Senatssitzung am 24.01.2007

Heute war die erste Senatssitzzung im neuen Jahr. Nachdem zu Beginn die eher uninteressanten Alltagsgeschäfte erledigt wurden wie zum Beispiel die Besprechung von Berufungslisten für Professorenstellen, Umbenennungen von Lehrstühlen und redaktionelle Änderungen an Prüfungsordnungen stand die Änderung der Studiengebührensatzung auf der Tagesordnung.

Wie ich ja schon beim Rektorgespräch geschrieben habe, ist die Befreiung der 5% Besten ein heikles Thema. Nachdem der Rektor zu Beginn des Tagesordnungspunktes in die Problematik eingeführt hat, habe ich eine Einschätzung von Seiten der Studierenden abgegeben. Obwohl ich eigentlich die Abschaffung der Befreiung und Ersetzung durch ein Förderprogramm bevorzuge, habe ich von den Problemen beider Alternativen gesprochen und auf die Einschätzung der anderen SenatorInnen gewartet. Die fiel zu meiner Überraschung sehr eindeutig aus: So gut wie alle SenatsvertreterInnen haben für eine Abschaffung der Befreiung plädiert, da die praktische Umsetzung sehr viel mehr Probleme bereitet als zuvor angenommen. Die Einreichtung eines Förderprogramms als alternativen Leistungsanreiz, wie auch schon beim Rektorgespräch geschildert, hat auch im Senat große Zustimmung gefunden.
Eine Abstimmung (in dem Fall nicht rechtlich bindend sondern als Meinungsbild) führte einstimmig (bei einer Enthaltung) zu dem Ergebnis, die Befreiungsregelung zu streichen. Die entsprechende Änderungssatzung wird dann formell im nächsten Senat verabschiedet. Wir als Verterterinnen und Vertreter in den Gebührengremien werden uns jetzt dann an die Diskussion möglicher Fördermaßnahmen machen.

Nach einer kurzen Sitzungspause stand dann die Umstrukturierung der Universität auf der Tagesordnung, ein intensiv und auch kontrovers diskutiertes Thema.
Die Hochschulleitung möchte die Fakultäten zu letzendlich fünf (Naturwissenschaften, Medizin, Technische Fakultät, Wirtschafts-Sozialwissenschaften und Jura sowie eine Geistes- und Erziehungswissenschaften mit Theologie) vereinigen. Darunter sollen Departments eingeführt werden, um eine studiengangnahe Struktur zu haben. Dieses Vorhaben bereitet vor allem in den Philosophischen Fakultäten Probleme, da diese aus sehr unterschiedlichen Instituten und Lehrstühlen bestehen. Einige Fakultäten fürchten auch einen Verlust ihrer Eigenständigkeit. Andererseits muss man sehen, dass es sich hierbei hauptsächlich um eine Nomenklatur handelt, und durch einen neuen Ansatz alte strukturelle Probleme verbessert werden können.
Ein weitere Punkt des Plans sieht vor, die künftigen Großdekane gleichzeitig als Mitglieder der Hochschulleitung einzusetzen. Das bedeutet eine bessere Anbindung der Hochschulleitung an die Probleme und Interessen der Fakultäten, vor allem wenn in der heutigen Zeit sehr kurzfristig Entscheidungen getroffen werden müssen. Es birgt aber auch die Gefahr einer in diesen Personen sehr stark konzentrierten Macht. Etliche Fakultäten fürchten hier auch, dass sie an Entscheidungsfähigkeit verlieren, wenn die Hochschulleitung durch den Dekan der gleichzeitig Vizepräsident ist, direkten Einfluss auf die Meinungsbildung in den Fakultäten hat.

Das Thema ist jetzt seit vergangenem Sommer in der Diskussion, und es sieht so aus als ist eine Konsenslösung gefunden, mit der die meisten SenatorInnen und DekanInnen einverstanden sind . Eine Personalunion von Dekan und Vizepräsident findet keine Zustimmung, aber mit einer Neustrukturierung der Fakultäten mit Departments sind die meisten einverstanden, wenn die Modalitäten passen. Da die endgültige Entscheidung innerhalb des nächsten Monats getroffen sein muss, erwerten mich noch einige Sitzungen in den nächsten Wochen. Ich hoffe nur, dass ich mich trotzdem gut genug auf meine Diplomprüfung im März vorbereiten kann.

22 Antworten auf „Senatssitzung am 24.01.2007“

  1. Gab es auch eine Diskussion zur Amtszeit der („neuen“) Dekane bzw. ob diese künftig hauptamtlich tätig sind? Darüber wurde bei uns an der Phil II im letzten FBR (Fachbereichsrat) kurz gesprochen. Es könnten ja bei hauptamtlichen Dekanen bis zu 5 Jahren werden. Aber das weiß eh keiner so genau 😉
    Finde ich ein interessantes Thema, da das – wie du, Philipp, schon angesprochen hast – quasi die künftige „Machtstruktur“ und Entscheidungsfindung innerhalb der Uni-Verwaltung stark beeinflussen wird.

  2. Leistung soll sich wohl nicht mehr lohnen, arme FAU!!!

    Schade, dass die Studierendenvertreter keine objektive, von linken Ideologien befreite, für das Wohl der Universität am besten geeignete Politik machen können.

    Vielleicht wacht ihr irgendwann mal aus Eurem Kifferdunst auf!!!

  3. @the boss: Mit linker Ideologie hat das nix zu tun. Im Gegenteil – die Regelung wäre, im völlig aussichtslosen Bestreben die objektiv besten 5% zu erfassen, ein sozialistisches Monstrum geworden. Das Problem ist die fehlende Vergleichbarkeit der Studienleistungen in den einzelnen Fächerkombinationen. Eine solche Vergleichbarkeit müsste erst mit haarsträubenden Berechnungsformeln und einer Menge Bürokratie simuliert werden. Wer immer die Idee mit den 5% hatte, hat offensichtlich nie eine Uni von innen gesehen.
    Zudem roch die Idee zusehr nach _Rechtsanspruch_ auf Befreiung. Ohne eine Möglichkeit zum _objektiven_ Leistungsvergleich…
    Ob die Alternatividee – eine fachspezifische Jury ohne Anspruch auf totale Objektivität vergibt Preise für sehr gute Leistungen an Hand festgelegter fachlicher Kriterien (und nicht anhand einer willkürlichen Prozentzahl) eine Chance hat, weiß ich nicht.

  4. Wieso fängt man denn überhaupt an zu studieren, wenn man meint, die einzige Belohnung für die eigene Leistung ist eine Gebührenbefreiung!? Keinen Bock auf gute Noten und Berufsaussichten?

  5. Guter Punkt the slave, ich denke auch dass das Hauptziel des Studiums nicht sein sollte irgendwie von den Studiengebühren befreit zu werden um danach einen auf faulen Lenz machen zu können. Leistung lohnt sich so oder so, sei es durch kürzere Studienzeit, bessere Noten, mögliche Stipendien, bessere Berufsaussichten usw.

    Bei der 5% Regelung hätte es viele Studiengänge gegeben, bei denen gerade mal ein oder zwei Leute befreit worden wären, weil eben nicht mehr Leute da sind. Und von den paar Leuten sind die meisten wohl gut genug, um Stipendien zu bekommen und falls nicht, sehe ich auch keinen Befreiungsgrund für außergewöhnliche Leistung.

    Ich bin auch für die Abschaffung dieser seltsamen 5%-Befreiung, stattdessen könnten lieber kleinere Geldpreise für die Besten einer Prüfung ausgeschrieben werden. Das würde weniger Aufwand bedeuten und wäre auch eine Zusatzmotivation sich für eine Prüfung anzustrengen.

  6. Ich stimme dem Kommentar von the boss völlig zu! Diese Idee kann nur von Leuten stammen, die zuviel Geld haben. Es sei ihnen gegönnt, aber vielen anderen die Chance auf ein stressfreieres Studium ohne extra Ferienjobs zum Bezahlen der Studiengebühren zu nehmen finde ich absolut unmöglich. Unglaublich, dass so eine Idee auch noch von Studenten selbst kommt, sehr solidarisch!

  7. @Steffi

    gäbe es eine Möglichkeit die 5% Besten auf eine einfache und faire Weise zu ermitteln hätte man diese Regelung auch nicht abgeschafft.
    Das Problem ist einfach: es geht nicht. Weder fair noch einfach. Dafür sind die Studiengänge zu unterschiedlich, die Problemfälle zu viele und der bürokratische Aufwand steht in keinerlei Verhältnis zum Vorteil der Befreiung. Klar ists schade dass so Anreiz wegfällt zu den Besten gehören – andererseits gibt es so auch erheblich höhere Einnahmen aus den Studiengebühren (+5,3% Brutto – und dank geringerer Bürokratie ein noch höheres Plus Netto).
    Und was genau wäre daran solidarisch gewesen dass 95% mit ihren Studiengebühren die Leistungen für die anderen 5% mitzahlen?
    Versteh mich richtig – ich halte viel davon dass man Leistung fördert und ggf. auch finanziell belohnt – aber wenn der Preis dafür ein bürokratisches Monstrum ist dass zwangsläufig Ungerechtigkeiten produziert dann bin ich dagegen.

    Zu dem Thema gibts übrigens auch im Phil-Fak-Forum eine Diskussion – daran wird vielleicht auch klarer wo im einzelnen die Probleme liegen.
    http://www.phil-fak.com/board/thread.php?threadid=2657

  8. Schon einmal darangedacht, dass man als guter Student, auch an eine andere Uni gehen kann bzw. sich von vornherein an einer anderen Uni bewirbt, wenn man weiß, dass man an der FAU, ohnehin nicht gefördert wird?
    Wieso sich an der FAU bewerben, wenn man an der XY Uni keine Gebühren zahlen muss?

    Die Unis stehen im Wettbewerb zueinander und zwar um die besten Köpfe!!!

    Die anderen Aspekte, wie schnelleres Studium, Stipendien, gute Praktika, die kann man an jeder Uni erreichen.

    Mir geht es nicht um die 5%-Klausel, sondern darum,dass auch Leistung
    gefördert wird, wie ist mir egal.

    (Zitat:Und was genau wäre daran solidarisch gewesen dass 95% mit ihren Studiengebühren die Leistungen für die anderen 5% mitzahlen?(Zitat Ende)

    => Muss alles solidarisch sein??? Was ist daran solidarisch, dass ich andere mitfinanziere, die manche Prüfungen 3x mitschreiben oder ihre Freischüsse nutzen.
    Was ist daran solidarisch, dass manche mehr Steuern zahlen, aber kreativ sind und Arbeitsplätze schaffen und mehr leisten?

  9. also
    1. zu solidarisch: war die direkt Replik auf Steffi die es unsolidarisch fand dass sich die Studentenvertreter für die Abschaffung eingesetzt haben – das habe ich versucht zu widerlegen. Ansonsten darfst du getrost davon ausgehen dass ich mit der Förderung der Besten im Prinzip kein Problem habe. Solidarität ist nicht dasselbe wie Gleichmacherei.

    2. dass eine Förderung der Besten auch Vorteile gehabt hätte hat bisher niemand bestritten – der Punkt ist einfach dass die „Kosten“ für diesen Vorteil zu hoch sind

    3. Leistung fördern kann man ja grundsätzlich auch über andere Möglichkeiten (gibt u.a. Diskussionen ob es machbar ist verstärkt Sach- oder sogar Geld-Preise an besonders gute Studenten zu verleihen) – wenn sich ein vernünftiger gangbarer Weg findet das zu verwirklichen wäre das schon gut.

  10. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es ein weniger hoher bürokratischer Aufwand ist, Ferienkurse, Zusatzseminare und Sommerprogramme, also das, was ihr „alternative Förderungsprogramme“ nennt, zu organisieren.
    Der Unterschied ist, dass die 5% Regel ja schon ab sofort gültig wäre. Ob ihr es schafft, bis zum nächsten Semester ein Förderprogramm auf die Beine zu stellen möchte ich dagegen bezweifeln. Heißt: Wir zahlen jetzt dafür, dass die Besten später mal irgendwann in den Genuss dieser Förderprogramme kommen. Das ist natürlich solidarischer, als wenn 95% die 5% Besten mitfinanzieren! Schade bloß, dass manche trotz Qualifikation an den zusätzlichen Förderprogrammen gar nicht teilnehmen können- sie müssen nämlich arbeiten, um die Studiengebühren zahlen zu können.

  11. Zunächst einmal finde ich es fast hohnhaft, dass gerade die sog. Studierendenvertreter für die Abschaffung eintreten. Ich gehe auch einen Schritt weiter und behaupte, wären die Senatoren unter den 5% gewesen, dann wäre die Stimmung auch anders.
    Und nun zum sachlichen:
    – Es ist richtig, dass es schwierige Studiengänge gibt, etwa Vordiplomsnoten ohne Nachkommastelle. Das sind aber bezogen auf die Gesamtheit krasse Einzelfälle, eine sinnvolle Regelung im Sinnedes Prüfungsamtes und der Studenten wäre sicher nicht zu schwierig zu erfinden gewesen. Hätte man den Paragraphen etwa so ausgelegt, wie das eine mit der Situation nicht vertraute Person getan hätte, dann hätte man einfach die Anzahl der Studenten im jeweiligen Semester als Grundlage verwendet, und die ersten 5% davon zum Zeitpunkt des Vordiploms befreit. Wer schon nach 3. Sem. sein VDP macht, wird trotzdem nach der Regelstudienzeit befreit, die WISO hat dafür aber z.B. einen Notenbonus angerechnet.
    – Stattdessen wird das Geld jetzt in ominöse Förderprogramme gepumpt, was meiner Meinung nach effektiv heisst, das Geld verschwindet in der Verwaltung
    – Leistung zu belohnen war ansich auch eines der erklärten Ziele der Hochschulreform. Das erscheint zunächst nicht solidarisch, aber warum muss ich dann Bummelstudenten ihre Vorlesungen mitbezahlen, nur weil die keinen Bock auf Arbeiten haben. Ist das solidarischer?

    Achja, um den Aspekt noch einzubringen: Ich habe nie einen Befreiungsbescheid erhalten, argumentiere also nicht darum, nicht zahlen zu müssen.

    Weil ich zuweilen vom „Der Student, der sein VDP durch Arbeit finanzieren musste und deshalb nicht so gut war wird er nun nicht befreit“-Argument lese: Der Student, der mit letzter finanzieller Anstrenung ein sehr gutes VDP geschrieben hat, um im Hauptstudium keine Studiengebühren zahlen zu müssen, dem wurde diese Chance nun genommen. Tolle Leistung. Ich verneige mich

    NOT

  12. Ich hab mir mal des hier alles und einen Teil des Philfak Threads durchgelesen, da es mir doch etwas seltsam erscheint, dass die Studentenvertretung es vorantreibt die Befreiung ihrer Kommilitonen zu verhindern. Scheinbar gibt es unter den Vertretern einige, denen es nicht so wichtig ist ob sie nun die Gebühren zahlen müssen oder nicht. Ich halte es nämlich schon für eine gewagte These, dass diejenigen die ihr Vordiplom mit einer guten Note abschließen sich die Studiengebühren sowieso leisten können. Vielleicht reicht des Geld bisher gerade so um diese Leistungen erbringen zu können (z.B. BaFÖG oder ähnliches) oder aber sie schaffen es trotz einer Zusatzbelastung eine HiWi Jobs oder ähnlichem. Diesen Studenten wird das Studium dann natürlich wenn sie nicht die Chance durch gute Leistung zu einer Befreiung zu kommen automatisch erschwert. Es ist ja schön wenn offensichtlich manche unserer Vertreter sich keine Gedanken machen müssen wie sie die Gelder für die Studiengebühren aufbringen, es soll aber auch gute Studenten geben die sich mit dieser Befreiung eine erhebliche Belastung fernhalten können um sich stärker auf ihr Studium und die dort zu erbringenden Leistungen zu konzentrieren. Daher kann ich „the boss“ voll und ganz verstehen, wenn er die Befürchtung äußert, dass dann einfach gute Studenten sich für eine andere Uni bewerben. Sicherlich muss es das Ziel sein möglichst alle Studenten so gut wie möglich zu fördern. Aber ist es nicht so, dass es nun mal immer ein paar Studenten gibt die einfach von ihrer Veranlagung her ein bisschen schlauer sind als der Rest und damit auch in der Forschung etwas bewegen können? Warum will man sich solche Aushängeschilder die der ganzen Universität nützen (z.B. durch Forschungsmittel oder Förderung der Industrie) einfach von vornherein vergraulen?

    Außerdem stellt sich mir die Frage was denn bitte so schwer daran ist, zu ermitteln wer zu den besten 5% eines Studienganges und Jahrganges gehört? Ist es nicht so, dass z.B. bei allen Ärzten ein 1. Staatsexamen geschrieben wird? Man muss dann ja nicht die Note heran ziehen, wenn diese keine Aussagekraft hat, sondern kann ja auch die Punkte verwenden, da es sich hier ja nur um 1 Prüfung handelt.

    Außerdem liest man sehr häufig, dass die Anzahl der zu Befreienden auch davon abhängig wäre wie viele Personen dann z.B. die Vordiplomsprüfung bestehen. Dies ist aber laut Satzung nicht notwendig und wurde im bisherigen Verfahren vom Prüfungsamt meiner Meinung nach falsch durchgeführt. Der Paragraph 7 sagt explizit nur etwas von Prüfungsteilnehmern, was damit alle Studenten eines Jahrgangs einschließt, egal ob sie mit den zu Befreienden die letzte Prüfung bestanden haben oder nicht.

    Außerdem stellt sich mir die Frage was denn der so große Bürokratische Aufwand an diesem Verfahren gewesen wäre? Man hätte nur jetzt im ersten Jahr für alle Studiengänge einmalig je nach Prüfungsmodalitäten (eine Prüfung, mehrer Einzelprüfungen usw.) eine Regelung finden müssen die dann in allen Folgejahren anzuwenden wäre. Hierbei kann ich Steffis Statement nur zustimmen das der Aufwand für die Auswahl zu Zusatzkursen und die Organisation selbiger einen weitaus höheren bürokratischen Aufwand mit sich bringen.

    Ich finde man hätte sich eher die Arbeit machen sollen den Paragraphen sinnvoll umzusetzen und den Anreiz der damit verbunden ist zu nutzen, als ihn nun als die scheinbar einfachere Lösung abzuschaffen.

  13. @Steffi
    „Wir zahlen jetzt dafür, dass die Besten später mal irgendwann in den Genuss dieser Förderprogramme kommen.“ Das ist schlicht Blödsinn – wenn diese Sachen kommen dann werden die auch von den dann aktuellen Studiengebühren gezahlt – es wird ja nicht von den jetzigen Gebühren dafür was „aufgespart“ (ginge auch rechtlich nicht).

    zum bürokratischen Aufwand bei alternativen Förderprogrammen:
    dass es eine – nennen wir es mal „Herausforderung“ ist – so etwas ohne allzu großen bürokratischen Aufwand einzuführen ist klar. Ändert aber nix daran dass im Zweifel sogar keine Regelung besser ist als die alte 5%-Regelung.

    Zum Problem dass Gratis-Kurse nicht von jedem wahrgenommen werden können:
    auch klar – die alternative Förderung sollte sich deswegen auch nicht auf Gratis-Kurse beschränken

    —-

    @Stefan
    „Ich gehe auch einen Schritt weiter und behaupte, wären die Senatoren unter den 5% gewesen, dann wäre die Stimmung auch anders.“
    Der Satz ist eine Beleidigung und eine Frechheit.
    Wie du vermutlich nicht weißt war im ersten Entwurf der Hochschulleitung zur Gebührensatzung der Passus enthalten dass Studierendenvertreter (genauer: Senatoren, Sprecherräte, Konventsvorsitzende und Fachschaftssprecher) grundsätzlich von den Gebühren befreit sind. Dieser Passus wurde auf Initiative der Studierendenvertretung hin gestrichen. Deine Unterstellung ist daher nicht nur eine Frechheit sondern auch völlig haltlos. Hättest du während der Verhandlungen zu dieser Satzung mehr Engagement bewiesen könntest du dies auch wissen.

    Zum „sachlichen“:
    „Es ist richtig, dass es schwierige Studiengänge gibt, etwa Vordiplomsnoten ohne Nachkommastelle. Das sind aber bezogen auf die Gesamtheit krasse Einzelfälle“ => falsch

    „Stattdessen wird das Geld jetzt in ominöse Förderprogramme gepumpt, was meiner Meinung nach effektiv heisst, das Geld verschwindet in der Verwaltung“
    => falsch – solche Förderprogramme gibt es noch gar nicht

    „Leistung zu belohnen war ansich auch eines der erklärten Ziele der Hochschulreform.“ => richtig – aber dazu hab ich schon genug gesagt denk ich…

  14. @Martin

    zusammengefasst lese ich deine Meinung so, dass du schlicht nicht glaubst dass es unmöglich war eine faire Regelung zu finden die mit vertretbarem bürokratischen Aufwand die 5% Besten jedes Studiengangs ermittelt hätte.

    Naja – dazu hat Sas im Phil-Fak-Forum ja schon einiges geschrieben – aber vielleicht noch einen Punkt der allen nicht Phil-Fak-Studenten vielleicht so nicht klar ist:
    Beim Magisterstudiengang gibt es 2 und 3-fach Magister. D.h. jeder hat 2-3 Fächer aus einer Auswahl von ca. 30 Fächern (eher mehr). Daraus ergeben sich wie man ausrechnen kann eine zeimlich gewaltige Zahl an möglichen Kombinationen – und bei jeder dieser Kombinationen müsste man die 5% Besten ermitteln – und sehr viele dieser Kombinationen hätte wahrscheinlich so wenige Studenten dass man de facto niemanden befreien könnte.
    Dass es auch Fächer gibt bei denen es weniger schwierig ist und bei denen man „nur“ überlegen müsste wie man mit Leuten umgeht die ihre Zwischenprüfung/Vordiplomsprüfung nach 3 oder nach 5 Semestern ablegen mag sein – mit einer sinnvollen Lösung für alle konnte aber niemand aufwarten – deswegen war es logisch das Befreiungssystem an sich abzuschaffen und so als Nebeneffekt mehr Geld für alle zur Verfügung zu haben.

  15. Mir ist klar dass das Problem vielen sauer aufstößt. Aber bitte bedenkt, dass wir eine Lösung finden wollen, die allen Studierenden gerecht wird. Zu behaupten dass wir Senatoren nach Gutdünken entscheiden, finde ich einfach eine Frechheit. Das Thema wurde mit VerterterInnen der Fakultäten und im studentischen Konvent diskutiert.

    Und für alle die meinen Post nicht richtig gelesen haben: Ich habe mich nicht vehement für eine Abschaffung eingesetzt, sondern die Probleme beider Lösungen angesprochen, und dann hat sich in der Diskussion aller ergeben, dass die Einrichtung eines echten Förderprogramms die bessere Lösung ist.
    Ich bin auch dieser Meinung, und wer ernsthaft Interesse daran hat, mit dem kann ich gerne die bisherige Regelung Wort für Wort durchgehen, und zu jedem Satz die tatsächlichen Probleme auflisten.

    „Man hätte nur jetzt im ersten Jahr für alle Studiengänge einmalig je nach Prüfungsmodalitäten (…) eine Regelung finden müssen“
    Ja, genau das hat die Hochschulleitung ja probiert. Während du diese Forderung in ca. 20 Sekunden getippt hast, sind wir zusammen mit der Hochschulleitung in mehreren Sitzungen und Arbeitstreffen zu keiner befriedigenden Lösung gekommen.

    Und das Förderprogramm ist weder diffus noch „verschwindet“ da was in der Verwaltung, aber es ist natürlich jeder aufgefordert, seine Ideen einzubringen.

  16. Tja, so wie die Diskussion hier ausschaut, war die FAUNA doch eine sehr gute Idee 🙂

    Zur 5% Regelung: „Leistung muss sich wieder lohnen“… Wer im Grundstudium schon sich Geld dazu verdienen muss, weil er/sie sich sonst das Studium nicht leisten kann, hat erfahrungsgemäß deultich weniger Chancen, gut zu sein, da er/sie deutlich weniger Zeit für das Studium aufwenden kann. So kann es durch aus sein, dass jemand sehr viel leistet (Studium plus Arbeit), sich das aber nicht unbedingt in den Noten des Vordiploms widerspiegelt (was eine einmalige Prüfung zu einem fixen Zeitpunkt ist, deren Ergebnis nicht nur die Leistung während des Grundstudiums widerspiegelt, sondern leider auch die Tagesform des Profs und des Studenten).

    Eine 5% Regelung würde hier auch sehr häufig Studierende aus reichem Elternhaus bevorzugen, die sich nicht nur die Studiengebühren leisten könnten, sondern auch, da sie nicht nebenbei arbeiten müssen, mehr Zeit für das Studium haben und dadurch schon mal eine bessere Voraussetzung für gute Noten haben.

    Und wie Philipp und andere schon gesagt haben, diese Regelung ist nicht gekippt worden, weil sich bekiffte Studierendenvertreter mal zwei Minuten von der Weltrevolution abgewandt haben und dachten „das ist ja voll unsozial, ey, das finde ich voll nich gut“, sondern in vielen Diskussionen und Sitzungen ist diese Idee durchgekaut worden, zusammen mit Professoren, Mitarbeitern, Studenten. Studentenvertreter und FSIen sind schon lange nicht mehr bekiffte Weltverbesserer, auch wenn das noch so mancher zu glauben scheint…

  17. Dem Posting von Nils wollte ich nur noch hinzufügen, dass ich es witzig finde, wie sich hier einige auf die großartige Chance der Studierenden berufen, ein sorgenfreies Studium ohne Gebühren zu bekommen. Wer hat denn alles diese großartige Chance? 5 von 100.

    Wenn man nun aber die Geldnöte im Grundstudium schon hat, wie gut muss man dann sein, um zu diesen 5 von 100 zu gehören? Auch das hat Nils schon angesprochen: Ich behaupte, wer nebenher viel jobbt muss bei gleicher, sehr hoher Leistung, noch mal ein Stück besser sein.

    Wieviele X von 100 werden also dann zu denen gehören, die vorher Geldsorgen hatten und im Hauptstudium von dieser Last befreit werden? 3? 2? Ich weiss es nicht!

    Wie hoffentlich bereits jeder mitbekommen hat, auch wenn er es nicht wahrhaben möchte, scheint es schon den Konsens zu geben, dass man Leistung belohnen möchte. Die Attraktivität der Uni für begabten Nachwuchs wurde auch schon als Argument/Problem genannt. Wenn ich nun nach dem Abitur der Meinung bin, dass ich zu den 5 von 100 besten gehören werde, suche ich mir dann aber nicht sowieso die absolute Top-Uni aus und mache das nicht nur an Befreiungsmöglichkeiten fest? Und wenn Geld das ausschlaggebende Kriterium ist, gehe ich dann nicht gleich an eine Uni ohne Gebühren? Sollte die Uni also nicht inhaltlich etwas bieten?

  18. Ich lese hier die Ideen vieler Leute die sich dazu äußern, wie man die Studiengebühren einführen sollte, wie Befreiungen vonstatten gehen sollten und ähnliches mehr.
    Ich will niemanden persönlich angreifen, und alle, die auf mindestens einer Sitzung ihrer Studierendenvertretung waren sollen sich ausgenommen fühlen. An den Rest die Frage: Wo wart ihr, als die Satzung noch in der Ausarbeitung war? Wo waren Eure Meinungen und Anregungen? Ich habe als Studierendervertreter in der Physik von höchstens drei oder vier Leuten konstruktive Vorschläge dazu gehört, was man mit den Studiengebühren anfangen oder wie man die Satzung verbessern könnte. Dem Rest schien es absolut egal zu sein. Also haben die Studierendenvertreter zusammen mit den Professoren, der Hochschulleitung, den Fachschaften, den Dekanen,… nach bestem Wissen und Gewissen Verwendungspläne und eine Satzung ausgearbeitet.
    Jetzt ist die Arbeit gemacht und auf einmal kommen die Meinungen wieder auf, wie man alles hätte besser machen können oder sollen.
    Wenn ihr schon Ideen habt, dann bringt sie doch auch ein. Behaltet sie nicht für euch nur um danach sagen zu können „Ich war von Anfang an der Meinung so geht es nicht.“ oder „So werden also die Besten gefördert… Toll!“.

  19. Ich weiß nicht so recht was ich sagen soll…. Aber ich bin echt sauer.
    Wie könnt ihr euch eigentlich „Studierendenvertreter“ schimpfen, wenn ihr der Abschaffung dieser Regelung zustimmt!?! Ich kann da nur noch den Kopf schütteln.

    @Martin Locher: Wie? Du hast mit Widerstand gegen eine Abschaffung gerechnet?!? Soll doch ein Witz sein – oder? Die Uni ist doch froh, wenn sie noch mehr kassieren kann, warum dann dagegen Widerstand leisten? Ist doch toll für die, wenn alle Studenten zahlen müssen.

  20. Ich schimpfe mich Studierendenvertreter, weil ich die Studierenden vertreten will, und nicht dich allein…
    Inhaltlich brauche ich mich nicht zum x-ten mal wiederholen, die Argumente stehen schon längst da, aber dein Kommentar zeigt dass du sie offensichtlich nicht gelesen hast.

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