Antrag: Frankonia runter von der Uni-Website

Bei der letzten Sitzung des (alten) studentischen Konvents 2011/12 am 02. Juli wurde folgender Antrag gestellt:

„Der Studentische Konvent fordert die Universitätsleitung ausdrücklich auf, die Verlinkung zur Seite der „Erlanger Burschenschaft Frankonia“ umgehend von der Homepage zu entfernen.“

Begründung:
Die Frankonia ist Mitglied der rechtsgerichteten Deutschen Burschenschaft und als solche auch unter den Erlanger Studentenverbindungen weitgehend isoliert. Mit den Grundsätzen der Universität ist diese Verbindung nicht zu vereinbaren und darf deshalb auch keinen Platz auf der offiziellen Uni-Website eingeräumt bekommen.

Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Wie geht es weiter? Die erste Reaktion der Universitätsleitung: Zustimmung in der Sache aber rechtliche Bedenken, daher wird wohl vorerst nichts geschehen. Dennoch bleibt zu hoffen, dass sich eine Lösung finden wird.

Bereits letztes Jahr hatten mehrere Hochschulgruppen und Einzelpersonen in einem offenen Brief gefordert, die Verlinkung zu entfernen. Von Seiten Grüskes hieß es damals mit Verweis auf die Meinungsfreiheit: „Die Universität ist keine Maul­korbbehörde“ (http://www.nordbayern.de/region/erlangen/netzauftritt-der-universitat-sorgt-fur-arger-1.1589194).  Was meint ihr dazu?

 

 

16 Antworten auf „Antrag: Frankonia runter von der Uni-Website“

  1. Ein Dilemma!
    Auf der einen Seite war ich ich noch nie auf dieser Website und ich denke das geht nicht nur mir so… ich fürchte, dass so durch ein Vorgehen, die Frankonia eventuell (positive) Publicity bekommt und das will vermutlich niemand… auf der anderen Seite ist es natürlich unsäglich, dass so eine Gruppe auf der Uni Website verlinkt wird….
    Am liebsten wäre es mir, wenn Frankonia abgeschafft wäre….

  2. Es gibt eine grüne Hochschulgruppe und mit dem RCDS eine CSU-Hochschulgruppe.
    Niemand will sie ernsthaft von der Link-Seite verbannen.
    Bei einer NPD-Hochschulgruppe dürfte man das auch nicht.
    Politische Meinungsfreiheit — verbietet man alles, was die meisten doof finden, bleibt nur graue Mitte ohne Profil. Die Grünen finden auch die meisten doof.
    Schaut euch die Wahlergebnisse an.

    Wenn’s nun sogar nur eine Verbindung ist, die nicht einmal direkt Einfluss auf die Uni-Politik ausübt sieht es erst recht genauso aus.

    Es ist beschämend, dass der Konvent diesen Antrag überhaupt auf der Tagesordnung hatte, skandalös, dass er angenommen wurde, und unvertretbar, dass das einstimmig war.

    Und das sage ich als linker, libertärer, internationalistischer Öko.
    Habt ihr alle ’nen kompletten Dachschaden? Meinungsfreiheit gilt nun mal auch für unliebsame Meinungen, sonst wäre es doch nämlich auch nur Gleichschaltung!

    Die eigentlichen Nazis hier seit Ihr, die legale Meinungsäußerungen reglementieren wollen.
    Eure Meinungen wichtiger als Frankonia-Meinungen?

    Vollidioten…
    Besten Dank an Grüske an dieser Stelle. Dachte ja nie, dass ich das mal sagen werde.

  3. Liebe Meinungsfreiheit,

    es geht ja nicht darum, die Frankonia oder ihre Meinungsäußerungen zu verbieten. Es geht schlicht darum, ob sie auf der offiziellen Uni-Homepage verlinkt sein muss.

  4. @politische Meinungsfreiheit:
    Diese Wortwahl braucht’s im StuVe-Blog nicht.
    Wenn du so fuer Meinungsfreiheit bist, wie kannst du dann kritisieren das der Konvent diesen Antrag diskutiert hat? Wer soll entscheiden was angenommen wird und was ignoriert/zensiert wird?
    Aber ich nehme an du hast deinen Kommentar nicht ernst gemeint (ein sog. Troll), sonst haettest du dich etwas zurueckgehalten und versucht logisch und sachlich zu schreiben, statt hinter einem Pseudonym versteckt hier mit beleidigende Begriffe um dich zu werfen. Das muss hier echt nicht sein.

    Ansonsten kann ich nur Lukas zustimmen…

  5. Na, die Frankonia ist von Studenten für Studenten. Genauso wie (fast) alles was verlinkt wird. Wenn nun die Meinung des RCDS unliebsam ist, ist es verständlich, dass man die aus der Linkliste raus haben will. Macht aber keiner, weil sie zwar bei vielen unbeliebt sind, aber es nun mal im demokratischen Rahmen erlaubt sein muss, sich unbeliebt zu machen.

    Das gleiche gilt für die Frankonia. Ich sehe keinen Unterschied. Echt nicht. Es ist eben eine studentische Organisation, die um Uni-Umfeld lebt. Wie Bonding, der VDI, und die sdw.
    Wie wär’s, löschen wir doch die schwul-lesbischen Queerdenker von der der Liste, gibt sicher ein paar Studenten, denen das gefallen würde, obwohl Homosexualität per se nicht illegal ist.
    Sich rechtem Gedankengut zuzuneigen ist nunmal auch nicht per se illegal; wenn die Frankonia konkret gerichtlich verurteilt wird, ist es eine andere Sache, über die Streichung zu diskutieren.

    Persönlich leiden kann ich übrigens beide (RCDS und Frankonia) nicht, bin im FSIen-Umfeld aktiv, und so weiter. Dass der Antrag diskutiert wurde, schön und gut, aber das Ergebnis ist meiner Meinung nach wirklich nicht vertretbar.

    Zumal Verbote hier nur schaden. Betreibt Aufklärung; definiert die Frankonia unter dem Buchstaben „F“ als „rechtsgerichtete Burschenschaft“ im Glossar der ESE-Heften.
    Da hätte ich keine Einwände.

    Nein, es ist kein Troll.

  6. „Aufklärung über studentische Verbindungen“ war eines unserer Wahlversprechen. U.a. hatten wir im Juni eine gut besuchte Veranstaltung zu dem Thema, auch haben wir uns mit anderen Verbindungen über das Thema ausgetauscht. Das Ergebnis war der Antrag.
    Ich finde nicht, dass es Publicity für die Frankonia ist, selbst wenn das Anliegen letztendlich nicht durchkommt. Es ist auch Aufklärung, wenn die Leute erfahren, dass der Konvent, (oder die UL, die Profs, wer auch immer) diese Verlinkung dort nicht haben wollen und aus welchen Gründen.
    Für mich besteht ein qualitativer Unterschied zwischen „eine Gruppe doof finden“ oder „eine für Meinung unliebsam halten“ und dem Leitbild der Uni bzw. der demokratischen Gesellschaft zu widersprechen. Das ist meiner Meinung nach der Fall, wenn Erstsemester oder andere Studierende sukzessive an recht Strukturen und Ideologie herangeführt werden.
    Rechtlich gesehen ist es eine Gratwanderung, da muss ich dir Recht geben. Aber Meinungsfreiheit steht halt auch nicht über allem.
    (Wie Bernhard schon sagte, ist „Es ist beschämend, dass der Konvent diesen Antrag überhaupt auf der Tagesordnung hatte“ übrigens eine schwache Haltung zur Meinungsfreiheit; und dich wird niemand hindern, auf der nächsten Sitzung einen Gegenantrag zu stellen…)
    Mfg

  7. 1. Wenn die Meinungsfreiheit nicht über Allem steht, worüber steht sie denn dann nicht?
    Diese Grenze lässt sich nur auf eine Art und Weise ziehen: Die Meinungsfreiheit steht über allem, was nicht durch die Legislative verboten wurde. Solange es kein Gesetz / Verwaltungsvorschrift / … dagegen gibt, dass man etwas denkt, sagt oder tut, ist es also von der Meinungsfreiheit gedeckt.

    Mir ist kein Gesetz bekannt, dass „rechte Strukturen und Ideologie“ verbietet; schon mal was von der NPD gehört? Die ist auch legal.
    Die Frankonia und das was sie tut, sind also rechtens, und von der Meinungsfreiheit und sonstwas gedeckt.

    2. Fällt die Frankonia unter die Kategorie „von FAU-Studenten für FAU-Studenten“? Definitiv. Ich denke, dass steht nicht zur Debatte.

    3. Ist das, was dort getan wird, mit dem Leitbild der FAU vereinbar? Wenn nein, dann wäre das in diesen Punkten nicht der Fall: „Chancengleichheit“, sowie „weltoffene und international ausgerichtete Universität.“

    Chancengleichheit wird dadurch, dass die Frankonia festlegt, wessen Nase ihnen passt, und wessen Nase ihnen nicht passt, nicht stärker eingeschränkt, als das bei anderen auch der Fall ist. Die häufige Einschränkungen gehen nach Geschlecht oder Konfession. Bei der Frankonia geht’s vielleicht eher nach Geschlecht und Nationalität. Sehe ich keinen wesentlichen Unterschied bezüglich dem Ausmaß an Diskriminierung.

    Bleiben zwei Unterpunkte: „international ausgerichtet“ und „weltoffen.“

    „International ausgerichtet“ ist die Frankonia bestimmt, insofern, als dass jemand aus Wien ein Gästezimmer — spekuliere ich — sicher bekommen kann. Außerdem wird die Frankonia es — vermutlich — begrüßen, wenn Ihre Mitglieder sich im Ausland durch Forschungspräsentationen profilieren.

    „Weltoffen,“ gut, ich muss eingestehen: spätestens hier wird es haarig. Weltoffen sind die vermutlich eher nicht. Aber: es ist mir ein Professor bekannt, der seine Evaluation bewusst zurückhält, und konstruktive Gespräche zur Verbesserung der Veranstaltung ablehnt. Er verweigert sich also dem Punkt des Leitbildes „Optimierung der Lehre.“
    Wieso genau ist es der Fall, dass jemand, wenn er nicht „weltoffen“ ist, nicht verlinkt werden darf, aber jemand der die Optimierung der Lehre behindert, kein Problem hat?

    Es gibt einfach keinen validen Punkt gegen die Verlinkung der Frankonia.
    Leider, ich würde ja durchaus gerne einen finden.

    Wenn die Meinungsfreiheit nicht am Gesetz ausgerichtet ist, wo soll dann die Grenze sein? Wer soll sie denn ziehen?
    Die Frankonia genießt hier das gleiche Recht, wie die NPD auf Polizeischutz bei ihren Demonstrationen. Gut finde ich beide nicht, aber dass es sie geben darf und sie keiner Sonderbehandlung unterzogen werden, das muss als Grundrecht erkannt werden.

    Eine Universität besteht aus Ihren Mitgliedern. Daher sind die Werte einer Universität auch die Werte ihrer Mitglieder. Die Werte der Mehrheit, die nichts von rechtem Gedankengut hält, sind also ein starker Teil der Universität; das Büro der Frauenbeauftragten wurde nicht aus Versehen umbenannt, es gibt ein Amt für internationale Angelegenheiten, et cetera.
    Die Frankonia-Studenten sind jedoch nun mal auch Mitglieder der FAU, und somit sind auch deren Werte ein, wenn auch schwacher, Teil der Universität.

    Einem Teil der Universität die Verlinkung zu verbieten, ist einfach nicht akzeptabel.

    Soll die Verlinkung weg, muss die Frankonia weg, durch Schwund der Mitglieder oder juristische Schritte.
    Schwund der Mitglieder, das geht durch Aufklärung, nicht durch Verbot und Unterdrückung.

    Führt die Frankonia in euren Einführungshefte entsprechend als „rechtspopulistische Burschenschaft“, schreibt einen Artikel der Verbindung, Corps und Burschenschaft definiert mit rein. Isoliert die Mitglieder im Alltag.
    Alles gut.
    Aber die Verlinkungssache ist einfach nicht in Ordnung.

    Die „Vollidioten“ möchte ich zurücknehmen, und bitte um Entschuldigung.
    Beim Rest bleibe ich allerdings.

  8. Nö, die „Nazis“ waren im erweiterten Sinn zu verstehen; das wurde vielleicht nicht ganz klar.
    Meinungs- und Kontrollnazi ist der Antrag find ich definitiv. Gemeint war nicht Hitlerfreund.

  9. Der Konvent fordert doch nur die Verlinkung abzuschaffen. Entscheiden muss das doch letztens endlich die Uni (oder?) und die hat dann zu entscheiden, ob die Verlinkung entfernt wird. Und da muss die Uni eben abwägen – vermutlich so wie „politische Meinungsfreiheit“ das abgehandelt hat -, ob eine Entfernung der Verlinkung undemokratisch und eine Beschneidung der Meinungsfreiheit ist.
    Unabhängig davon kann doch der Konvent doch trotzdem fordern, dass die Verlinkung entfernt wird. Es gibt den schönen Spruch: „Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des anderen beginnt.“. Die Werte und Vorstellungen (Homophobie, Sexismus, Nationalismus, .. nur um mal ein paar zu nennen) passen einfach – hoffentlich! – nicht zu denen, die der Rest der Studentinnen und Studenten vertritt. Und da finde ich es überhaupt nicht „undemokratisch“, wenn der Konvent dann quasi fordert „Wir wollen mit euch nichts zu tun haben“. Es hat ja, aufgrund der oben genannten Gründe, mehr symbolischen Charakter.

  10. Die Mehrheit der Studenten hält nichts von der Frankonia. Das heißt aber nicht, dass die Mehrheit der Studenten eine Forderung befürwortet, die (meiner Meinung nach) nicht rechtens ist.

    Ich halte auch nichts von McDonalds, und nicht-Recycling-Klopapier.
    Ich halte auch nichts von Rauchen. Dass man darum erwachsenen Menschen verbietet sich in geschlossenen Räumen selbst und gegenseitig zu schaden ist trotzdem nicht in Ordnung (vorausgesetzt das Arbeitsamt dürfte keine Arbeitsplätze in Raucherkneipen vermitteln; Arbeitnehmerschutz).

    Diese symbolische Wirkung des Antrages empfinde ich als so stark, dass sie die andere klar überdeckt. Dass die Universität das zum Glück genauso sieht ist ja spätestens jetzt klar.

    Und stellt euch erst mal die symbolische Wirkung vor, wenn die Frankonia mit einer Klage Erfolg haben würde. Ob sie überhaupt klagen könnten, bin ich mir nicht sicher. Bin kein Jurist.

    Ich hätte es beim offenen Brief und den anderen Handlungsmöglichkeiten (s.o.) belassen. Als Hochschulgruppe und Einzelperson etwas zu fordern, ist eine Sache. Als Gremium mit Beschluss ist’s eine andere.

  11. Ich möchte sogar noch weitergehen, und eine NPD-Hochschulgruppe fordern. Schließlich hat jede in Deutschland zugelassene Partei eine Hochschulgruppe an der Universität. Endlich käme mal bisschen frischer Wind in diesen selbsternannten Konvent. Außer linkem Gesindel und Gutmenschen machen die doch nix, außer sich selber zu beweihräuchern. Die NPD fordert wenigstens die Abschaffung der Studiengebühren für Deutsche, AusländerInnen, die auf unsere Steuern leben, müssen zahlen. DAS wäre sozial.
    Und jetzt macht mich fertig mit euren Kommentaren.

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