Fachtagung: Vorurteile und Ressentiments gegen Muslime- ein neuer Rassismus?

Liebe KommilitonInnen, liebe FreundInnen,

der Ausländer-und Integrationsbeirat Erlangen veranstaltet am 21. März 2010 in der Friedrich Alexander Universität im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus (www.interkultureller-rat.de) eine hochrangig besetzte Fachtagung zu „Vorurteile und Ressentiments gegen Muslime- ein neuer Rassismus?“. Wir werden uns mit dem Phänonem „anti-muslimischer Rassismus“ interdisziplinär auseinandersetzen. Der Interkulturelle Rat gab erst kürzlich eine Pressemitteilung dazu heraus.
Aus unserem eigenen politikwissenschaftlichen Institut konnten glücklicherweise Prof. Dr. Heiner Bielefeldt und PD Dr. Petra Bendel gewonnen werden.

Details und Tagungsprogramm hier: http://www.erlangen.de/de/Portaldata/1/Resources/080_stadtverwaltung/dokumente/Fachtagung_Rassismuswoche_2010.pdf

Und allgemein zur Rassismuswoche: http://www.erlangen.de/de/desktopdefault.aspx/tabid-134/2490_read-19772/

Ihr seid alle ganz herzlich eingeladen! Bitte schickt die Einladung auch durch eure eigenen Verteiler. Die Tagung ist bundesweit ausgeschrieben.

Bei Fragen könnt ihr euch sehr gerne am einfachsten direkt an mich, aber auch an unsere Geschäftsstelle wenden.
Viele Grüße,
Ayse Cindilkaya
i.A. Ausländer und Integrationsbeirat Erlangen
Rathausplatz 1
91052 Erlangen

46 Antworten auf „Fachtagung: Vorurteile und Ressentiments gegen Muslime- ein neuer Rassismus?“

  1. Seit wann ist eine Religion übrigens eine „Rasse“?
    (bitte Anführungszeichen beachten)
    Entgegen den Beteuerungen von Prof. Bielefeld kann die Feindschaft oder die Kritische Haltung zu einer oder allen Religionen kein Rassismus sein. Feindschaft zu Türken, Arabern, Iranern – das wäre Rassismus, genauso wie die Feindschaft zu jedem anderen Menschen aufgrund seiner Abstammung oder Herkunft, aber nicht die Kritik am Islam. Warum werden dann Kritiker der katholischen Kirche nicht Rassisten genannt? Irgendwo haperts da an der inneren Logik.

  2. Natürlich ist Kritik am Islam kein Rassismus. Das Problem ist ja im Moment, dass Unklarheit sowohl im Mainstream, als auch in der Fachforschung herrscht, was durchaus legitime Islamkritik (die sehr fruchtvoll ist), was aber (kulturalistischer, nicht biologistischer) Rassismus ist.
    Thorsten Schneiders brachte ein Buch dazu heraus, dass er mit „Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen“ betitelte.

    Die Tagung ist dazu da, erste Impulse zur Unterscheidung zu liefern :-). Ist nicht einfach,- aber ist doch super, wenn unsere Uni da gleich mit einsteigt!

    Muslime werden als monolithischer Block wahrgenommen, was sie faktisch aber nicht sind. Sie kommen und leben in/aus den unterschiedlichsten Ländern, mit unterschiedlichsten (polit.) Systemen, haben unterschiedlichste Prägungen, auch innerislamische Strömungen,- aber ihnen werden von den Mehrheitsgesellschaften angeblich ihrem Wesen inhärente, unveränderliche Merkmale zugeschrieben und darauf auch festgenagelt.
    Das ist nur eines der Kriterium von Rassismus.

    Komm doch auch.

    Viele Grüße

  3. Das ist kein Kriterium des Rassismus, sondern einfach nur eine verallgemeinerte Wahrnehmung einer heterogenen Gruppe – was völlig normal ist, schließlich sehen wir Europäer die Chinesen, Inder, Afrikaner, Russen und Indianer auch als homogene Gruppen, obwohl sie dass nicht sind, und schreiben ihnen Eigenschaften zu, die nur auf kleine Teile von ihnen zutreffen – und niemandem kommt es in den Sinn, das schon Rassismus zu nennen.

    Und auf Religionen bezogen: die meisten Moslems, Hindus und Buddhisten, die nicht hier aufgewachsen sind, nehmen Christen, Juden oder Atheisten ebenfalls zu Unrecht monolithisch wahr und haben teilweise Ressentiments oder falsche Vorurteile gegen sie – und auch hier spricht niemand von Rassismus, sondern höchstens von Unwissenheit oder davon, dem Unbekannten gegenüber Befremdung zu verspüren oder sich durch etwas Fremdartiges bedroht zu fühlen. Wobei da Xenophobie als Begriff auch nur passen würde, solange es um Vorbehalte gegenüber Migranten geht. Die intellektuellen Islamkritiker greifen jedoch in der Regel nie einzelne Volksgruppen, einzelne Personen oder Länder an – sondern Prinzipien des Glaubens, die mit einem europäisch-aufgeklärten Rechtsstaat und modernen Verständnissen von Menschenrechten nicht übereinstimmen, und fordern eine Reform dieser Prinzipien. Nicht umsonst sind die schärfsten Islamkritiker selbst Moslems oder ausgetretene Ex-Moslems, und stammen aus islamischen Ländern. Denen kann man ja wohl kaum Rassismus vorwerfen, oder?

    Warum also im Zusammenhang mit dem Islam den Begriff Rassismus verwenden? Meiner Meinung nach wird der Begriff somit mißbraucht, um damit die Kritiker mundtot zu machen und in die rechte Ecke abzudrängen – was natürlich nicht gelingen kann, wie oben aufgeführt.

    Von daher – warum sucht ihr euch nicht einen anderen Begriff für das betrachtete Phänomen?

  4. das ist lustig, wenn wir sowohl im Phil-fak-forum als auch hier die gleiche Konversation führen. Ich muss lachen 🙂
    Also erneut: Sehr gute Fragen. Dafür ist die Tagung da 🙂

    Muss leider weitermachen. Irgendwo ist man ja auch Student und kann nicht jede Plattform, auf der man was postet, auf Antworten weiterverfolgen.
    LG

  5. Um die Phil-fak-Forum-Diskussion hier zu vervollständigen:

    „Also erneut: Sehr gute Fragen. Dafür ist die Tagung da“

    Das erfahr ich gewiss nicht auf der Tagung, da auf der Tagung nur ausgewiesene Islamverteidiger teilnehmen. Wer sich nicht mal die Mühe macht, einen Schein von Objektivität zu wahren, indem man Gäste von beiden Seiten einlädt, der braucht auch nicht ernst genommen zu werden.

    Oder wer würde eine Konferenz von Kommunisten und Linksautonomen zum Thema Bankenrettung schon objektiv nennen können (die selbigen mal ausgenommen)?

    Die ganze Sache ist somit eine einzige Farce, und wer solche Leute ernst nimmt, sollte erstmal drüber nachdenken, warum auf dieser Konferenz kein Bassam Tibi, kein Henryk M. Broder, keine Ayaan Hirsi Ali, kein Matthias Küntzel, kein Hans-Peter Raddatz und auch sonst keine ernstzunehmende oder auch nicht ernstzunehmende Stimme vertreten ist, die das Dogma vom friedlichen Islam und seinen bösen Feinden nicht mittragen.

    Scheuen die veranstalter wohl die Diskussion? Oder wollen sie eine Diskussion absichtlich vermeiden? Wollen sie vielleicht durch eine Reihe einseitiger Beiträge eher Meinungsmache anstatt einer tatsächlichen Analyse betreiben?

  6. Boah Kacke!!! Warum spricht dieser E.T. eigentlich immer und überall gegen alles! Ich hab noch nie ein freundliches Wort von ihm vernommen. Das ist einfach nur lächerlich, die gesamte Unileitung ist sogar schon amüsiert!

  7. Warum sprichst du immer von „ihr“? Wen meinst du damit jetzt eigentlich genau? => allgemeine Paranoia vor den Neomarxisten?

    P.S.: Ich freue mich, dass es so eine Veranstaltung gibt. Leider bin ich an diesem Tag verhindert.

  8. Na selbstverständlich, sobald den Linksaktivisten hier was nicht passt, wird jede kritische Stimme ignoriert oder ins Lächerliche gezogen – hauptsache man braucht sich nicht mit anderen Meinungen auseinandersetzen, im besten stalinistischen Stile: Wer nicht auf Parteilinie ist, soll verschwinden.

  9. Ihr muesst zugeben, sein Ziel alle Leute zu provozieren klappt doch hervorragend. Wir haben in seinem anderen Kommentar ja gelernt, dass sein auffaelliges Verhalten aus gekraenktem persoenlichem Stolz und einem Gefuehl der Zuruecksetzung entstanden ist:
    E.T.: „Ich habe das Mitarbeit durchaus versucht – und fertige Konzepte unter anderem für WISO-Studiengänge entworfen,…“ und danach: „Ich kann dir/euch gerne mal eine kleine Excel- oder Powerpointdatei zuschicken mit einer möglichen Neustrukturierung, die mir als ein Anfang vorschweben würde“

    Das Problem ist also, das seine Vorschlaege fuer die Neuordnung der Welt nicht umgesetzt wurden. Da waere ich auch gekraenkt und wuerde nur noch staenkert *g*

    Und eigentlich muss man nur seine Argumentation konsequent zu Ende fuehren. Wir sind alles Kommunisten, Stalinisten oder ein anderes Wort dass er irgendwo aufgeschnappt hat, mit der Begruendung dass wir zusammen eine andere Meinung als er vertreten. Wenn wir ihm nun alle zustimmen, ist er Teil der stalinistischen Parteilinie die alle anderen unterdruecken will, und schon koennen wir ihn mit seiner eigenen Argumentation auch als Kommunist beschimpfen 🙂

  10. Und Leute mit so einer kindischen Logik kommen also nach Harvard? Ich kenn dich zwar nur flüchtig seit 2007, aber da hätte ich schon mehr erwartet, wenn du dich schon zu Wort meldest.

    Z.B. dass auch nur einer hier mal Argumente bringt. Aber genau das tut keiner – und ich muss mich immer wieder fragen, warum. Vielleicht weil ihr nicht anders könnt, als unter der Gürtellinie zu operieren, weil euch wirkliche Argumente fehlen?

  11. Interessanterweise wurden (meine und andere) Argumente von dir bisher mit unangemessener Polemik und an Beleidigung grenzenden Vermutungen kommentiert, da sehe ich keine Veranlassung weiterzumachen, ich kann meine Zeit auch anders verschwenden. Wenn du allerdings echtes Interesse hast, und es schaffst einmal eine Antwort ohne die Worte „linksradikal“, „Kommunismus“ und Vermutungen ueber die Verschwoerung aller Studierendenvertreterinnen und -vertreter gegen dich zu schreiben, kann ich gerne weitere Argumente nachlegen.

  12. Gut, dann fangen wir mal an:
    Neben der wortgebenden, engen biologistischen Herkunft von „Rassismus“ aus der Definition der Diskriminierung ueber die zugehoerigkeit einer (meist phaenotypisch erkennbaren) Volksgruppe, wir in den modernen Rassismusbegriff auch Diskriminierung aufgrund des kulturellen und religioesen Hintergrundes einbezogen.
    http://www.springerlink.com/content/p48h1484q1q67301/

    Zu deinem zweiten Punkt, sicherlich mag es sein dass sich manche Menschen gesellschaftliche Tabus zu nutze machen, und pauschalistisch alle Kritik als Rassismus brandmarken. Aber es kommt durchaus darauf an, wie man seine Kritik vorbringt, und in welchem Kontext. Die Botschaft ist das sinngebende, nicht die Worte alleine. Die Frage ist immer warum jemand eine kritische Aeusserung vorbringt. Und dieses Phaenomen bezieht sich keineswegs alleine auf den Islam odert auf Religion als einziges Thema.

    Extremes Beispiele: Es ist das eine, aus philosophischer Sicht Kritik an Punkten im Werte/Normensystem einer Religion vorzubringen, und das andere wenn dies ein rechtsgerichteter Politiker in eine Rede vor seiner Klientel einbaut. Dem einen geht es um eine intellektuelle Auseinandersetzung, dem anderen darum mit einer im Wortlaut korrekten Formulierung (obwohl das meistens eh nicht klappt) Ressentiments bei anderen zu schueren.

  13. Es macht einen Unterschied, ob wir von Rassismus als Diskriminierung aufgrund kultureller oder religiöser Hintergründe sprechen (das würde ich mit einigem Kopfschütteln noch hinnehmen), oder ob wir Kritik an Glaubensinhalten und ihrer Praktizierung als Rassismus diffamieren, um sich ihr nicht stellen zu müssen. Mit einer weichen Definition des Begriffs geraten wir in eine sehr breite Grauzone, in der so ziemlich alles, von der Mohammedkarikatur bis zum schiefen Blick an der Straßenecke, als Rassismus und „rechtes Gedankengut“ durchgehen könnte. (Wobei sich dabei noch die Frage stellen müsste, warum rechtes (nicht rechtsextremes) Gedankengut schlimmer sein sollte als linkes, was aber eine andere Diskussion wäre). Von so einer Definition braucht man nichts zu halten, da sie dann jeden und alles treffen würde – unabhängig von Herkunft oder Religion.
    (PS: Zur Begriffsdiskussion kommen ich im letzten Abschnitt nochmal zurück)

    Auch eine ganz andere Frage wäre, ob Islam „nur“ eine Religion oder nicht auch eine politische Ideologie darstellt. Darf der Islam NUR aus philosophischer/theologischer Sicht kritisiert werden? Oder sollte z.B. der politische Islam in Deutschland nicht auch als solcher kritisiert werden dürfen?

    Schauen wir uns unsere Konferenz also mal an. Soll hier die NPD kritisiert werden? Die DVU? Die REP? Nein eben nicht. Diejenigen, denen wirklich so was wie Rassismus unterstellt werden kann, gelten eh (und zurecht) als außerhalb der Diskussion.

    Soll es also um Diskriminierung im Alltag gehen? Darum, dass jemand der südländisch aussieht oder nicht akzentfrei spricht, schlechtere Aussichten auf dem Arbeitsmarkt hat? Das wäre auf alle Ausländer bezogen, nicht nur auf Moslems.
    Darum dass in breiten Bevölkerungsschichten beim Wort Islam gleich Gedanken an Terrorismus, Messerstechereien vor Diskos und Ehrenmorde hochkommen? Das wären Ressentiments, die durch eine hohe Zahl tatsächlicher Vorkommnisse dieser Art geschürt wurden. Nein auch darum geht es bei dieser Konferenz vermutlich nur am Rande, quasi als Auswirkung dessen was dort wirklich kritisiert werden soll.

    Worum geht es bei dieser Konferenz dann? Genau de von dir angesprochenen Definitionen von Rassismus passen ganz und gar nicht zur Rednerliste. Und das ist das Kernproblem. Es geht darum, gerade diejenigen, die den Islam von philosophischer/theologischer/inhaltlicher Seite her angreifen, mundtot zu machen, und nicht darum, Argumente gegen irgendwelche Nazis vorzubringen.
    Warum ich mich zu solchen Aussagen versteige? Schaut auf die Rednerliste.

    Herr Benz, Antisemitismusforscher. Was hat der mit dem Thema überhaupt zu tun? Scheinbar nichts. Aber im Januar tobte ein Streit durch die deutschen Zeitungen, mitausgelöst durch Benz. Er vertritt nämlich die Auffassung, Islamophobie (er selbst (!) benutzt dafür eher den Begriff Islamkritik) wäre gleichzusetzen mit Antisemitismus. Nun, Antisemitismus basiert zu 98% auf einem Konvolut von Verschwörungstheorien. Islamophobie ist eher eine ablehnend-feindliche Haltung gegenüber dem Islam, die sowohl aus Fremdenfeindlichkeit, aus religiöser Intoleranz, aus der Sorge um die nächtliche Sicherheit in unseren Städten oder aus Wut über die Undankbarkeit, Ablehnung und Intoleranz seitens einiger islamischer Gruppierungen gegenüber der sehr toleranten, säkularen und offenen westlichen Gesellschaft kommt (aber man stelle sich vor, jemand würde eine Konferenz über die Intoleranz „des Islams“ abhalten….). Diese Vorbehalte mit Antisemtismus zu vergleichen, dessen antijudaistisches Gesicht in Deutschland eigentlich seit dem 19. Jahrhundert praktisch nicht mehr vorhanden ist und durch eine Mischung aus rassischem Antisemitismus und Weltverschwörungstheorien abgelöst sowie durch den sogenannten Antizionsismus ergänzt wurde, ist mindestens fraglich, da der Antisemitismus mit der Religion des Judentums nichts zu tun hat. Und gerade angesichts des fanatischen islamischen Antisemitismus im heutigen Europa, der sich nicht „bloß“ gegen Israel und seine Existenz, sondern explizit gegen Juden und jüdische Einrichtungen wendet, erscheinen die Äußerungen von Prof. Benz geradezu absurd. Dennoch wurde er eingeladen, und keiner seiner Kritiker.

    Daneben haben wir Frau Schiffer. 4 Semester Islamwissenschaftsstudium sollen sie dafür qualifizieren hier zu sprechen? Kaum. Eher die Position als Medienwissenschaftlerin. In den Medien werde ja ein Feindbild Islam aufgebauscht. Nun, über ihre Nähe zur Linkspartei brauchen wir ja nichts zu sagen (obwohl sie auch schon mal bei der Burschenschaft Germania aufgetreten ist). Hier kann man sich die Frau live antun:
    http://www.youtube.com/watch?v=dwYVRzxL7hM

    Eine Muslimin, die im Gerichtssaal ermordet wird, ist für sie islamophober Rassismus, die weltweit Hunderte oder Tausende von Islamisten aus religiösen Gründen ermordeten Nichtmoslems jedes Jahr interessieren jedoch nicht. Aber gut, jeder kann sich seine Meinung aus dem Video bilden, also bohren wir mal weiter.
    Auch Dr. Schiffer hat einiges publiziert – u.a. ein Buch zu „Antisemitismus und Islamophobie“. Aber das Thema hatten wir bei Prof. Benz schon. Der Antisemitismus richtet sich explizit nicht gegen Glaubensinhalte, sondern versucht, die jüdische Bevölkerung persönlich anzugreifen, individuell wie kollektiv, während die Islamkritiker, die Islamhasser, die islamophoben Hetzer etc. unabhängig vom Niveau ihrer Beiträge in der Regel den Glauben direkt angreifen, Glaubensinhalte und insbesondere Koransuren als Beweismittel sehen – und keine direkten Lügen wie „Die protokolle der Weisen von Mekka und Medina“ auftischen. Das kann der „Hassprediger der Aufklärung“ wohl besser formulieren als ich:
    http://www.welt.de/politik/deutschland/article5823155/Islamkritik-ist-nicht-vergleichbar-mit-Judenhass.html
    Siehe auch hier:
    http://www.welt.de/politik/ausland/article5899889/Der-Islam-hat-ein-Problem-mit-sich-selbst.html
    Das sind zwei vermutlich rechtsradikale Hetzer. Oder um weniger polemisch zu werden: Genau gegen diese Menschen wettert Frau Schiffer. Nicht gegen Glatzköpfe in Springerstiefeln, die mit Wahlplakaten, auf denen „Gute Heimreise“ steht, Wahlkampf machen, sondern gegen Menschen, die auf die Unvereinbarkeit vieler islamischer Glaubensinhalte mit dem Grundgesetz und auf mangelnde Integration von Muslimen hinweisen, und teilweise weniger Toleranz gegenüber der Intoleranz fordern.
    Nun gut, nächstes Thema. Die gute Frau vertritt das sogenannte „Institut für Medienverantwortung“. Klingt wissenschaftlich, ist aber nur ein kleine private Organisation in Erlangen in der Nähe des Bahnhofs, hat rein gar nichts mit unserer Uni zu tun. Die einzige Funktion dieses „Instituts“ scheint die Untermauerung des Namens von Dr. Schiffer als seriöse Gestalt zu sein. Hier der Webauftritt: http://www.medienverantwortung.de/
    Dass Frau Schiffer dem iranischen Staatsrundfunk Interviews gab, in denen sie von einer verschwörerischen Kampagne der deutschen Regierung gegen Muslime sprach, um die Bereitschaft für Kriege gegen islamische Staaten zu führen, braucht einen dann auch nicht mehr verwundern.
    Hier zum Lesen oder als MP3 zum Anhören:
    http://german.irib.ir/index.php?option=com_content&view=article&id=25601:interview-mit-frau-dr-sabine-schiffer&catid=14:interviews&Itemid=13
    Die Deutschen würden gehirn-gewaschen, die Anschläge des 11. September hätten nichts mit dem Islam zu tun, sondern seien sozial durch Armut und Krieg begründet, obwohl sie von wohlhabenden und gebildeten jungen Männern begangen wurden, das Eintreten für Frauenrechte in islamischen Ländern und insbesondere im Rahmen des Afghanistaneinsatzes sei Kriegspropaganda, etc.etc. Woanders schrieb sie, der Afghanistankrieg diene nur den Ölinteressen der USA und dem Machterhalt des Dollars (als ob dieser von etwas turkmenischem Öl abhängen würde).

    Für eine weitere ihrer Theorien, nämlich dass der Polizist im Dresdner Gerichtssaal, der den Mann der Ermordeten angeschossen hatte, absichtlich gehandelt habe, ist sie wegen übler Nachrede mit einem Strafbefehl der Staatsanwaltschaft bedacht worden.
    http://www.abendzeitung-nuernberg.de/nuernberg/lokales/155995
    Auch hier: Der Rassismusvorwurf. Der wird heutzutage anscheinend ziemlich inflationär benutzt (siehe auch den Fall aus Schweden, wo ein Moslem 6000€ zugesprochen bekam, weil er von einem Unternehmen rassistischerweise nicht angestellt wurde, seiner Meinung nach weil er sich weigerte, beim Vorstellungsgespräch einer Frau die Hand zu schütteln). Aber das Urteil gegen Frau Schiffer sei aus ihrer Sicht eine Beschränkung ihrer Meinungsfreiheit. Das heißt, sie darf anderen menschen Rassismus vorwerfen, und das fällt unter Meinungsfreiheit, sie selbst geht jedoch gegen teilweise polemische Islamkritik auf ihren Konferenzen als „Rassismus“ vor.

    Dass Benz und Schiffer nicht das erste Mal solch eine gemeinsame, widerspruchsfreie und einseitige Veranstaltung organisieren, dürfte auf der Hand liegen: http://www.doew.at/aktuell/mitt/191_rez2.html

    Hier noch ein Ort, an dem sich Frau Schiffer austoben konnte:
    http://www.anis-online.de/1/rooms/sabineschiffer/index.htm
    Nahezu jeden zweiten ihrer Beiträge könnte ich aus dem Stand auseinandernehmen, was die Faktenlage angeht, ohne auch noch auf mögliche Interpretationen einzugehen.
    Der Seitenbetreiber ist übrigens Anis Hamadeh, Sohn eines Palästinensers und eingefleischter Israelhasser, der die Welt mit Theorien über die israelische Verschwörung zum Völkermord an Palästinensern durch die zionistischen Eroberer aufklärt und absolut jedes Ereignis in der nahöstlichen Geschichte der letzten 120 Jahre als zionistische Kampagne gegen die unschuldigen Palästinenser darstellt und Israel mit dem deutschen Naziregime vergleicht. Aber dem Mann Rassismus, Hetze, Geschichtsfälschung oder sonst irgendetwas vorzuwerfen käme ja niemandem in den Sinn, am allerwenigsten Frau Schiffer oder ihren Rassismuskonferenzen. Der Mann ist übrigens mit dem HWK-Verlag verbunden, bei dem Frau Schiffers jüngstes Machwerk erschienen ist, laut dieser Quelle soll er der Pressekontakt des HWK-Verlags sein: http://www.wadinet.de/blog/?p=1623
    Dort finden sich auch ein paar weitere Details zu Frau Schiffer: Ihr Auftritt vor einer Burschenschaft Germania, beworben von einem rechtsgerichteten Verlag, bei dem z.B. Jörg Haider veröffentlicht hat und noch viel extremere Gestalten und der zu europäischen Naziseiten verlinkt, und organisiert von der Hamburger SWG, einer Organisation die von der „Holocaust-Industrie“ spricht.
    Gut, lassen wir Frau Schiffer nun mal in Ruhe.

    Ein kurzes Zwischenfazit: ich wiederhole meinen Vorwurf, dass diese Veranstaltung nur der einseitigen Desinformation der Bürger dient, und keineswegs einen Anstrich von Glaubwürdigkeit oder auch nur teilweiser Objektivität beanspruchen kann.

    Kommen wir zu Herrn Aiman Mazyek. Selbstverständlich sollte man bei einerm Thema wie Rassismus gegen Muslime einen Vertreter der Muslime einladen, als Generalsekrätar ihres Zentralrats ist er bestens dafür geeignet. (Wo ist dann aber ein Vertreter des sogenannten Rassismus? Wie wärs mit Mina Ahadi, Gründerin des Zentralrates der Ex-Muslime?)
    Herr Mazyek ist dafür bekannt, bei jeder sich bietenden Gelegenheit von Diskriminierung und Islamophobie zu sprechen, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Schweizer Minarettverbot (das, da es nicht die Grundsätze des Islams betrifft, auch nicht als rechtswidrig bezeichnet werden sollte) und bei sehr vielen anderen Gelegenheiten. Das ist auch sein gutes Recht, allerdings sollte er sich auch gefallen lassen, bei solch einer Veranstaltung als Vertreter des Zentralrates wahrgenommen zu werden, und somit einer Lobbyorganisation (nicht im negativen Sinne, Lobbys hat fast jeder und jedes und sie sind wichtig für eine Partizipation an demokratischen Willensbildungsprozessen). Dies disquaifiziert ihn jedoch als objektiven Redner – auch er ist nur der Vertreter einer Seite der Medaille.
    Bleibt also weiterhin die Frage nach der anderen.

    Ich bin nun weit vom Thema der Diskussion des Rassismusbegriffs abgekommen. Ich würde deiner Definition durchaus zustimmen, WENN sie allgemein gültig wäre. Aber spricht jemand von Rassismus, wenn ein puritanisch-sittliches evangelikalisches Gesellschaftsbild angefeindet wird? Spricht jemand von Rassismus, wenn Sunniten und Schiiten sich gegenseitig als Ungläubige bezeichnen und zur gegenseitigen Ermordung aufrufen? Spricht jemand von Rassismus, wenn in Indonesien Nichtmoslems abgeschlachtet werden? Spricht jemand von Rassismus, wenn in Zentralasien wahhabitische oder deobandische Moslems den klassischen, mit regionalem Schmanentum und Sufismus angereicherten und außerordentlich toleranten Islam Zentralasiens auszulöschen versuchen? Nein. Niemand spricht in solchen Fällen von Rassismus. Alles mögliche – von Religionsstreitigkeiten über Antitheismus, Intoleranz, religiös motivierte Massaker – alle möglichen Begriffe, aber nicht Rassismus. Und in anderen Ländern und Kulturkreisen kommt auch niemandem die Idee, das als Rassismus zu bezeichnen – als Ressentiments, Vorurteile, Hetze, aber das Wort Rassismus ist in dem Zusammenhang kaum angebracht. Wird jedoch von unseren Konferenzteilnehmern völlig selbstverständlich benutzt – solange es um den Islam geht. Sobald es um Kritik an Juden geht, versteckt man sich hinter Antizionismus oder nennt es bein Namen: Antisemitismus, bei Christen ist Kritik eine aufklärerische Bewegung gegen stockkonservative religiöse Fanatiker aus dem Mittelalter, aber sobald es zu Kritik am Islam kommt soll es Rassismus sein?
    Wie gesagt, ich hätte nichts einzuwenden gegen diesen modernen Rassismusbegriff, aber mein Eindruck ist eben der, dass er nur in diesem einen Zusammenhang benutzt wird, um Kritiker aus mir nicht verständlichen Gründen mundtot zu machen. Und Broder, Kelek, Ahadi etc. in die rechte Ecke zu schieben – nun, das dürfte ein schwieriges Unterfangen werden.
    Übrigens: Die von dir verlinkte Seite aus dem Buch beschreibt ganz andere Vorgänge, als die moderne Islamkritik. Die wendet sich nicht gegen die Individuen, sie wertet den Islam nicht ab und erklärt sich nicht für die höherwertige Gruppe, und agiert nie als Täter – es sind nicht die Islamkritiker, die Moslems bedrohen, sondern diejenigen, die selbst um ihr Leben fürchten müssen, wie Mina Ahadi und Kurt Westergaard. Sie setzen die kulturellen Unterschiede nicht zum Nachteil der Moslems ein, sondern verdeutlichen die Nichtakzeptanz wesentlicher Kernelemente unserer Gesellschaften bei vielen Moslems, wie des Rechtsstaates, der Trennung von Staat und Kirche, des staatlichen Gewaltmonopols und der säkular-staatlichen Jurisprudenz. Sie kämpfen nicht für fanatische europäische, deutschnationale, christliche oder kommunistische Vorstellungen, sondern für klassisch linksliberale Werte wie Menschen- und Bürgerrechte, insbesondere Frauenrechte und Rechte religiöser, ethnischer oder sonstiger Minderheiten, und kritisieren die zu weit fortgeschrittene europäische Toleranz gegenüber der Intoleranz. Sie kämpfen nicht gegen das Andersartige, und heißen alle Kulturen willkommen – auch islamisch geprägte Kulturen in all ihrer Vielfalt, von Marokko bis Indonesien, von Bosnien bis Jemen. Niemand außer den wirklichen Rassisten wendet sich gegen Musik, Gerichte, Kleidung, Architektur, Sprachen oder religiöse Vorstellungen all dieser Menschen als kulturelle Gesamtheit – solange sie sich an unsere rechtsstaatliche Normen halten. Kritisiert werden jedoch auch viele Glaubensinhalte, sobald sie in die Praxis umgesetzt werden – Tierschützer kritisieren das Schächten, Frauenrechtler die Diskriminierung von Frauen, die Aufzwingung von Bekleidungsvorschriften (damit meine ich nicht bloß das freiwillig-anerzogene Tragen des Kopftuchs, sondern insbesondere expliziten Zwang zu diversen Formen der Verschleierung, und das ohne auch nur eine religiöse Grundlage, sondern als schlichte Befolgung patriarchalisch-tyrannischer Strukturen) und Zwangsehen, bei afrikanischen Ländern kommen weibliche Genitalverstümmelungen dazu, und dazu die Themen häusliche Gewalt oder Gewalt und Drohungen gegenüber nach Freiheit strebenden Familienmitgliedern. Niemand zwingt ihnen unseren Lebensstil auf (wobei es „unseren“ Lebensstil nicht gibt, ich bin sicher dass z.B. mein Lebensstil von dem Philipps sehr weit abweicht, so dass wir schlußendlich 82 Millionen Lebensstile in Deutschland haben) – aber sobald ein Erwachsener (oder auch nicht erwachsener) Mensch nicht die Freiheit hat, sich seinen Lebensstil auszusuchen, weil er oder sie gewaltsame Konsequenzen fürchten muss, ist ein wenig polemische Kritik doch wohl durchaus angebracht, oder etwa nicht?
    Ja es gibt in Deutschland auch eine Islamhasserszene, die jedoch sehr inhomogen ist. Neben Nazis, christlichen Fanatikern und Dummschwätzern besteht sie jedoch zu gewissen Teilen aus aufgeklärten, demokratisch eingestellten und gemäßigt konservativen oder linksliberalen Menschen. Die alle als Rassisten zu verunglimpfen und in eine Schublade mit der NPD zu stecken ist genauso falsch, wie alle Moslems zu beschimpfen oder anzufeinden. Wer weniger Toleranz gegenüber der Intoleranz fordert, sollte nicht als Rassist an den Pranger gestellt werden. Und das ist genau das, was die Teilnehmer dieser Konferenz durch ihren Titel vermitteln, vermutlich ohne es selbst auszusprechen.

    Entschuldigung für den langen Beitrag, und falls ich an einigen Stellen sehr polemisch wurde, dann war das auch so beabsichtigt. Sollte sich jemand beleidigt fühlen, bin ich durchaus bereit, über die ein oder andere Formulierung zu reden. Da dieser Beitrag über google gefunden werden kann, habe ich aus Furcht um körperliche Unversehrtheit einen anderen Nickname angegeben, aber regelmäßigen FAUNA-Lesern dürfte klar sein, von wem er stammt.

  14. ich finde es interessant, wie viel man durcheinander bringen kann, aber du reflektierst. Das gefällt mir. Ich antworte dir bald sehr gern, bitte dich um etwas Geduld, da ich leider nicht so viel Zeit habe, neben Aktivitäten und Studium-das, was mir übrig bleibt aber gerne investiere- wenn auch ich eher persönliche Gespräche bevorzuge, da sie den wahren Kenntnis-und Lesesstand des Gegenüber schnell aufdecken. Im Internet begegnet man zu viel „ich ergoogle mir auf der Basis meiner vorgefertigen Meinung schnell meine Argumente“-Debatten. So wird pft viel durcheinander gebracht.

    Es ist gut, wenn man sich dennoch mit den grundsätzlichen Fragen, die hier aufgekommen sind, auseinander setzt.

    Vielleicht helfen dir die Ausführungen dann ja, dich von deinen diffusen Ängsten zu befreien und schenken dir das nötige Selbstbewusstsein, dich wieder zu dir selbst zu bekennen, anstatt dich hinter einem – lustigen – Nick zu verstecken. Sape aude, du Aufgeklärter! 🙂 Habe Mut! Im Moment bist du sehr schwach, aber was nicht ist, kann ja noch werden, mein Freund! 🙂

    Ich freue mich! Bis bald!

  15. Philipp jemand der sich „aufgeklärter Hassprediger“ nennt, und wird sicherlich meinen Ton verstehen und vertragen. Ich galube auch nicht, dass mein Kommentar irgendetwas abgetötet hätte.
    Manchem kann man nur mit schelmischem Humor begegnen,- denn wenn ich mir ansehe, was hier für nicht unerhebliche Vorwürfe, die jeder im Internet nachlesen kann (und mittlerweile bilden sich auch Entscheidungsträger über google), kundgetan werden, dabei aber selber verzichtet wird sich eindeutig zu positionieren und die Anonymität bevorzugt, kommt mir der Gedanke, dass die Diskussionskultur nicht ganz stimmig ist.
    Ich bin von vornherein identifizierbar und muss für das, was ich schreibe, gerade stehen. Ich erwarte von meinem gegenüber das Gleiche. Dass das im Internet nicht jeder leisten will, ist mir klar,- aber diese Diskussionskultur sich hinter „Ängsten“ versteckend als nolens volens zu reklamieren, finde ich unfair und auch problematisch(, wobei’s mich persönlcih nicht juckt, aber ansprechen tu ichs allemal).

    Einige inhaltliche Punkte, insbes. Bezug zu Antisemitismusforshcung fand ich dennoch interessant, und möchte darauf sehr gerne eingehen. lg

  16. Eine Identifikation des Gespraechspartners ist nicht notwendig. Also wozu? Um doch Druck ausueben zu koennen, wenn die Debatte nicht wie beabsichtigt verlaeuft? Angst vor Anonymitaet ist fast immer Angst vor unangenehmen Argumenten.

  17. Also aus Sicht des Islams muss jeder aufgeklärte Mensch, jeder Freund der Menschenrechte und jeder Humanist ein Hassprediger sein, mal so am Rande erwähnt.

  18. @Tom, @E.T.: Aus der Sicht der Christen allerdings auch. Nur mal so am Rande erwähnt.

    Zumindest, wenn man so platt sein will wir ihr. Wenn’s ein bisschen differenzierter sein soll, dann gilt das für die fundamentalistische Auslegung aller Religionen, aber nicht für alle Religionen.

  19. Natürlich gilt das auch fürs Christentum (allerdings nicht unbedingt für alle Christen). Mit dem Unterschied, dass niemand ernsthaft Konferenzen abhält, auf denen Kritik am Christentum als Rassismus diffamiert wird.

    Des Weiteren hat das europäische Christentum in der Mehrzahl spätestens im 20. jahrhundert endgültig die Realität der Trennung von Kirche und Staat akzeptiert, wie auch die säkulare Rechtsprechung und Bildung und sämtliche organisierten wie freien christlichen bewegungen sind prinzipiell kritikfähig. Das moderne europäische Christentum hat sich zurückgezogen in den privaten bereich und akzeptiert (wenn auch widerwillig) die Existenz und Gleichberechtigung anderer Religionen oder Sekten.

    Man kann Christentum und Islam jedoch nicht direkt vergleichen, wie auch die Bibel mit dem Koran. Beide haben völlig unterschiedliche Ansprüche und völlig unterschiedliche Legitimationen und Entstehungszusammenhänge. Wer das alles als religion abtut, handelt falsch – denn bis auf die Gottgläubigkeit und einige ähnliche Passagen in en Schriften haben Islam und Christentum praktisch nichts gemeinsames.

    Und: das Christentum wurde in einem jahrhundertelangen kampf zurückgedrängt, West- und Mitteleuropa haben sich von diesem Joch befreit. Und nun sollen wir mitten in Europa schweigend zusehen, wie eine andere, noch archaischere und totalitärere Ideologie sich nicht nur breitmacht (was an sich noch keine Katastrophe wäre, wenn auch bedauerlich ist), sondern auch noch versucht unsere aufgeklärte Zivilisation zu untergraben (Schariagerichte in England, No-Go-Areas für Europäer und Polizisten, Parallelgesellschaften und hohe Kriminalität, Ehrenmorde und Zwangsehen, und und und).

    Wie Bassam Tibi in „Der neue Totalitarismus“ sehr schön beschreibt (und sehr viele andere auch), sind die europäischen Linken und Kulturrelativisten den Islamisten (also dem politischen Islam und diversen dschihadistischen Gruppierungen) auch noch dabei behilflich, alle unsere Fortschritte in Sachen Emanzipation, Säkularisation, Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte zu untergraben – klassisch linke Prinzipien also, die hier von den Mainstream-Linken selbst verraten werden. Kein Wunder, dass neben konservativen viele linke Islamkritiker existieren, wie die Kommunistin Mina Ahadi oder der Sozialdemokrat Broder.
    Ich will mich in diese Themen jetzt aber nicht vertiefen, das geht doch ein gutes Stück off-topic. Vermutlich bin ja eh nur so ein Rassist, über den man eine Konferenz abhalten sollte.

  20. ich habe die beiträge mit spannung gelesen,vermisse aber hier den versprochenen weiterführenden dialog von ayse……

    oder sinds wir krank-wenn ja,dann gute besserung.nicht das der rassismus jetzt zur epedemie wird,grins.

  21. Philipp Schrögel sagte: „Es ist das eine, aus philosophischer Sicht Kritik an Punkten im Werte/Normensystem einer Religion vorzubringen, und das andere wenn dies ein rechtsgerichteter Politiker in eine Rede vor seiner Klientel einbaut.“

    Wie ich sehe, warst Du ja „Senator“ (in „bester“ römischer Tradition). Dein Elitedenken, wonach solche Fragestellungen nur in wissenschaftlichen Elfenbeintürmen diskutiert werden dürfen, teile ich nicht. Wenn die „Eliten“ versagen und der Politiker für seine Meinung eine Mehrheit sucht, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Dinge beim Namen zu nennen.

    Es geht also nicht darum, WO Kritik geübt wird, sondern WIE Kritik geübt wird.
    Schließlich sind wir doch angeblich eine offene Gesellschaft, wo niemand ausgeschlossen sein soll, seinen Senf dazu zu tun.

  22. Die Trennung von Kirche und Staat gab es schon vor 1000 Jahren in Europa. Informieren wäre angebracht.
    Und der Kerngedanke des Menschenrechts entwickelte sich im Christentum zusammen mit dem hellenistisch-römischen Erbe.

    Fritz

  23. @Fritz: „Die Trennung von Kirche und Staat gab es schon vor 1000 Jahren in Europa. Informieren wäre angebracht.“

    Wo? Im HRR jedenfalls nicht (das trägt die Nicht-Trennung ja sogar im Namen), in Frankreich nicht, in England nicht, im Kirchenstaat natürlich nicht. Nenn doch mal Beispiele, wo 1010 die Trennung von Kirche und Staat in Europa bestand.

    Und der Kerngedanke der Menschenrechte hat sich in Abgrenzung zum Christentum entwickelt und wurde entschieden von diesem bekämpft, vor allem von der katholischen Ausprägung. Was nicht heißt, dass sich die Menschenrechte nicht auch aus der Bibel begründen lassen, genauso wie aus der Thora, dem Koran oder anderen religiösen Schriften. Das ist immer eine Frage der Interpretation und davon, auf welche Textstellen man genau zurückgreift.

  24. Die Unterscheidung zwischen kanonischer und weltlicher Gerichtsbarkeit gab es schon im Mittelalter, ich verweise da auf eine Seite die das erwähnt:

    http://www.trivium-bernau.de/internet/doku/doku.php?id=gerichtsbarkeit&DokuWiki=6a5093ef0e26698a50931514e583f255

    Da es so etwas wie einen Staat damals nicht wirklich gab, gab es auch keine Verfassung und so etwas wie die heutige Trennung von Kirche und Staat auch nicht. Insgesamt waren alle religöser würde ich sagen. Das gesamte Mittelalter besteht quasi aus dem Machtkampf zwischen Königen und Päpsten. So wurden Päpste abgesetzt, Könige exkommuniziert und so weiter. Bekannt sollte der Investiturstreit sein:

    http://de.wikipedia.org/wiki/Investiturstreit

    Man konnte sogar auf eine Aussage von Jesus zurückgreifen:
    „Gebt dem Kaiser zurück was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist.“

    Sie können weiterhin einwenden das dies nicht wirklich eine Trennung von Kirche und Staat ist, aber im Gegensatz zu den Theokratien vorher (und in islamischen Ländern grösstenteils auch bis heute vorhanden) war es ein riesiger Fortschritt. Und dieser hat eben mit der Philosophie des Christentums zu tun.

    Der Kerngedanke der Menschenrechte entwickelte sich NUR in Europa und zwar auf der Basis unserer Abendländischen-Christlichen Kultur. In vielen anderen Ländern ist das Konzept bis Heute nicht bekannt, oder wird nur bekannt durch das Vorbild Europas und Nordamerikas. Dies hat Gründe. Erstens war das Christentum eine ehemalige Sklavenreligion, sie nahm alle an. Dazu gibt es auch die Aussage das „Vor Gott alle gleich sind“, oder der Grundgedanke das sowohl König als auch der Bettler (früher Sklave) sterben werden.

    Zweitens war es in unserer Kultur möglich, weil die Bibel narrativ ist, im Gegensatz zum Koran. Hinterfragung und Neuintepretation waren möglich und trotz der blutigen Machtkämpfe waren diese auch akzeptiert.

    Drittens war das Christentum offen für Römisches- sowie Hellenistisches Wissen. Es waren Christliche Mönche die Griechische Schriften übersetzten, mit Platon und co argumentierten und das Recht weiterentwickelten. Oder schlicht „den Mathematischen Beweis“ als Axiom akzeptierten. Etwas was lange Jahrhunderte im Islam nicht anerkannt worden ist.

    Die Menschenrechte kann man nicht aus dem Koran rauslesen, erstens deswegen weil Freidenken im Islam verboten ist (versuch mal den Koran zu „intepretieren“, das ist verboten) und zweitens weil Wissenschaft keinen hohen Stellenwert im Islam hat. Philosophie und co wurden sogar als Unislamisch verboten. Und die wenigen Islamischen Wissenschaftler wurden vergessen, ihre Bücher verbrannt und sie bewirkten nichts im Islamischen Ländern, ganz im Gegenteil dazu die Reaktion der Mönche in Christlichen Ländern.

    Und auch sonst zu empfehlen:
    http://fjordman.wordpress.com/2009/11/10/warum-haben-die-europaer-die-moderne-welt-geschaffen-teil-1/ ff

    Fritz

  25. Solides mittelalterhistorisches Halbwissen ist immer schön. Ein paar (kurze) Anmerkungen:

    1. Mittelalterliche Herrscher leiteten ihren Machtanspruch von Gott ab, sahen sich gleichzeitig als Schutzherren der Religion und gingen entsprechend auch mit der weltlichen Macht gegen sogenannte „Ketzer“ vor (die übrigens in einigen Fällen, auch von der Kirche, weniger aus theologischer als aus machtpolitischer Sicht bekämpft wurden); die Kreuzzüge nicht nur nach Jerusalem sind dafür das wohl nachdrücklichste Beispiel. Das HRR leitet seine Existenz aus dem Buch Daniel (Vierreichelehre und translation imperii) ab und der Kaiser seinen Machtanspruch als römischer Kaiser ebenso. Eine Trennung von Staat und Kirche lässt sich also für das Mittelalter nun wirklich nicht konstruieren (selbst unter der Berücksichtigung, dass der Staatsbegriff sehr weit interpretiert werden muss)

    2. Während im Mittelalter (und nur davon reden gerade, denn das war deine These) in Europa die Wissenschaft von der Kirche und auch der „weltlichen“ Macht massiv bekämpft wurde, wurde sie in den (islamischen) Sarrazenenreichen bewahrt und weiterentwickelt (einige christliche Orden taten dies in der Tat auch, und auch einige Päpste wie „weltliche“ Herrscher waren ausgeprägte Wissenschafts-Freunde – die Grundeinstellung des europäischen Mittelalters war aber wissenschafts-feindlich). Dass sich dies im Laufe der Neuzeit – teilweise gegen den entschiedenen Widerstand der christlichen (v.a. katholischen) Kirche – glücklicherweise verändert hat und heute die „westliche“ Welt aufgeklärt ist, bestreite ich gar nicht.

    3. Dass sich die Trennung von Staat und Kirche aus der Bibel begründen lässt – u.a. mit dem von dir angesprochenen Zitat – ist vollkommen korrekt, das hatte ich auch oben schon geschrieben.

    4. Natürlich ist der Koran interpretierbar. Ansonsten macht die Vielzahl islamischer Glaubensrichtungen ja auch gar keinen Sinn. Dass viele Glaubensrichtungen im Islam für sich den Anspruch erheben, die alleingültige und unveränderliche Koran-Interpretation zu haben und daher andere Interpretationen entschieden bekämpfen (auch gewalttätig), steht dem nicht entgegen. Das ist den christlichen Kirchen aber auch nicht wesenfremd (vgl. Konfessionskriege), allerdings zumindest was die Gewalttätigkeit angeht glücklicherweise weitgehend aus der Mode gekommen.

    5. Die Menschenrechte enthalten natürlich spezifische europäische Schwerpunkte, weil sie dort bzw. in entsprechend geprägten Regionen entstanden sind. Der Kerngehalt der Menschenrechte findet sich aber tatsächlich in allen großen Weltreligionen, wenn auch häufig anders „formuliert“ und teilweise anders akzentuiert. Der Grundgehalt der Menschenrechte war übrigens phasenweise (vor allem im Mittelalter) in der „islamischen“ Welt deutlich weiter verbreitet und respektierter als im christlichen Europa.

  26. Liebe Freunde,
    bitte verzeiht, dass meine Antwort immer noch ausgeblieben ist. Ich hoffe, ihr versteht, dass ich sowohl vor der Tagung als auch jezt danach leider viel mit dem Orga-kram und der Dokumentation aufgehalten bin. Generell bin ich wirklich sehr offen für Diskussion, gerne auch kritische Anmerkungen. Habe mich gerade hieran erinnert, und noch mal drauf geklickt. habe diesen Thread im Hinterkopf.

    Übrigens sind mehrere Artikel in den Erlanger Nachrichten, dazu ein interessantes Interview mit Prof. Bielefeldt in Nünrberger Nachrichten erschienen. Kann man einiges, auch hier aufgeworfene Fragen nachlesen. Werden auch uns bemühen, die Tagung online zu stellen auf eine hübsche Website, um sie breiterem Publikum zur Verfügung zu stellen.

    War insgesamt eine sehr gute Veranstaltung, auch mit kontroversen Diskussionen. Weiß nicht, ob diejenigen, die hier sehr große Bedenken geäußert haben, anwesend waren. Hätte mich jedenfalls gefreut, sie kennen zu lernen. Diese unpersönliche Internet-atmosphäre gefällt mir generell einfach nicht.
    Ich hoffe bis bald und bitte nochmals sehr um Entschuldigung!

    LG,Ayse

  27. hier noch schnell die Artikel. Servus!

    http://www.erlanger-nachrichten.de/artikel.asp?art=1193639&kat=19&man=12

    http://www.erlanger-nachrichten.de/artikel.asp?art=1193655&kat=19&man=12

    Interview mit Prof Bielefeldt:
    Wenn Skepsis gegen Moslems zu Diffamierung wird
    Interview mit Menschenrechts-Professor Heiner Bielefeldt

    NÜRNBERG – Die gegenwärtigen Wochen gegen Rassismus (15. bis 28. März) sollen über Diskriminierung und Ausgrenzung aufklären. Ein Schwerpunkt ist das Verhältnis zum Islam. Darüber sprachen wir mit Prof. Heiner Bielefeldt, Inhaber des Lehrstuhls für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik an der Uni Erlangen-Nürnberg.

    Welche Erscheinungsformen hat der Rassismus heute?

    Bielefeldt: Die Menschenrechtsdebatte hat in den letzten Jahrzehnten die Definition erweitert. Rassismus umfasst nicht nur absichtliche, böswillige Formen der Abwertung und Ausgrenzung, sondern kann auch in Vorurteils-Strukturen bestehen, die uns manchmal gar nicht bewusst sind. Ein Beispiel wären Ausgrenzungsmechanismen, etwa im Bildungssystem, wo Menschen mit Migrationsgeschichte oft nicht richtig zum Zug kommen. Oder denken Sie an strukturelle Ausgrenzungen auf dem Wohnungs- oder Arbeitsmarkt. Das Problem ist also keineswegs auf den rechten politischen Rand beschränkt, wie vielfach unterstellt wird.

    Sie wirkten an einer Fachtagung in Erlangen zum Problem des Islam mit. Ist hier Rassismus erkennbar und wenn ja, in welcher Form?

    Bielefeldt: Rassismus ist ein schwerer Vorwurf, mit dem man nicht leichtfertig umgehen darf. Nicht alle kritischen Rückfragen, die man an Muslime richtet, sind Ausdruck von Rassismus, das wäre ja sonst völlig absurd. Viele Menschen haben solche Fragen, die sollen sie stellen, und manche sind gegenüber dem Islam recht skeptisch eingestellt. Das macht natürlich noch keinen Rassismus aus. Dieser entsteht dort, wo man nicht mehr hinhören will. Rassisten stellen keine Fragen, sondern wissen im Voraus schon alle Antworten. Kennzeichnend für den Rassismus ist außerdem, dass man Menschen nicht mehr als Individuen betrachtet, sondern ihnen eine kollektive Mentalität zuschreibt, etwa eine Verlogenheit: Es gibt ja den Vorwurf, Muslime hätten eine andere Einstellung zur Wahrheit. Wenn Menschen auf solche Weise prinzipiell ausgegrenzt werden, muss uns das alarmieren.

    Sind die Grenzen fließend?

    Bielefeldt: Ja, aber es ist möglich zu unterscheiden. Da, wo echte Fragen (keine bloß entlarvenden Scheinfragen) gestellt werden, verdienen sie Beantwortung. Diffamierungen gilt es hingegen zurückzuweisen. Im Internet werden etwa Horrorszenarien gemalt, dass in Deutschland in 40 Jahren die Scharia herrschen werde. Das hat mit ernsthafter Auseinandersetzung nichts zu tun, auch nicht mit kritischem Fragen, sondern ist pure Angstmacherei und Diffamierung.

    Kann man allgemein sagen, das in unserer Gesellschaft islamfeindliche Tendenzen verbreitet sind?

    Bielefeldt: Ganz sicher ist die Skepsis sehr verbreitet. 60 bis 80 Prozent der Bevölkerung denken laut Umfragen bei Islam an Autoritarismus, Fanatismus, Demokratiefeindlichkeit, und sogar über 90 Prozent assoziieren damit die Unterdrückung der Frau. Das allein ist aber noch kein Rassismus. Dieser ist dann gegeben, wenn man nicht zur Kenntnis nehmen will, dass es wie überall auch unter Muslimen ganz unterschiedliche Menschen und unterschiedliche Haltungen gibt, und dass natürlich alle Menschen sich entwickeln und verändern. Auch der Islam ist Veränderungen unterworfen. Wer Muslimen das abspricht und sie einfach in eine Ecke stellt, der denkt und handelt rassistisch.

    Könnte bei uns eine Volksabstimmung über ein Minarettverbot eine Mehrheit bekommen wie in der Schweiz?

    Bielefeldt: Ich hoffe nicht und bin da einigermaßen optimistisch, dass das nicht der Fall wäre. Ich war überrascht über das Ergebnis in der Schweiz. Dieses hat aber mittlerweile Schockwellen ausgelöst, und vielen Menschen ist deutlich geworden, dass eine längst aus dem Ruder gelaufene Islamkritik schlimme Folgen haben kann. Zugespitzt: Kein Minarett könnte in der europäischen Baulandschaft so fremd wirken wie das Minarettverbot in der europäischen Verfassungslandschaft wirkt. In einer Verfassung, die sich ansonsten mit Grundrechten und Staatszielen beschäftigt, steht dann der lapidare Satz: Minarette sind verboten. Das ist einfach nur peinlich und alles andere als Ausdruck einer freiheitlichen Gesellschaft. Wenn es bei uns eine Abstimmung gäbe, würden sich vermutlich doch zahlreiche Menschen zu Wort melden und dafür werben, dass man die Offenheit in unserer Gesellschaft gegen solche Tendenzen verteidigt.

    Kampf gegen Rassismus kann nicht nur eine Aufgabe dieser zwei Wochen sein. Was ist zu tun?

    Bielefeldt: Wir fangen ja nicht bei null an. Wir haben eine Antidiskriminierungsgesetz
    gebung, die den Opfern von Rassismus Chancen gibt, sich zu wehren und aus ihrem Opferstatus herauszukommen. Besonders gefordert sind Bildungseinrichtungen und Medien. Das Thema Rassismus gehört in die Schulen, und zwar nicht nur eine Woche im Jahr. Es sollte fester Bestandteil der Schulkultur sein, und die lebt man ja jeden Tag.

    Herbert Fuehr
    21.3.2010 21:42 MEZ

    © NÜRNBERGER NACHRICHTEN

  28. Die Artikel sind lächerlich-tendeziös gehalten, was aber angesichts der Autorin kein Wunder ist.

    @Philipp zu Punkt 4: Falsch, die Vielzahl der Richtungen des Islams entstammt keinen unterschiedlichen Koraninterpretationen. Die große Trennung in Sunniten und Schiiten bzw. die Trennung innerhalb der Schiiten waren im Endeffekt Erbfolge- und Machtlegitimationsstreitereien. Die sonstigen unterschiedlichen Strömungen innerhalb der Sunniten sind meines Wissens unterschiedliche Rechtsschulen, die unterschiedlich streng sind. Aber den Koran zu interpretieren, erst recht zu hinterfragen oder einer historischen Ansalyse zu unterziehen ist jedoch nicht möglich.

  29. @E.T.:

    1. Es ist ein Autor, keine Autorin. Soviel zu den Grundlagen deiner Lesekompetenz.

    2. Natürlich wird der Koran interpretiert. Das, was da steht, ist allerdings Gottes Wort und damit unveränderlich und auch nicht hinterfrag- oder relativierbar. Das heißt aber nicht, dass immer eindeutig wäre, was er gemeint hat. Der Streit um das korrekte Verständnis von „Dschihad“ ist da nur ein Beispiel für. Die von dir angesprochenen unterschiedlichen Rechtsschulen laufen im Kern auch unterschiedliche Interpretationen des gleichen Textes hinaus.

  30. Sehr interessant, diese Diskussion habe ich per Zufall gefunden. Ich hatte
    mit Frau Ayse Cindilkaya eine ähnliche Diskussion, die ich (nach überheblich-belustigter Antwort von ihr ohne auf meine inhaltliche Kritik einzugehen) abbrach. Bin ich offenbar nicht der einzige.

    Leider konnte ich wegen einer Norovirus-Attacke nicht zur Tagung gehen, da hätte ich gerne das eine oder andere in die Diskussion gebracht. Hier eine Stellungnahme
    von mir:

    „Vorbehalte und Ressentiments gegen Muslimen – ein neuer Rassismus?“
    Aus Datenschutzgründen habe ich meine Anfrage an den AIB (Ausländer.- und Integrationsbeirat) in die dritte Person umformuliert:

    Der Ausländer.- und Integrationsbeirat der Stadt Erlangen organisiert zum 21.März 2010 eine Fachtagung zum Thema „Vorbehalte und Ressentiments gegen Muslimen – ein neuer Rassismus?“. Diese Tagung wird gefördert und unterstützt vom Interkulturellen Rat und Bundesinnenministerium. Besetzt ist das Podium mit folgenden Fachreferenten:

    Prof. Heiner Bielefeldt (ehemalig Dt. Institut für Menschenrechte, Lehrstuhl für Menschenrechte und Menschenrechtspolitik Universität Erlangen) Prof. Wolfgang Benz (Direktor des Zentrum für Antisemitismusforschung, Berlin) Dr. Sabine Schiffer (Institut für Medienverantwortung). Dazu im Abendpodium Aiman Mazyek vom Zentralrat der Muslime und Dr. Irene Runge aus Berlin.

    Dieses Vorhaben warf für Frank Heinze, einen Stadtrat der Erlanger Linken, bei aller Unterstützung für die Notwendigkeit der Tagung deutliche Fragezeichen auf. Er warb in einer Nachrich an den Beirat für Verbesserungen bezüglich Form und Inhalt der Tagung und sah einige Fachreferenten auch als durchaus problematisch an.

    “Durch die Besetzung des Podiums durch Meinungsvertreter, die fast durchweg die These der sogenannten Islamophobie und des vorgeblichen Rassismus in Bezug auf Muslime verbreiten, bekommt das Schiff dieser Tagung deutlich Schlagseite. Wo sind die Vertreter der Antithese? Ich vermisse z.B. den Zentralrat der Ex-Muslime, Vertreter säkularer Muslime und ForscherInnen und PublizistInnen wie Necla Kelek, Seyran Ates, Hirsin Ali, Bassam Tibi und Mina Ahad. Nur aus These und Antithese erfolgt eine sinnvolle Synthese.”
    Nach bekannten Forschungsergebnissen (von Politikwissenschaftler Dr. Clemens Heini und dem Historiker Dr. Harry Waibel) war Prof. Karl Bosl, der Doktorvater und langjährige Mentor von Prof. Wolfgang Benz, bis in die letzten Kriegstage ein aktiver und überzeugter faschistischer Wissenschaftler. Prof. Karl Bosl war zudem zumindest in den 1960er Jahren in rechtsextremen Kreisen wie dem Witikobund aktiv. Prof. Benz verweigert sich bis heute Diskussionen über dieses Thema.Sehr kritisch mit der Arbeit von Prof. Benz setzt sich auch der Bielefelder Soziologe und Rasissmusforscher Prof. Gess auseinander. Fr. Dr. Sabine Schiffer wurde unlängst vom Amtsgericht Erlangen ein Strafbefehl von 6000€ überbracht, weil sie einem Polizisten rassistische Gründe wegen eines Schusswaffengebrauchs unterstellte. Frau Dr. Irene Runge war 17 Jahre Spitzel („IM“) des Staatssicherheitsdienstes der DDR, sie zeigte u.a. mehrere „Republikflüchtlinge“ an, die daraufhin inhaftiert wurden.

    Frank Heinze schlug daraufhin vor, eine Vertreterin der “Frankfurter Initiative progressiver Frauen”, einem Zusammenschluss säkularer Musliminnen zu dieser Veranstaltung einzuladen.

    “Ich finde es deswegen so interessant, weil das Projekt die Muslimas aus der Opferrolle (in die sie auch häufig durch wohlmeinende HelferInnen gedrängt werden) herausholt und sagt: Schaut her, wir sind auch da! Wenn wir es schaffen, schafft ihr es auch! Löst euch von eurem tradierten Rollenverständnis, lernt, bildet euch und wenn ihr dumm angemacht werdet, wehrt euch! Schickt eure Kinder zur Schule und geht selber in Bildungswerke. Unterhaltet euch mit Frauen anderer Kulturen. Geht einer Erwerbstätigkeit nach, verdient euer eigenes Geld. Organisiert euch gewerkschaftlich. Unterstützt nach Kräften eure Töchter und Söhne, die ihr eigenes, selbstbestimmtes Leben führen wollen. Lasst euch das Paschatum mancher euer Männer und Söhne nicht länger gefallen.

    Das ist gelebter Feminismus, finde ich. So sollte es sein. Wenn der/die ImamIn das unterstützt und den Männern dahingehend ins Gewissen redet, ist es gut. Wenn nicht, ist er/sie zumindest für die Frauen nicht akzeptabel und sie sollten aktiv ihren Einfluss geltend machen, um eine religiöse Wende herbeizuführen.” so Stadtrat Heinze in seinem Anschreiben.

    Eine Antwort des Beirates steht noch aus.

  31. sorry,aber nachdem ich sehe das hier fleißig gelöscht wurde,zeigt mir das auf,das es hier nicht um diskussion geht.

    stell dich vor den spiegel liebe auyse und beantworte dir deine fragen selber,eine antwort läßt sich ja eh nicht herauskitzeln.

  32. Liebe Ayse,

    mach weiter so und ignoriere diese Deppen, die Angst haben,
    dass schlaue Musliminnen und Muslime nicht weiter auf Haupt-
    schulen geschickt werden, sondern Ihnen auf Universitäten Konkurrenz machen.

    Es ist traurig, dass Menschen, die auf Universitäten gehen, nicht verstehen, dass der Islam „auch nur“ eine Religion ist. Dass er für Menschen da ist, die Gott lieben. Mit Religion kann auch Politik gemacht werden, aber eben mit ReligionEN!
    Wenn wir auf diesen kleinen und feinen Unterschied achten: was ist Religion, was daran Politik, dann würden viele schnell merken, dass es keine Vorbehalte gegen den Islam braucht.

    Gute Nacht!

  33. Sehr interessante Studie. Jemand wie E.T. bringt sachliche Argumente und wird nur beschimpft. Noch entlarvender ist der Umgang mit Hassprediger der Aufklärung. Fundiertes Wissen, das anhand vieler Quellen belegt wird. Was machen die zukünftigen Akademiker, die so viel Erkenntnis nicht verarbeiten können: sie konzentrieren sich darauf, ihn wegen seines Nick ins Lächerliche zu ziehen. Diagnose: Hier haben einige eine Wahrheitsphobie und bevorzugen das angenehme mitschwimmen auf der Welle der „richtigen“ Gesinnung.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.