Brisante Studie: Studiengebühren halten junge Menschen von Hochschulen fern

Ein interessanter SPIEGEL-online Artikel berichtet von einer unter Verschluss gehaltenen Studie zur Abschreckungswirkung von Studiengebühren. Wir Studierendenvertretungen haben schon immer auf diesen Punkt hingewiesen, wurden aber nicht gehört. Und wie jetzt mit dieser Studie umgegangen wird, zeugt nicht von der Ehrlichkeit der Bildungspolitiker.
„Studiengebühren schrecken deutlich mehr junge Menschen vom Studium ab als bisher angenommen. Das zeigt eine Studie im Auftrag von Bildungsministerin Annette Schavan, die jetzt der Nachrichtenagentur dpa vorliegt – und ihren Angaben zufolge seit Wochen unter Verschluss gehalten wird.(…)“
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8 Antworten auf „Brisante Studie: Studiengebühren halten junge Menschen von Hochschulen fern“

  1. Was mich wundert ist, daß es keine großen Abwanderbewegungen zu den kostenfreien Bundesländern geben soll…

    Und als nächstes Frage ich mich, wieso HIS die Daten hat? Klar, technisch können die dran. Aber dürfen die das?

  2. Die meisten Unis haben doch Zahlen zu den Anfängern auf der Website, von daher ist das ja nichts, was jetzt hoch geheim ist.

    Mich wundert aber nicht, dass das so aussieht und ich verstehe jeden, der kein Studium anfängt und lieber eine Ausbildung macht. Das Studium wird immer teurer, man hat immer weniger Zeit zum nebenbei Geld verdienen, warum sollte man dann unbedingt studieren?

    Und die Problematik hört ja nicht damit auf, dass es weniger Hochschulabsolventen gibt. Jeder Abiturient, der nicht studiert, sondern eine Ausbildung anfängt erhöht die Schwierigkeiten für Realschulabsolventen einen Ausbildungsplatz zu finden. Diese sehen sich dann wieder weiter unten um und am Ende stehen die Hauptschüler, die keine Zukunft mehr haben und nur Aushilfsjobs machen können, für die man gar keinen Abschluss braucht.

    Aber das große Konzept zu sinnvoller Bildung über alle Ebenen wird bei unserer Politik wohl nie erreicht werden, obwohl das die einzige Chance ist, die Deutschland mangels anderer Resourcen hat.

  3. Ich vermute die fehlende Abwanderbewegung erklaert sich durch die genannte Verunsicherung, alle rechnen damit, frueher oder spaeter auch in anderen Bundeslaendern abkassiert zu werden. Wenn es nicht sowieso schon irgendeine „Landeskinder-Regelung“ gibt.

    Und ausserdem ist es oft natuerlich trotzdem billiger in einer nahegelegenen Uni Studiengebuehren zu zahlen als weite Strecken zu einer entfernten Uni finanzieren zu muessen.

  4. @Bruno: Das stimmt, hier ist halt alles zusammengefasst, sonst wird sich ja noch oft herausgeredet „das ist nur eine singuläre Ausnahme“ etc.

    @Wolfgang: Da kenne ich mich nicht gut genug aus, aus meinem Laienverständnis heraus würde ich aber vermuten dass die anonymen statistischen Daten schon verwendet werden dürfen. Ich glaube auch nicht dass die HIS das ohne das Einverständnis der Hochschulen genommen hat. Oder?

  5. Also wenn man sich mal die Zahlen der Studienanfänger pro Bundesland ansieht, dann ist es eindeutig, dass die Leute die ein Studium beginnen Länder ohne Studiengebühren bevorzugen. Zumindest nach den Zahlen für das Jahr 2007 ist diese Aussage auch statistisch (hoch) signifikant. Ist zwar etwas gewagt wenn man nur ein Jahr als Grundlage hat, aber es entspricht den Erwartungen.

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