Gebührengremium der Phil Fak I – 2.2.07 verbesserte Version

Nachdem Lena leider verhindert war und nicht zum Gremium konnte, durfte ich erstmals als ihre Stellvertreterin erscheinen. So haben wir uns um 10.30 im Dekanat getroffen und die wichtigsten Fragen zur Gelderverteilungs-Diskussion geklärt. Anwesend – und stimmberechtigt – waren Herr Prof. Sturm (Dekan der Phil I), Frau Prof. Stein-Kecks sowie Thorsten und ich als studentische Vertreter. Als beratende Stimmen waren noch Herr Schumann (Mittelbau) und Frau Kramer (Frauenbeauftragte) anwesend.

1. Berechnungsgrundlage und Schwankungsbereich
Die erste Sache die wir klären wollten, waren die die Fehler und Ungerechtigkeiten die bei der letzten Erhebung aufgetreten sind. So hätte z.B. das Institut für Politikwissenschaft ein Minus von 60% zum gehabt, das Institut für Psychogerontologie ein Plus von über 100%. (Das ganze wurde errechnet, indem die Vollstudienäquivalente Auskunft über die Größe des Instituts gegeben haben. Die Größe hat dann die Mittelvergabe bestimmt. Wer genauer über die Planung der letzten Gebührensitzung bescheid wissen möchte, soll sich doch bitte bei mir melden. Dann kann ich die alte Statistik zuschicken.)
So haben wir uns geeinigt, dass es zu einem Schwankungsbereich von +/- 15 % kommen soll.
Ein großes Problem an der Sache ist jedoch, dass wir natürlich noch keine genauen Zahlen haben können. Warum ? Die Uni hat noch keine Ahnung wie viele neue Studenten sich immatrikulieren werden – und wer dann alles zahlt. Die aufgeteilten 1.147.500 Euro für die Phil I sind ein Schätzwert, der nicht stimmen muss.

2. Wünsche der Institute und Studierenden

Einige Leute haben uns per Mail bereits ihre Wünsche gesagt, andere im persönlichen Gespräch und auch Diskussionen im Phil Fak Forum haben uns einiges an Problemen aufzeigen können. Vor allem die Verbesserung der Lehre wurde immer wieder – verständlicherweise – gefordert. Die Institute haben sich auch für mehr Flexibilität bei der Verteilung innerhalb des Institutes ausgesprochen. Diesen Antrag verstehen wir und unterstützen wir. Allerdings wollen wir den Instituten auch nicht allzu viel Freiraum lassen, damit die studentischen Wünsche nicht zu kurz kommen. Deshalb fordern wir von jedem Institut die ersten Semester einen Bericht was sie genau mit dem Geld gemacht haben. Und wir erwarten, dass die unsere Planung ungefähr eingehalten wird.

Bib Öffnungszeiten wurden häufiger angesprochen. Allerdings sehe ich da auch einfach ein Planungsproblem der UB. Denn es gibt einige Teilbibs in der gleichzeitig zwei Leute angestellt sind. In meinen Augen wäre es sinnvoller, wenn man die Arbeitszeit splitten würde. Da kann ich aber nichts machen, da müsste man sich wohl mit der UB auseinander setzen.
Ein weiteres Problem ist die Verteilung der Bib Hiwis. In der ersten Planung wurde jedem Institut zwei Hiwis á 5 Stunden für die Bib vorgeschlagen. Diese 10 Stunden können schnell zu 30 Stunden werden, wenn man eine Teilbib mit 3 verschiedenen Fächern hat (z.B. die Phil-Psycho-Päd Bib). Ob das nun wirklich sinnvoll ist steht auf einem anderen Blatt. Wie gesagt, ich sehe die Probleme beim allgemeinen Planen von Dienstplänen. Es werden sich die Öffnungszeiten dennoch um ein paar Stunden verlängern.

Lehraufträge wurden so viel es ging vergeben. Ein großes Problem sind einfach die Kosten für Lehrpersonal mit besonderen Auftrag. So etwas kostet in der Durchschnittsrechnung 70000 Euro (nach neuer Gehaltsstruktur pro Jahr) und hat ein Pensum von 18 SWS. Lehraufträge hingegen (mit 2 SWS im Sem) kosten 1320 Euro. Hinzu kommt, dass die Befristung ziemlich abschreckend für potentielle Dozenten ist.

Der vorhandene Raummangel soll durch die Anmietung des ev. Gemeindezentrums am Bohlenplatz verbessert werden. So können Massenvorlesung dorthin verlegt werden, da es Platz für 430 Studenten bietet. Evtl. können wir das ganze auch noch etwas um strukturieren und kleinere Räume im Gemeindezentrum noch mit verwenden. Aber da -wird sich noch mit beschäftigt. Die Mietkosten würden 40000 Euro betragen und sollen mit der Phil II geteilt werden.

Exkursionen sollen in Zukunft von den Instituten beantragt werden. Das ist sinnvoller als eine allgemein gültige Verteilung vorzunehmen. Philosophie wurden z.B. in der ersten Berechnung 3000 Euro zugewiesen. Als Rückmeldung bekamen wir aber, dass die Philosophen keine Exkursionen unternehmen. So kann das Geld z.B. den Historikern zu Gute kommen (sofern sie ihre Anträge rechtzeitig stellen). Der Exkursionstopf ist nochmal ein eigener Posten, der 40000 Euro pro Jahr beträgt.

Das internationales Büro, welches mögliche Auslandsaufenthalte organisieren und betreuen soll, wurde als sinnvoll erachtet, wenn die Phil II sich beteiligt.

Auch die Möglichkeit das Latinum nach zu lernen, soll weiterhin gegeben werden. Für verschiedene Lehramtsfächer, wie auch Philosophie und Geschichte ist ein Latinum absolut unumgänglich. Jedoch möchten wir erst erfahren, warum plötzlich nicht mehr aus dem alten Topf das Geld genommen werden kann. Im Notfall kann man sich mit der Phil II zusammenschließen und etwas anbieten. Dennoch muss nicht alles aus den Studiengebühren finanziert werden, damit an anderen Stellen eingespart werden kann.

3. Die solidarische Streitfrage
Es wurde von der Frauenbeauftragten der Antrag auf 25000 Euro gestellt, damit Kinderbetreuungsplätze geschaffen werden können. An sich ist das eine unterstützenswerte Idee, jedoch nicht, wenn Mütter von den Gebühren befreit sind. Familie und Kinder sind wirklich eine tolle Sache, aber wir denken nicht, dass es eine studentische Aufgabe ist das demografische Problem unseres Landes zu lösen. Wir meinen, dass es eine Staatsaufgabe ist und nicht von Studenten gelöst werden muss, die selbst nicht im Geld schwimmen. Natürlich begrüßt der Freistaat solch eine Idee, aber solche Einsparung auf studentische Kosten sind weder richtig, noch gerecht. Deshalb wurde der Antrag vom Gremium einstimmig abgelehnt.

4. Das Import- / Exportproblem

Es gibt Institute deren Kapazitäten teilweise auch von Studenten anderer Fakultäten in Anspruch genommen werden. Die Wirtschaftswissenschaftler sind da besonders betroffen, da teilweise Mathematiker u.a. dort Scheine machen müssen. (Andere Bsp: Statistik Scheine kann man sowohl an der WISO, wie auch am Psychologischen Institut machen. Sportwissenschaftler brauchen einen Empirie Schein.). Aber auch Fakultätsintern gibt es einige Scheine, die fächerübergreifend erbracht werden müssen. Um die Kapazitäten einrichten zu können, muss dies aber erfasst werden. In der Vollstudienäquivalentrechnung werden diese Studenten natürlich nicht berücksichtigt. Deshalb wäre es dringend nötig, dass man auch dieses Problem sich überlegt und dann darauf reagieren kann (z.B. in der Verbesserung des Lehrangebots). Die HSL hat bis zum WS 07/08 bereits Statistiken zu diesem Problem angekündigt.
Um 13.45 waren wir dann mit der Sitzung soweit fertig. Wir müssen jetzt nur noch alles von der HSL abgesegnet bekommen und gut ist. Natürlich hat auch diese Änderung keine absolut faire Lösung gebracht, aber es wird immer jemanden geben, der sich benachteiligt fühlt. Das momentane Konzept wird sicher auch noch mehrfach geändert werden. Aber das Grundkonzept steht und auf diesem sollten wir aufbauen.
Wir hoffen, dass ihr bereits im SS 07 Resultate sehen könnt. Aber an der Lehre wird sich auf die Schnelle wohl leider nichts ändern (WS 07/08 sollte aber deutliche Veränderungen aufzeigen können) – das liegt auch ein wenig mit an der schlechten Planung der HSL, die ihre Termine für Vorschläge so spät angesetzt hat. In Bücher wird mit Sicherheit schon investiert werden können. Und auch die Exkursionen sollten getätigt werden können.

Ansonsten gilt das gleiche wie immer: Wenn euch ein Missstand auffällt, dann meldet euch. Wir versuchen wirklich unser Bestes, aber ohne Rückmeldung von möglichst vielen Studenten wird es schwierig.

Danke für die Mühen, meinen Roman zu lesen. Ich hoffe, dass ich keine größeren Fehler reingeschrieben und ich nichts vergessen habe. 🙂

Edit: Fehler sollten jetzt behoben sein.

5 Antworten auf „Gebührengremium der Phil Fak I – 2.2.07 verbesserte Version“

  1. Ich finde es ein bisschen schade, dass die Miete fuer Raeumlichkeiten der Uni aus Studiengebuehren bezahlt werden soll. Natuerlich dient es der Lehre, wenn Studierende Uebungsraeume haben, aber so war eigentlich nicht der Geist des Gesetzes 🙁

  2. Offiziell ist das vielleicht nicht der Geist des Gesetzes, aber hier wird nur wie schon oft an anderen Stellen vorgeführt, was wirklich dahintersteckt.

    Lehre lässt sich halt schlecht verbessern, wenn ihre Qualität schon an den äußeren Bedingungen scheitert, wie z.B. Knappheit an großen Räumen (was bringt mir die tollste Vorlesung, wenn ich nicht mehr in den Raum passe?). Für diese sieht die Politik keinen Bedarf, Geld auszugeben. Im Gleichzug davon zu reden, dass Studiengebühren dafür aber nicht vorgesehen sind, ist doch dann schlicht nur noch Heuchelei.

    Ich frag mich ja immer noch, wieso so viele Leute darauf hereingefallen sind…

  3. Ist ja noch viel witziger: Die Mittel dürfen nicht für die Lehre verwendet werden. Klingt ja gut, verbietet aber die Einstellung richtiger Professoren oder die Modernisierung von gleichzeitig für Forschung und Lehre genutzten Rechnerpools…

    Oder hat man da mittlerweile -äh- kreativ uminterpretiert? 🙂

  4. Die Gebuehren sollen zur zusaetzlichen Verbesserung fuehren, spezielle Einrichtungen wie Tutorien, zusaetzliches bei der Bib (habt ihr ja gemacht) etc. Aber die Gebuehren sollen auch das Recht der Studenten staerken, den Profs und vor allem der Hochschulleitung (HSL?) staerker auf die Finger zu schauen, zur Not zu klopfen. Wie das „Klopfen“ aber ausschauen wird, kann ich nicht so recht sagen, aber vielleicht Beschwerdemails in massiver Form? Jedenfalls hat die Uni seit der „bezahlten Dienstleistung“ nicht mehr mit der duckenden Masse der Studenten zu tun. Geld tut halt doch weh. Einfach Rabatz machen, immer und immer wieder wo es not tut! Denn der groesste Geldfresser ist Inkompetenz unter dem Personal. Es kann doch zum Beispiel nicht angehen, dass die UB sich nur deswegen nicht modernisiert, weil sie – ogottogott – ein paar Arbeitsplaetze (von unflexiblen Sesselpupsern) schuetzen will.

    Gruesse
    Kraxel

  5. @Kraxel

    naja – bevor man sich „beschwert“ könnte mans ja auch einfach erstmal mit konstruktiven Verbesserungsvorschlägen versuchen…

    Wo konkret siehst du denn z.B. bei der UB Modernisierungsbedarf? Einfach bloß dem Personal pauschal Inkompetenz vorzuwerfen finde ich – vorsichtig ausgedrückt – schon etwas schwach.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.