehre nichts zu tun.

    Ansonsten habe ich für deine eher dogmatische Haltung (keine Substitution) ja durchaus Sympathie. Der Punkt ist nur: Einen derart schockartigen Rückgang der EWF wäre dort derzeit einen Riesen-Problem für die Studis dort. Ist ja nicht so dass die EWF das Geld zu ihren bisherigen Zuweisungen obendrauf bekommt (die regulären Zuweisungen sinken ja stärker als diese 200.000 EUR) – ist lediglich ne Übergangsregelung damit sich die EWF darauf einstellen kann.

  6. @ThoBi: solange durch das Wahlsystem bedingt die Fachschaftsvertretung der PhilFak — die EWF ist ja leider Teil dieser — mindestens zur Hälfte aus Leuten von der EWF besteht und die EWF stets den Fachschaftssprecher stellt, wird sich da nichts ändern. Und wer soll bitte dann ein Auge auf irgendwas haben?

    Die FSI EWF wird immer in Union mit den armen, armen EWF-Professoren versuchen, möglichst viel Geld aus Erlangen nach Nürnberg holen.

    Das ist die Wahrheit — seid wenigstens so ehrlich und sagt das dazu. Verkauft den Studis nicht Eure Kompromisslösung, zu der ihr nur deswegen gezwungen seid, weil ihr sonst keine Mehrheit im Konvent zusammenbekommt.

    Damit ich es nicht vergesse: das ist nicht das erste Mal, dass die EWF eine Art „Soli“ bekommt. Diesmal ist es aus dem Gesamtvorabzug, vor ein-zwei Jahren war das zusätzliche Geld aus dem Fakultätsvorabzug der PhilFak — natürlich nur als Übergangslösung bis die HSL sich mit dem Wissenschaftsministerium auf eine bessere Finanzierung der Lehramtsausbildung geeinigt hat und weil sonst an der EWF ja alles zusammenbrechen würde….. Die Story bekommt man regelmäßig wieder aufgetischt!

  7. Wenn das auch nur ansatzweise stimmt ist das eine Sauerei sondergleichen. Eine Stimmenmehrheit darf niemals zu einer überproportionalen Bevorzugung führen, und genau das ist was da passiert. Tolles Demokratieverständnis, wirklich.

  8. @Tom und Skeptiker
    Es sind 0 EWFler im zentralen Gebührengremium (weder Studis noch Lehrende) – es sind 2 (von 20) EWFler im Studentischen Konvent – mehrheitsentscheidend sind die nicht.

    Wir sind uns mit den Vertretern der FSI EWF völlig einig, dass es nicht sein kann dauerhaft strukturelle Unterfinanzierung aus Studiengebühren substituiert wird (eher ist die Bereitschaft bei den EWFlern mal auszuprobieren was passieren wenn alles gegen die Wand fährt noch einen Tick größer als bei uns).

    @Tom
    ehrlich gesagt finde ich ziemlich unverständlich so ins Blaue hinein und ohne jede Sachkenntnis solche unhaltbaren Behauptungen aufzustellen.

  9. @Tom
    vielleicht solltest du dich erst nochmal ein bißchen informieren über die FSV der PhilFak. Meines Wissens besteht sie aus 14 gewählten Mitgliedern, von denen 4 Mitglieder aus der ehemaligen EWF kommen, das macht dann nach meinen Rechnungen nicht mal ein Drittel und nicht mindestens die Hälfte.
    Ansonsten finde ich es ziemlich anmaßend von Dir, dem FSV-Sprecher quasi zu unterstellen, dass er nicht die Interessen der gesamten Phil-Fak. im Auge hat, was er aber auch nur mit Hilfe und Unterstützung engagierter StudierendenvertreterInnen und Studierender aus Erlangen gut leisten kann.
    Ich halte es für ziemlich unproduktiv, wenn sich Studierende mit anderen Studierenden in Grabenkämpfen verstricken.
    Das eigentliche Problem ist doch, dass weder Staat noch HSL ihren Verpflichtungen in ausreichendem Maße nachkommen, für gute Studienbedingungen zu sorgen. Und das ist nicht nur ein Problem der EWFler, sondern aler Studierender. Nur merkt man es halt bei den verschiedenen Studiengängen unterschiedlich stark. An der EWF ist es eben besonders stark ausgeprägt.
    Wesentlich günstiger wäre es, wenn sich die Studis der PhilFak zusammenschließen würden und gemeinsam für Verbesserungen kämpfen würden (am Besten noch mit allen Studierenden der FAU), denn der Rest der Phil Fak kriegt ja auch nicht gerade goldene Löffel geschenkt, weder von der HSL, noch vom Staat, noch von der Gesellschaft.

    @Skeptiker
    Martin hat es ja schon gesagt: die EWFler haben nirgendwo die Stimmenmehrheit, also lass das mal besser stecken, mit dem Demokratieverständnis.

    @Tom und Skeptiker
    Ihr seid herzlich eingeladen, Euch an der EWF mal umzuschauen und mit uns zu sprechen. Und das wäre auch besser, als in der Gerüchteküche das Feuer zu schüren. Bei Interesse mail to: hallo@fsi-ewf.de.

  10. Also die ganze Philfak will auch mehr Geld und der Rest der Uni soll sich bitte solidarisch zeigen weil sonst niemand Mitleid hat? Von unseren Studiengebuehren, weil woanders leider kein Geld rausfaellt weil sich niemand breitschlagen laesst?

  11. …und weil „die Gesellschaft“ Schuld ist, steht auch wieder ein Mitglied der FSI EWF an erster Stelle der FSIen-Liste für den FakRat, richtig?

    http://www.uni-erlangen.de/infocenter/wahlen/WV_Kandidaten.pdf, Seite 3, ganz unten

    Von den FSIen fühle ich mich an der PhilFak (=Erlangen) nicht mehr vertreten! Auf der Liste sind wieder die gleichen Namen, die schon dieses Jahr nichts bewegt haben. Ich habe kein einziges Plakat gesehen, keine öffentliche Veranstaltung der FSV fand statt, keine Entscheidung aus dem FakRat wurde an die Öffentlichkeit getragen. Nichts, einfach nichts.

    Schaut euch doch mal die Kategorie „PhilFak“ hier im Blog durch: http://www.fauna.uni-erlangen.de/blog/category/philfak/
    Eine(!!!!!!) halbwegs interessante FSI-Veranstaltung (die die FSI CL noch nicht mal selbst angekündigt hat), eine Party-Ankündigung und sonst nur allgemeine Hinweise, die alle oder keinen betreffen.
    Kein Statement zur Gebührenverwendung an der PhilFak, kein öffentliches Protokoll einer FSV-Sitzung, nichts.

    Dies trifft in weiten Teilen auch auf den Konvent zu — mal abgesehen von den lächerlichen Demonstrationen!

    Warum soll ich noch E-Mails schreiben? Werden eh nie konstruktiv beantwortet.

    Warum FSIen wählen, wenn ich Informationen nur auf Nachfrage bekomme??? Die „man kann ja mal drüber reden“-Taktik ist einfach nur noch lächerlich.

    Ich hätte nie gedacht, dass der Tag kommt, an dem ich offen allen Leuten, die ich kenne und sehe, davon abraten werde, die FSIen zu wählen. Weil wer nichts tut, sollte nicht mehr gewählt werden. Eigentlich logisch.

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