UniSolar-Projekt startet durch

Unter dem Motto „UniSolar – Energiewende auf dem Hochschul- dach“ (mehr im UniSolar-Flyer) macht der Verein UniSolar Erlangen-Nürnberg seit Freitag auf sein innovatives Umweltprojekt aufmerksam. Ziel ist es, konkrete Beteiligungsmöglichkeiten im Bereich des lokalen Klimaschutzes zu schaffen, denn hier sollten gerade die Hochschulen, die gemeinhin als Motoren der Innovation angesehen werden, nicht zurückstehen. So wird eine gänzlich von Studierenden und MitarbeiterInnen der Universität finanzierte Photovoltaikanlage auf einem Gebäude des Departments für Physik installiert. Doch nicht nur das. Zusätzlich handelt es sich bei dem Projekt um eine attraktive Geldanlage, da die studentischen Darlehen wieder hochverzinst zurückgezahlt werden. Die ansehnlichen Konditionen findet Ihr auf http://www.unisolar-erlangen.de/ unter „Das Projekt“.
Jede/r kann also mithelfen, das ökologisch wertvolle Projekt zu realisieren und kann selbst sogar davon profitieren.

Fühlt Euch herzlich eingeladen zu unserem Infoabend am Mittwoch, den 19. Mai, im Ausstellungsraum der Hauptbibliothek (EG) um 19.30 Uhr.
Hier könnt Ihr Euch einen konkreten Eindruck verschaffen und mit den Initiatoren ins Gespräch kommen. Des Weiteren sind wir jederzeit erreichbar unter http://www.unisolar-erlangen.de/ oder der Rufnummer 09134 7073061.
Wir freuen uns auf alle Interessierten!

11 Antworten auf „UniSolar-Projekt startet durch“

  1. Ich bin absolut begeistert, dass dieses Projekt nun an den Start geht.
    Was mir nur etwas unklar ist: Schafft ihr das bis 1.7.2010? Weil je nachdem wie weit ihr schon seid ist das doch eine ziemlich sportliche Zeitplanung…

    Ich hätt jedenfalls gern einen Vertrag 🙂

  2. Freut mich, dass zu hören.
    Die Anlage ist auf jeden Fall bis zum 30. Juni anschlussbereit, so dass wir die jetzige Einspeisevergütung wahrnehmen. Die Module sind auch schon vorbestellt.
    Deinen Vertrag kriegst Du gern, entweder am Mittoch direkt oder per Post.

  3. Was ist denn daran bitte „ökologisch wertvoll“? Das bißchen, was da produziert werden kann, ist dieser Meldung auf fauna kaum wert.

    Und das soll eine lukrative Anlage sein? Von 1000€ innerhalb von 20 Jahren auf ca. 1500-1700€ zu kommen? Jeder, der sich einige Monate lang mit der Lektüre von Fachliteratur beschäftigt, findet Möglichkeiten, deutlich schneller deutlich mehr aus 1000€ zu machen.

    Und was passiert, wenn die Gesetzeslage kippt? Wenn es keine fest zugesicherten Abnahmemengen mehr gibt? Dann sieht der naive studentische Investor sein Geld nie wieder, so siehts aus.

  4. Ich finde es begrüßenswert, dass sich Student/innen „außeruniversitär“ engagieren.

    Von dem Projekt selbst halte ich leider gar nichts.

    Erstens gibt es deutlich effizientere Formen als die PV um Strom mittels erneuerbarer Energiequellen zu gewinnen und zweitens verursacht der schamlose Gebrauch der Einspeisevergütung dramatische Marktverzerrungen, die sich auf die gesamte dt. Volkswirtschaft auswirken.

    Die Strompreise sind in Deutschland kaufkraftbereinigt vor Steuern bereits deutlich zu hoch (EUROSTAT). Mit der Einspeisevergütung, die das EEG garantiert, werden die Strompreise aber weiter massiv steigen:

    Die Strompreise für die Industrie werden von 13,94 ct /kwh im Jahr 2009 geschätzt auf 17,11 ct / kwh (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) im Jahr 2010 steigen. Kostentreiber ist dabei allein das EEG. Auch Verbraucher werden davon nicht unverschont bleiben und letztlich trifft es vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen.

    Natürlich ist Unisolar dafür allein nicht verantwortlich. Ich finde es aber schade, dass solche Projekte auch noch von offizieller FAU-Seite gepusht werden, ohne dass auf die Schattenseiten hingewiesen wird. Den potentiellen Investoren werden dann noch Schlagworte geliefert, die gezielt an das schlechte Gewissen appelieren „schafft Arbeitsplätze“, „für die Umwelt“ – der Gesamtnutzen ist und bleibt aber negativ.

  5. @M.G.:

    Man kann die PV-Förderung durchaus kritisieren. Allerdings sollte man die richtigen Argumente verwenden.

    Korrekt ist, dass es deutlich günstigere Möglichkeiten in Deutschland gibt, EE-Strom zu produzieren, insbesondere Wind (mit allerdings zunehmend erschöpftem Potential) und Biomasse.

    Richtig ist, dass die Strompreise in Deutschland höher liegen als sie liegen müssten. Dies liegt aber weniger am EEG (und auch weniger an Steuern) als vielmehr an der Marktmacht der vier großen Stromproduzenten (vgl. diverse Veröffentlichungen aus der FAU).

    Einen Anstieg der Strompreise um 22% prognostiziert niemand für 2010.

    Grundsätzlich sollte man sich davor hüten, allzu moralisch zu argumentieren. Wer das EEG nutzt, handelt nicht „schamlos“ (wofür sollte er sich schämen), sondern er nutzt eine vorhandene Möglichkeit zum Geldverdienen. Das Problem sind (wie übrigens auch bei den Banken) nicht die handelnden Individuen und deren Moral, sondern die Frage, wo Gewinnmöglichkeiten zugelassen oder nicht zugelassen werden.

  6. Der zitierte Anstieg bezieht sich auf Großverbraucher der Industrie. Und die Quelle für den prognostizierten Anstieg wurde ja auch mitgeliefert. So auch nachzulesen gewesen im Handelsblatt vom 14.04.2010 (http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/preisexplosion-boom-der-erneuerbaren-energien-belastet-industrie;2580730).

    Also bitte weiter sachlich bleiben, bevor man mit Killerphrasen a la „Einen Anstieg der Strompreise um 22% prognostiziert niemand für 2010“ dagegenschießt. Natürlich kann man die Quelle kritisieren – aber selbst andere Quellen werden das Urteil erlauben, dass das EEG eine signifikante Erhöhung des Industriestrompreises im Jahr 2010 verursachen wird.

    Ich habe ja gar nicht behauptet, dass die aktuell (!) höheren Strompreise in D im Vergleich zur EU-27 aus dem EEG herrühren. Der Aufschlag rührt tatsächlich hauptsächlich aus der Marktmacht der vier großen Energieerzeuger. Und keine Angst: Die Aufsätze und Gutachten speziell von Prof. Dr. Haucap sind mir wohlbekannt. Ich habe auch nicht behauptet, dass Steuern der Treiber sind. Für einen EU-Vergleich muss man aber die Preise vor Steuern heranziehen (deshalb habe ich gesagt „vor Steuern“). Ich will ja nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

    Fakt ist aber und so habe ich ja auch weiter argumentiert, dass wir jetzt schon zu hohe Strompreise haben (aufgrund des Oligopols) und in der Zukunft noch deutlich höhere Strompreise aufgrund des EEG – sprich die Marktunvollkommenheit wird noch größer. Also insoweit war doch alles in Ordnung von der Argumentationsreihenfolge: Preise aktuell schon zu hoch -> Preise werden in Zukunft noch höher durch EEG -> umso schlechter für den Standort Deutschland, da eher mit Wohlfahrtsverlusten gerechnet werden kann. Das wäre doch einmal ein guter Ansatz zur Modellbildung – hierbei könnte man gleich noch den Gini-Koeffizienten miteinbeziehen. Ich freue mich auf Ihre Veröffentlichung.

    Was ich weiterhin kritisiert habe, ist das Unisolar die negativen Folgen auf Ihrer Hompage nicht nennen (Marktverzerrung, steigende Strompreise für Großabnehmer). Ich bin schon überzeugt, dass ein weit geringer Teil der Bevölkerung in PV/erneuerbarer Energien investieren würden, wenn Ihnen die negativen Aspekte der EEG Förderung bewusst wären. Sie stellen den Marktteilnehmer als homo oeconomicus dar, was er – empirisch nachgewiesen – gar nicht ist.

    Mir ist auch bewusst, dass Unisolar mehr ethisch-ökologische Ziele hat und es auch gar nicht so sehr um die Rendite geht – die Art und Weise der Kommunikation gefällt mir aber aus den besagten Gründen nicht. Wichtige negative Fakten werden ausgeklammert und das Projekt wird auf der Website mit profanen Argumenten beworben. Und das ist eine rein sachliche Kritik. Ich bin überzeugt, dass die Initiatoren aus ihrem Vorhaben sei es nun fachlich gut oder schlecht den meisten Profit ziehen werden – da es für sie einen großen fachlichen Wissensgewinn vor allem im betriebswirtschaftlichen Bereich bedeuten wird.

  7. Die zweite Quelle prognostiziert nur noch einen Strompreisanstieg um 4 ct/kWh bis 2015, das klingt schon wesentlich weniger stark als 3,17 ct in diesem Jahr. Dann muss man sich auch die Quellen dieser Prognosen anschauen: die eine Kommt von der Energie- und Wasserwirtschaft, die andere von der Industrie. Wenn da nicht mächtiges Interesse dahintersteckt, die Zahlen möglichst nach oben zu puschen. Dabei ist durchaus strittig, wie viel Strom aus EE tatsächlich zu einer Strompreissteigerung beiträgt, Stichwort z.B. Merrit-Order-Effekt.

    Du gibst ja selbst zu, dass der aktuell überhöhte Strompreis oligopolbedingt ist. Also warum nicht hier den Hebel zur Strompreisminderung ansetzen statt bei der (imho) sinnvollen Föderung der EE?

    Außerdem zu Deiner Grundthese, das der Strompreisanstieg schlecht sei. Auch das halte ich für eine nicht so leicht zu belegende Behauptung. Ein paar Gegenargumente: die Industrie wird jetzt schon zu Anpassungen gezwungen, die in ein paar Jahren sowieso vorzunehmen wären, die deutsche Industrie hätte dann einen wertvollen Vorsprung. Insbesondere, wenn der Anstieg in ein paar Jahren sehr schnell geht. Das das passieren kann, hat man am Ölpreis 2008 gesehen. Hier könnten dann ganze Volkswirtschaften kollabieren, wenn die Anpassung nicht schon vorher stattgefunden hat. Gleichzeitig wären wir bei einem möglichst umfassenden Umstieg auf EE auch von diesem Preisanstieg gar nicht mehr so ummittelbar betroffen.

    Letztendlich geht die ganze Diskussion von einer Grundsatzfrage aus: kann es bei Energieerzeugung und Energieverbrauch so weitergehen wie bisher? Wenn man diese Frage für sich bejahen kann, dann kann man die Förderung won EE tatsächlich kritisch sehen. Allerdings sind sowohl die fossilen Energieträger als auch die Aufnahmekapazität unserer Atmosphäre begrenzt, und deswegen ist es inzwischen ziemlich weiter Konsens, dass es Veränderung hin zu EE notwendig sind.

    Schlusspunkt: Ob es sich tatsächlich, wie Du behauptest, um „wichtige negative Fakten“ handelt, die angeblich ausgeklammert werden,ist zumindest diskussionswürdig. Die Organisatoren von UniSolar sehen das vielleicht ganz anders. Wenn man aber eine Website aufziehen wollte, die sämtliche Argumente in ihrem für und wieder abwägt, dann bliebe wohl keine Zeit mehr, nebenbei noch eineSolaranlage zu bauen…

  8. btw.: der erste Kommentar unter deiner Handelsblatt-Quelle ist auch sehr lesenswert. Darin wird auch erwähnt, dass ein Großteil des Anstiegs der EEG-Kosten dieses Jahr wohl darauf zurückzuführen ist, dass die Berechnungsgrundlage zu Gunsten der Netzbetreiber geändert wurde…

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