Bildungsstreik

In dieser Woche finden an vielen Hochschulstandorten in Deutschland Aktionen im Rahmen des bundesweiten gemeinsamen „Bildungsstreiks“ von SchülerInnen und StudentInnen statt, allerdings nicht in Erlangen.
Informationen sind zum Beispiel bei der LAK Bayern oder auf der Seite des Bildungsstreiks Bayern zu finden.
Einen Artikel der Sueddeutschen finde ich sehr passend und lesenswert:

Die Schüler und Studenten ergehen sich nicht bloß in Aktionismus, sie reflektieren ihre Lage. Sie sind in einer Suchbewegung, ihr Protest ist Ausdruck und Anlass für Lernprozesse. Deshalb verdient der Bildungsstreik sogar das Prädikat ‚pädagogisch wertvoll‘ (…) Doch das Zeichen, das die Schüler und Studenten setzen, ist keineswegs radikal. Sie erinnern nur daran, dass der Staat ein Kerngeschäft hat: seine Schulen und Hochschulen.
Sicherlich gibt es einzelne Menschen die „einfach mal wieder gegen den Staat demonstrieren wollen“ und auch sicherlich den oder die Eine oder Andere die auf Randale aus sind. Aber das ist eine verschwindend kleine Minderheit, und mit dieser kleinen Gruppe als Begründung die Ziele und Argumente der Schüler und Studierenden einfach zu ignorieren, ist zwar bequem aber falsch. Deswegen finde ich es auch schade, dass in Erlangen keine Aktionen stattfinden, da es ja hundert Möglichkeiten und Formen gäbe, wenn man Angst vor einem plündernden und brandschatzenden Studierenden-Mob hat der durch die Erlanger Straßen marodiert: eine Podiumsdiskussion, eine Posterausstellung, eine Flyeraktion oder ähnliches. Es wäre eine gute Möglichkeit gewesen, den Dialog zwischen der Studierendenvertretung, die in den Gremien der Universität an den Entscheidungen wenigstens beteiligt ist, und den Studierenden selbst zu intensivieren, und den GremienvertreterInnen den Rücken zu stärken, wenn sie merken dass sie nicht alleine argumentieren.

10 Antworten auf „Bildungsstreik“

  1. Ja, warum finden denn hier keine Aktionen statt?
    Ich hab mich eh schon gewundert, warum nicht schon viel früher hier auf FAUna was drüber stand…

    An mangelnden Möglichkeiten zur Information kann es ja auch nicht liegen.

  2. @Wolfgang Wiese: Es war schon immer (naja, in den letzten 15 Jahren zumindest) schwer, Studenten in Erlangen zu irgendeiner Art von politischer Aktion zu bewegen, 1998 wollte schon keiner mitmachen. Als die Studiengebühren kamen, haben alle nur noch gemurmelt „Aber wenn das Studium dadurch besser wird…“. Jetzt, wo alle so langsam feststellen, dass die Bildungs-Bolognese zu einem Instant-Fraß wird, sitzen die Erlanger Studenten immer noch in ihren Zimmerchen und ertragen alles, was auf sie niederprasselt.

    Die wenigen Ausnahmen die es gab und immer noch gibt, geben irgendwann frustriert auf.

  3. Naja, Nürnberg ist ja nicht so weit weg und die Anbindung mit den Öffentlichen ist Recht gut, so dass man auch ruhig aus Erlangen nach Nürnbegr hätte fahren können!
    Aber ich finds total bescheuert, das einfach geschrieben wird „allerdings niciht in Erlangen“ ohne Hinweis auf die Aktion in Nürnberg und vor allem, das erst viel zu spät darauf hingewiesen wird. Ich mein, wenn die Demos am 17.6., kann man ja ruhig ein paar Tage vorher darauf hinweisen. Das ist mir hier schon meherere Male aufgefallen…

  4. Die Leute waren halt damit beschäftigt Plakate für die Wahl aufzuhängen und Infostände zu machen in der erzählt wird, wie sehr man sich für die Rechte der Kommillotonen einsetzt. Mit den anderen Parteien dann Zusammenarbeiten um eine Aktion organisieren? Näää.

  5. @ Patrick:
    Ich gebe dir Recht, aber ich möchte nocheinmal betonen dass ich selber hier in der Studierendenvertretung keine Verantwortung mehr habe und nur noch als Externer ein wenig geschrieben habe. Ich wollte über den Bildungsstreik allgemein informieren, was anderswo läuft und wie es auf der politischen Ebene ausschaut, den konkreten Hinweis auf Nürnberg hab ich gelassen weil die Demo ja eh an dem Tag war und es daher etwas spät dazu war. Für konkretes Feedback und Wünsche bzgl Aktionen bitte an die Studierendenvertertung wenden.

  6. Ich kann durchaus nachvollziehen, warum man sich diesem Bildungsstreik nicht angeschlossen hat. Allein ein Blick auf die Organisatoren hat mir gezeigt, dass ich keinerlei Interesse habe mit der ´Linken´ (haha) solidarisch zu sein, denn mehr als ein bisschen streiken kriegen die Damen und Herren in dieser Masse nicht hin. Sinnvollere, dauerhaftere Aktionen oder tatsächliches hochschulpolitisches Engagement (über das man Einfluss auf die konkrete vor-Ort-Ausgestaltung des Bolognese-Unsinns üben kann) sind diesen Leuten leider fremd. Das ganze geht auch ohne ideologische Einfärbung durch verblendete Linksutopisten.

    Da macht man mal eben ´ne Woche Stunk und klopft sich beruhigt danach auf die Schulter, wie aktiv man doch ist. Sorry, aber ohne mich.

    Und Bildung bestreiken um gegen Einschränkungen im Bildungswesen zu protestieren? Also bitte.

    Das heißt im übrigen nicht, dass ich nicht auch gegen Studiengebühren und die aktuelle Umsetzung des fürchterlichen Bologna-Prozesses bin, nur sehe ich andere, bessere Mittel und Wege als diese unerträgliche Selbstinszenierung.

  7. Natürlich ist es richtg, dass die Reformen Murks sind. Aber was bringt es, einen Hörsaal zu besetzen? Man mach damit das eh knappe Lehrangebot noch schlechter und verhindert, dass Studenten sich auf ihre Prüfungen vernünftig vorbereiten können. Damit schaden sich die Studenten nur selbst.
    Natürlich kann man demonstrieren, oder Diskussionsrunden machen.
    Warum sind die Demonstrationen eigentlich grundsätzlich während der Schulzeit? Macht doch mal am Wochenende was, das würde die Lehre nicht stören und gäbe den Schülern eine Chance, auch ihre Meinung kund zu tun, ohne dazu einen Verweis zu riskieren.

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