Endlich: Wartung der Hörsaaltechnik nicht mehr aus Studiengebühren

Das Schreiben des Kanzlers beginnt wie der übliche Brief an die Mitglieder des ZGS, mit dem die Unileitung mitteilt, dass sie Entscheidungen des zentralen Gremiums zur Verwendung der Studienbeiträge ignoriert und eigenständig fragwürdige Finanzierungen aus dem Topf zur „Verbesserung der Studienbedingungen“ tätigt.
Nur das Ende ist unerwartet neu: die Beamerwartung wird nun erstmals (trotz anfänglichen Einspruchs der Unileitung) doch nicht aus Studiengebühren bezahlt.

Dass die beantragten Kosten der Abteilung Gebäudemanagement für die Wartung der Hörsaaltechnik zu hoch ist, war seit der Einführung klar – es wurde nie mehr als die Hälfte der Antragssumme genehmigt, der Originalantrag wurde meist einstimmig abgelehnt.
Allerdings haben sich immer mehr Kritikpunkte gebildet: Aus der Sicht der studentischen Vertreter gehört eine funktionsfähige Hörsaaltechnik inzwischen zur Grundausstattung („Ermöglichung der Lehre“), die Kostenzunahme wird nicht als verhältnismäßig erachtet und zudem ist die angeführte Kalkulation nicht nachvollziehbar (alle zwei Tage 14 Minuten Aufwand pro Beamer).

 

Die Entscheidung zur Ablehnung der Maßnahme hat jedoch fatale Missstände an unserer Universität ans Licht gebracht:
Die nach Abs 2 Art 71 BayHSchG paritätische Beteiligung der Studenten ist im ZGS zwar mit 7 studentischen Mitgliedern im 14-köpfigen Gremium formal gegeben, jedoch entscheidet die Stimme des Vorsitz (= der Vizepräsidentin) bei einer Pattsituation. Das Ergebnis des Gremiums selbst versteht die Universitätsleitung nur als lose Empfehlung – sofern dies nicht mit den eigenen Interessen vereinbar war, musste das ZGS eine Stellungnahme abgeben, weshalb sie anders entschieden hatten.

Nachdem dies bereits mehrfach hier kritisiert wurde (z.B. Stellungnahme ZGS (5.5.2011), Mein Geld oder Dein Geld? (2.8.2011)), die Presse das Thema aufgriff (Nürnberger Nachrichten vom 3.4.2012) sowie eine Infokampagne über die Strukturen im Zentralen Gebührengremium (28.4.2012) gestartet wurde und der Präsident unter anderem auf der Konventssitzung am 2.7.2012 mit der studentischen Sicht konfrontiert wurde, konnte nun endlich ein Einlenken der Universitätsleitung erreicht werden.

Es ist schade, dass für eigentlich Selbstverständliches erst dieser enorme Aufwand von Nöten war.
Allerdings zeigt dies auch, dass wir durchaus in der Lage sind, unserer Meinung Gehör zu verschaffen, welche nun auch angemessen berücksichtigt wird.

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