Bundesfachschaftentagung Maschinenbau / Verfahrenstechnik

Am vergangenen Wochenende haben sich insgesamt 4 Erlanger (3x CBI, 1x Mechatronik) auf zur Bundesfachschaftentagung Maschinenbau und Verfahrenstechnik, der FaTaMa, nach Karlsruhe begeben.
Nach einer etwas abwechslungsreichen Fahrt (zu deutsch: mal Stau, mal stockender Verkehr, mal Baustelle) sind wir nach rund fünfeinhalb Stunden an der TU Karlsruhe angekommen.

Die dortige Fachschaft Maschinenbau /Chemieingenieurwesen hatte auch schon den Grill bereitstehen, so dass die Kennenlernrunde direkt starten konnte… Nach und nach sind dann die Teilnehmer der verschiedenen Unis angekommen: Aachen, Chemnitz, Dresden, Freiberg, Kaiserlautern & Karlsruhe.
Am Donnerstagmorgen ging es dann zur Sache: In Arbeitsgruppen wurden Themen wie Bachelor / Master Umstellung, Zulassungsbeschränkungen, Studiengebühren behandelt.

Die Gruppen haben jeweils die Situation an den einzelnen Unis dargestellt und dann wichtige Punkte dazu herausgegriffen und diskutiert – So war es möglich, sich schnell ein Bild zu machen, wie eine gewisse Thematik anderswo geregelt wird.

Gerade im Bereich von Bachelor und Master war der Erfahrungsaustausch interessant: So haben alle teilnehmenden Unis mit Ausnahme von Freiberg das 6+4 Modell umgesetzt, auch wenn es fast überall massive Bedenken gab.
Konsens gab es im Bezug dessen, dass es anzustreben ist, den Master als “Default-Abschluss” für Ingenieure zu etablieren, allerdings stellt sich hier die Frage, ob dies Durchsetzbar ist und wie die Zulassungsbeschränkungen für den Master aussehen werden. Zudem stellt sich die Frage, ob das Bologna Konzept des einfachen wechselns nach dem Bachelor nicht ad absurdum geführt wird, wenn man überall eine Zulassungsprüfung für den Master einführt – aber das ist ein ganz anderes Thema 😉

Im Bezug auf die Modulbildung bzw. Studieninhalte (speziell im Grundstudium) gibt es recht wenig Unterschiede – klar, dass man es im Detail nicht überblicken kann, aber Umfang und Art der Fächer sind fast überall ähnlich.
Letztendlich sich fast alle Unis noch am feilen, was die Verteilung der ECTS Punkte und auch die Akkreditierung angeht – Hier ist noch viel Arbeit da.

Die Gruppe Zulassungsbeschränkung hat sich mit der komplizierten Thematik der Vorauswahl von Studenten vor der Einschreibung beschäftigt. Hier stellt sich die Frage, wie man überhaupt objektiv auswählen kann – Klar, dass es viel erstrebenswerter wäre alle Bewerber zuzulassen, aber die Anzahl der Studienplätze ist trotz Mangel an Ingenieuren auf dem Arbeitsmarkt eben beschränkt… In so fern herschte Konsens, dass es besser ist, die Anzahl der Studierenden zu beschränken, um die Studienbedingungen zu verbessern, auch wenn es besser wäre, dass der Staat mehr Kapazitäten schaffen würde.

Nach längerer Diskussion hat eine Kombination aus Schlüsselfächern in der Abiturnote (sowas wie Mathe, Physik, Chemie, etc) und Motivationsschreiben sowie einem Auswahlgespräch als beste Grundlage identifiziert.
Es soll getestet werden, ob der Bewerber weiss, auf was er sich einlässt und ob er eine (zumindest grobe) Vorstellung von späteren potentiellen Tätigkeitsfeldern hat. In München ist ein solches Verfahren für den Maschinenbau seit längerem in Benutzung, während in Karlsruhe so etwas zum kommenden Wintersemester eingeführt wird – Ziel ist letztendlich die Verringerung der Abbrecherquote.

Auch das leidige Thema Studiengebühren kam in einer Arbeitsgruppe zur Sprache. Zunächst tauschten sich alle Universitäten über die Organisation der Vergabe der Mittel, die einzelnen Punkte der Investitionen und die anschließende Kontrolle der vergebenen Gelder aus. Interessante Punkte und auch die größten Unterschiede zum System der FAU waren zum Einen die Art der Verteilung. Während in einigen Unis Pakete mit gleichem Geldvolumen geschnürt werden und dann die Professoren Vorschläge zu deren Verwendung machen sollen, geben andere allen Interessierten die Möglichkeit sich über Anträge an einer Institution Geld zu holen. Kaum eine Uni besaß ein so umfangreiches Verteilungssystem wie die FAU mit den drei Ebenen: Uni, Fakultät, Studiengang.
Zum Anderen hat so gut wie jeden Fachschaft beschlossen, sich erhebliche Summen aus Studiengebühren auszahlen zu lassen. Die Beträge lagen im 5 stelligen Bereich und als Begründung wurde von den meisten die, an allen Unis außer FAU und TUM, sehr bekannte O-Phase (Orientierungwoche vor dem Studienbeginn der Erstis) genannt. Aber wie auch hier, hat sich als größtes Problem herausgestellt, dass keine Uni alle Gelder effektiv ausgeben kann. Die Summen sind zu groß und die Not nicht so groß wie dargestellt, so lange keine Gelder des Ministeriums ersetzt werden. Fazit: Entweder müssen Studiengebühren reduziert, für irgendwelchen geldfressenden Nonsense ausgegeben oder sollten in einem Jahr wieder abgeschafft werden.

Nach einer Industrieexkursion am Freitag war in der nächsten Session am Samstag eher die organisatorischen Themen Fachschaftsarbeit und FaTaMa/Vernetzung angesprochen.

Der Erfahrungsaustausch über Fachschaftsarbeit stellte sich als “wertvollster” Workshop heraus: Von Organisation der Einführungsveranstaltung, Gremienarbeit, Öffentlichkeitsarbeit/Nachwuchwerbung, Parties organisieren über Finanzen bis hin zu Gremienarbeit wurde umfassend dargestellt wer was macht und wo noch Arbeitsbedarf besteht. Auch für uns waren eine ganze Reihe Neuigkeiten dabei, die hoffentlich in Zukunft umgesetzt werden können – Allerding scheitern einige Aktionen an der dünnen “Personaldecke”… Also: Mitmachen!

An vielen Stellen finden sich an allen der anwesenden Unis die gleichen Situationen wieder… Irgendwie lustig zu sehen, dass die anderen Unis auf die gleichen Probleme stoßen oder gleiche Lösungsansätze wählen. Nur mal als Eigenwerbung: Die Idee des Info-Blogs (also dem, was man hier grad lesen kann) kam ziemlich gut an – Das hat sonst keiner in der Art 🙂

Zum Thema FaTaMa selbst wird es bald statt der etwas ineffizienten Homepage (dezentrales aktualisieren ist nicht möglich) ein Wiki eingeführt.

Es soll nicht verborgen bleiben, dass auch ein gutes Rahmenprogramm dabei war: Stadtführung durch die “Fächerstadt” Karlsruhe und auch eine Kneipentour müssen schon sein 🙂
An der Stelle DANKE an das Orga-Team der Uni Karlsruhe für das produktiv-anstrengende Wochenende!

4 Replies to “Bundesfachschaftentagung Maschinenbau / Verfahrenstechnik”

  1. Interessanter Artikel
    Und der Absatz über Studiengebühren spricht mir aus der Seele.
    Wir genehmigen einfach Sachen um den verfügbaren Geldbetrag abzudecken und haben keine Möglichkeit Druck auf die Lehrstühle auszuüben, damit sie wirklich Anträge stellen um die Lehre klar zu verbessern. Aber so lange eine Kürzung der Gebühren nicht im Raum steht, wird die Situation wohl so bleiben.

    Grüße

  2. Hi Thomas,

    alle Gebuehrenantraege muessen von den TechFak-Kommission abgesegnet werden. Wenn Du das Gefuehl hast, dass das Geld nicht richtig ausgegeben wird, dann musst Du Dich an die Vertreter in dem TechFak-Gremium wenden, damit die euren Profs. auf die Finger schauen.

    Abgesehen davon sollte euer Ausschuss der Stuko doch auch zur Haelfte Studierende enthalten, oder?

  3. Das Problem, das Thomas anspricht, ist tatsächlich vorhanden: Die Gremien sind zwar paritätisch besetzt, aber 2 Profs können jederzeit über 2 Studenten stimmen, da sie ja den ausschlaggebenden Vorsitz innehaben.

    Deswegen hat die Fachschaftsvertretung auch beschlossen, dass in Zukunft von Seiten der Studierenden entspr. Beschwerden an das Techfak-Gremium gerichtet werden können, die dann dort von unseren Vertretern zur Sprache gebracht werden (und hofftl. nicht nur halbherzig angegangen). Das steht im Gegensatz zur “Wir halten uns raus”-Mentalität des universitätsweiten Gremiums.

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