Pressemittleitung der Stuve zur Urabstimmung über das Semesterticket

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Das Semesterticket kommt!
Die Studierenden der Metropolregion Erlangen-Nürnberg haben sich mit knapper Mehrheit in einer Urabstimmung für das Ticket ausgesprochen

Die Studierenden der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und der Technischen Hochschule Nürnberg (TH) haben entschieden: Es wird ein Semesterticket geben! An der FAU sprachen sich 50,73% für die Einführung eines solidarisch finanzierten Semestertickets aus, an der TH waren es 58,20%. In absoluten Zahlen gaben damit 31.218 von 52.100 Abstimmungsberechtigten ihre Stimme ab, davon 24.068 an der FAU (von 39.251 Abstimmungsberechtigten) und 7.150 an der TH Nürnberg (von 12.849 Abstimmungsberechtigten). Somit waren 350 Stimmen an der FAU wahlentscheidend.

Die Wahlbeteiligung lag an beiden Hochschulen zusammen bei 59,91%, an der FAU Erlangen-Nürnberg bei 61,31% und an der TH Nürnberg bei 55,64%.

Damit gilt das Angebot, das das Studentenwerk Erlangen-Nürnberg im Auftrag des Aktionsbündnisses Semesterticket mit dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) und den Städten Erlangen, Nürnberg und Fürth ausgehandelt hat, als angenommen.
Das Angebot sieht wie folgt aus:

Jede Studentin und jeder Student zahlt einen verpflichtenden Sockelbeitrag von 65€ pro Semester. Dafür können die Studierenden alle öffentlichen Verkehrsmittel des VGN (Tram, S-Bahn, U-Bahn, Bus, Bahn – außer IC und ICE) im gesamten Verbundraum (Tarifstufe 10+) am Wochenende und an Feiertagen rund um die Uhr sowie an Werktagen von 19 Uhr bis 6 Uhr nutzen. Das Ticket ist sechs Monate gültig, also im Gegensatz zu der bisher existierenden Semesterwertmarke auch in der vorlesungsfreien Zeit.
Für optional 193 € können Studierende ein Zusatzticket kaufen, welches ohne zeitliche Einschränkung, also 24 Stunden täglich, im gesamte VGN-Gebiet gilt. Dieses Ticket besitzt ebenfalls eine Gültigkeit von 6 Monaten.
Das Semesterticket setzt sich also aus dem Sockelbeitrag von 65€ und dem Zusatzticket von 193€ zusammen und kostet komplett 258 € pro Semester. Das entspricht 43€ pro Monat und ist verglichen mit den bestehenden Angeboten das günstigste verbundweite Ticket im VGN. „Viele Studierende müssen durch ihr Studium bedingt zwischen Erlangen und Nürnberg hin- und herpendeln oder sind aufgrund ihrer Wohnsituation auf die öffentlichen Verkehrsmittel im Großraum angewiesen. Im VGN gab es bisher zu diesen Konditionen kein vergleichbares Ticket. Daher ist das Semesterticket eine kostengünstige Lösung und eine Verbesserung gegenüber dem Status quo“, erklärt Henriette Hofmeier vom SprecherInnenrat der Uni Erlangen-Nürnberg.
Das vorgeschlagene Angebot wurde in den letzten Wochen in der lokalen Presse ausführlich diskutiert und war auch Gegenstand teils kontroverser Diskussionen in sozialen Netzwerken. Dies schlägt sich auch im Wahlergebnis nieder, erklärt Tobias Langer: „Die hohe Wahlbeteili-gung von 59,91% spricht für ein großes Interesse an dem Thema. Das nötige Abstimmungs-quorum von 1/3 aller Studierenden wurde bereits am zweiten Tag der Urabstimmung erreicht.“ Die Studierenden konnten in einem Zeitraum von 10 Tagen, vom 12.1. 12:00 Uhr bis 21.1. 23:59 Uhr, im Internet abstimmen. Dazu erhielten sie per Email einen automatisch generierten Code, mit dem sie auf https://abstimmung.semesterticket.org abstimmen konnten. „Eine Onli-neabstimmung stellt eine sehr niedrige Partizipationshürde dar, was durch die hohe Wahlbetei-ligung belegt wird“, resümiert Henriette Hofmeier.
Um einen technisch reibungslosen Prozess zu garantieren, arbeitete das Referat IT der Studierendenvertretung der FAU mit dem Rechenzentrum Erlangen (RRZE), dem Campusmanagement der FAU und dem Rechenzentrum der Ohm-Hochschule (RZ OHM) zusammen, welchen an dieser Stelle für ihren Einsatz gedankt sei. Ebenso bedankt sich die Studierendenvertretung der FAU (Stuve) bei allen ehrenamtlichen HelferInnen, die an vielen Infoständen des Aktionsbündnisses in Erlangen und Nürnberg Interessierte informierten, und natürlich bedankt sich die Stuve auch bei allen beteiligten AkteurInnen der Hochschulen und der Städte für die Zusammenarbeit.

Das Semesterticket soll nun zum Wintersemester 2015/2016 eingeführt werden. Zuvor muss allerdings noch der Vertrag über das Ticket zwischen dem Studentenwerk und dem VGN abgeschlossen werden, der sich auf das Abstimmungsergebnis stützt.

Trotz der Freude über den Ausgang der Urabstimmung bleibt ein bitterer Beigeschmack bei der Studierendenvertretung zurück: Noch immer ist Bayern das einzige Bundesland, das keine Verfasste Studierendenschaft hat, weshalb die Stuve nicht als juristische Person auftreten darf und somit auch die Verhandlungen über das Semesterticket nicht eigenständig führen konnte und durfte. „Wir freuen uns natürlich einerseits, dass wir den Studis dieses Angebot durch die Mithilfe aller Beteiligten vorlegen konnten und dass sie dieses in der Urabstimmung positiv aufnahmen. Allerdings sollte das gute Wahlergebnis nicht darüber hinwegtäuschen, dass weiterhin ein hochschulpolitisches Defizit besteht, das dringend behoben werden muss“, kritisiert Carolin Kister, Mitglied des SprecherInnenrats, die Situation.

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Vielen Dank an Andreas Donders für die englische Übersetzung!

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