Bildungskalender: 19. Dezember

Von fern, von München komme ich her,
ich muss schon sagen, die spinnen da sehr.
Keinerlei Ahnung vom Unialltag
schlagen sie Nägel in den Bildungssarg.
Von morgens bis abends sollen wir streben,
an jedem Tag unser Bestes geben.
Bezahlen sollen wir immer mehr,
trotzdem sind die Kassen leer.
Von Verbesserungen keine Spur
dafür jede Stunde Stress pur.
Das Seminar beginnt um acht,
das letzte endet in der Nacht.
Vorbereiten und noch lesen,
grad ist Mitternacht gewesen,
ein paar Stunden Schlaf noch schnell,
dann wird es schon wieder hell.
Ohne Frühstück geht es los,
in der Alma Mater Schoß.
Im Audimax müssen wir stehen,
in Kassel in die Kirche gehen.
Dort ist kein Platz mehr für uns alle,
für Atheisten eine Falle.
Outsourcing wird groß geschrieben,
wo ist die alte Zeit geblieben?
Mit studieren und mit feiern,
das Examen runterleiern,
Studentenjobs in jeder Stadt,
in der man noch ein Leben hat.
Da gab es Gelder noch vom Staat,
der Vertrauen in die Jugend hat.
Doch heute stehen wir am Rande
des Nichts in unser’m deutschen Lande.
Kein Geld für Bildung oder Unis,
keine Hoffnung bei den Studis.
Vor den Bildungsstätten prangt
ein Plakat in diesem Land.
Und ob der Frage, die dort steht.
lacht jeder der vorübergeht:
Ob man noch lebt,
oder schon zur Uni geht?

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