Entwicklung der Studierendenzahlen

Zur Entwicklung der Studierendenzahlen gibt es zweierlei zu sagen. Entgegen den öffentlichen Beteuerungen haben die Studiengebühren, Auswahlverfahren, der generelle Zustand der Hochschulen und die gestiegenen Lebenshaltungskosten Auswirkungen auf das Einschreibeverhalten.

Ebenso hat die Umstellung auf die modularisierten Bachelor-Studiengänge und die damit verbunden Unklarheit zu Einschränkungen bei den Studienanfängerg geführt. Ein Artikel auf SPIEGEL-online beschreibt diese Faktoren:
„Alle reden vom Studentenberg. Doch der große Zustrom an die Unis bleibt bisher aus. Mehr Abiturienten als erwartet entscheiden sich gegen ein Studium, zugleich machen viele Hochschulen ihre Türen zu: Der Numerus clausus schlägt Bewerber in die Flucht.“
-> Link zum ganzen Artikel

Eine im Juli vorgelegte Studie des CHE-consult kommt aber zum Schluss, dass die zusätzlichen Finanzmittell zur Bewältigung der vermuteten ansteigenden Studierendenzahlen nicht ausreichen, weil viel mehr Menschen ein Studium beginnen werden. Die Schätzung basiert auf den offiziellen Zahlen der KMK (Kultusministerkonferenz), ist aber von der Politik bisher noch nicht kommentiert. Der Hochschulpakt zwischen Bund und den Ländern läuft 2010 ab, es fehlen dieser Studie nach aber weitere Finanzmittel in dramatischer Höhe von einigen Milliarden. Die Verteilung ist auch nicht einheitlich in einigen östlichen Bundesländern wird es ein Überangebot an Studienplätzen geben, wohingegen in manchen westlichen Länder nach diesen Zahlen ein Studierenden“überschuss“ entstehen wird. Natürlich sind dies alles Schätzungen, die aber intensiv geprüft werden müssen, damit die Studierenden in 10 Jahren nicht auf der Straße stehen, und Alle behaupten „wir haben von nichts gewusst“.
Die Studie des CHE-consult ist hier zu finden:
CHE Consult Studie zum Hochschulpakt II

32 Antworten auf „Entwicklung der Studierendenzahlen“

  1. Ja, ich weiß. Die generelle politische Position des CHE und die Einmischung in die Entwicklung des Hochschulsektors mit den Bertelsmann-Millionen sind nicht hinnehmbar.
    Aber ich habe ja auch nicht geschrieben dass das CHE toll ist, sonder auf eine Studie hingewiesen, die Anlass zur Sorge bereitet, egal ob sie vom CHE kommt oder nicht

  2. Nochmal: Das muss „Studentenzahlen“ heißen, Studierendenzahlen wären jene Zahlen, die angeben, wieviele Leute zum genauen Zeitpunkt der Erhebung ihre Zeit aktiv dem Studium gewidmet haben. Und wie das operationalisiert werden soll ist mir schleierhaft…

  3. Es geht darum eine geschlechtsneutrale Formulierung zu finden. Die wirklich korrekte Formulierung wäre dann „Anzahl der Studentinnen und Studenten“, aber das ist mir etwas lang. Und in allgemeinen Artikeln, in denen es nicht genau um diesen Aspekt geht (aktive/inaktive Studis) sollte jeder wissen was gemeint ist.

  4. Ich kann es noch halbwegs nachvollziehen, dass offizielle Texte „geschlechtsneutral“ formuliert sein müssen. Allerdings bleibt mir schleierhaft, warum wir als Studenten (sorry, Studierende) uns diesem etwas seltsam anmutenden Treiben anschließen?
    Ich finde es ehrlich gesagt einfach lächerlich bei jedem Wort darüber nachzudenken, ob man es als geschlechtsspezifisch deuten kann. Das trifft im Übrigen auch auf alle Studentinnen zu, mit denen ich bisher über das Thema gesprochen habe. Vielleicht sollte darüber nachgedacht werden, ob man hier nicht weit über das Ziel hinausschießt? Meines Erachtens sieht die deutsche Sprache durchaus vor, dass bei der Verwendung eines Plurals außerhalb der direkten Anrede beide Geschlechter erfasst werden.

  5. Oh weh….
    Wir müssen uns dem nicht anschließen, wir sollten dem vorausgehen!
    Du sollst nicht darüber nachdenken, sondern es sollte selbstverständlich sein immer beide anzusprechen, fertig!
    Ok, wenn du mir schreibst dass du zur „Frauen hinter den Herd und in die Kirche“-Fraktion gehörst, dann argumentiere ich nicht weiter, das ist dann eh sinnlos. Aber wenn du nicht zu dieser primitiven Sorte gehörst, dann solltest du die Zusammenhänge eigentlich verstehen: Warum ist es denn so dass mit der männlichen Form immer alle gemeint sind, aber nicht mit der weiblichen? Warum ist denn in den ganzen Führungsgremien, auch in der Studentinnen- und Studentenvertretung (bevor wieder jemand jammert) fast keine Frau? Warum klammern sich denn viele Stammrischrundenartige Männerdiskussionen an die vermutete männliche genetische Überlegenheit, der sich die dümmlichen Frauen unterzuordnen haben, weil es schon immer so war?

    Wie ich auch in dem Workshop nu Frauen in den Studivertretungen deutlich gemacht habe (und mich dafür zurechtweisen lassen musste), ist es ein Problem dass von einigen FundamentalistInnen weit über das Ziel hinausgeschossen wird.
    Aber es gibt auch Studien zur Verwendung geschlechterneutraler Formulierungen, die ich gerne verlinken werde, wenn ich nächste Woche wieder hier bin (sofern diese Fraktion überhaupt Interesse an Argumenten hat)

  6. Schließ mich dem Johannes an: Es nervt! Es ist nun mal teil unserer Sprache, das ein Plural einer Gruppe maskulin ist, sobald mindest ein Mann dabei ist. Und man sollte sich doch lieber dafür einsetzen, dass es selbstverständlich ist, dass beim Plural, maskulin auch Frauen gemeint sind und nicht dafür, dass man Frauen extra erwähnen muss und sie sonst nicht gemeint sind. Soll man halt Studenten für gemischte, Studentinnen für eine weibliche und Studentern für eine männliche Gruppen sagen.

    Und um auf dein anderes Thema zu kommen: Du solltest mal schauen, wie viele Kommentare hier von Männern und wie viele von Frauen kommen. Meine Schlussfolgerung daraus ist, dass Frauen sich nicht an politischen Diskussionen beteiligen wollen – oder sich nicht trauen. Das unleserlich machen von Texten hilft hier sicher nicht. Vielleicht sollten die Feministen (!! Achtung es sind beide Geschlechter gemeint, sonst hätte ich Feministinnen geschrieben. !!) damit anfangen, statt gegen die bösen Männer, für die Frauen zu kämpfen, damit diese mehr am politischen Leben partizipieren. Und wenn diese eigene Frauenplenum brachen, dann suggerieren sie doch selbst das sie unterlegen sind – zumindest mir fällt keine andere Schlussfolgerung ein.

  7. Keine Sorge, ich gehöre nicht zu der „Frauen gehören hinter den Herd“-Fraktion und habe durchaus schon die Männerlastigkeit der Studentenvertretung bemerkt (zumindest auf „offiziellen“ Ebenen, bei den TechFak-FSIen siehts meines Erachtens ganz gut aus [wenn man die Frauenanteile in der FSI und bei den Studierenden vergleicht]). Auch dort gibt gibt es jüngst Besserung, immerhin haben wir zwei Sprecher(innen)rätinnen (?). Ich glaube nicht, dass das an der Umstellung von Studentenvertretung zu Studierendenvertretung liegt, aber vermag das natürlich nicht zu beurteilen.
    Meines Erachtens liegt die Ursache woanders und dort muss man sie auch beheben (ohne jetzt sagen zu können, was das Problem ist – wahrscheinlich im „Eindringen in eine bisherige Männerdomäne“). Es geht ja noch weiter, von Studenten zu Studierenden ist noch kein großer Aufwand. Aber wenn man „Mathematik für Ing.“ schreiben muss, weil „Mathematik für Ingenieure“ nur Männer einschließt (mittlerweile ist es glaube ich „Mathematik für Ingenieurberufe“ – mit den Steuern finanzieren wir Leute, die sich da monatelang darüber den Kopf zerbrechen!), dann weiß ich nicht mehr ob ich lachen oder weinen soll. Was wird denn aus Sprecherräten?
    Vielleicht müssen Frauen, die erfolgreich sein wollen auch einfach verstehen, dass sie im Plural auch gemeint sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass unsere Bundeskanzlerin Sätze wie die „die acht deutschen Bundeskanzler seit 1949“ missversteht. Wahrscheinlich wäre sie heute noch Ministerin für Frauen und Jugend, wenn sie ihre Muttersprache nicht verstanden hätte.

    PS: um die Frage zu beantworten, warum wohl mit dem männlichen Plural alle gemeint sind und mit dem weiblichen nicht – ich würde die Ursachen hier in der Geschichte suchen. Aber dann auch hinnehmen, dass es so ist und nicht gleich die Sprache revolutionieren wollen, weil es so ist.
    PPS: man beachte den Frauenanteil im StudiVz, obwohl dort stets nur von Freunden und nicht von Befreundeten die Rede ist; vielleicht wird hier wirklich von Männern ein Problem gesehen, dass für 95% der Frauen nicht vorhanden ist?

  8. @Philipp: „Warum ist denn in den ganzen Führungsgremien, auch in der Studentinnen- und Studentenvertretung (bevor wieder jemand jammert) fast keine Frau?“

    Das liegt bestimmt nicht daran, dass die nur männliche Begriffe verwenden. Ich denke das Problem liegt nicht an den bösen Männern, die Frauen nicht ernst nehmen, sondern an den Frauen selbst, die sich das nicht in dem Maße zutrauen wie es Männer tun (ein paar sehr engagierte zum Glück ausgenommen).

    Und mit den ganzen Zusatzangeboten, die es auch hier an der Uni gibt wird dieser Trend in meinen Augen eher verstärkt anstatt behoben. Klar kann das auch als Chance gesehen werden, aber irgendwann muss Frau halt begreifen, dass es keine Verhätschelungsseminare auf Topebene gibt und sie selbst dafür verantwortlich ist, ob sie als Führungspersönlichkeit angesehen wird oder nicht.

  9. Man hätte doch nochmal was zum Frauenworkshop schreiben sollen…

    Ich weiß auch nicht so ganz wo das Problem der Frauen ist. Das Jahr lang als ich aktiv war, fand ich nicht, dass ich irgendwie wegen meinem Geschlecht diskriminiert worden bin. Eigentlich fand ich immer, dass ich stets bevorzugt und vor allem überaus freundlich behandelt wurde – zumindest vorne rum. Und keinem weiblichen Wesen wurde das Wort verboten oder sie wurde nach Wortmeldung als Idiot hingestellt. Das hätte sich niemand getraut, weil gleich die Gender-Karte gezogen worden wäre.

    Jetzt mal ehrlich: selbst wenn ein Mann die Herd-Kirchen-Geschichte denken würde, er dürfte es nicht sagen, weil man ihn verbal steinigen würde. Ob das jetzt sinnvoll ist, ist dann auch fragwürdig. Wenn ich sage, dass ich Männer unmännlich finde, wenn sie Babys um den Bauch tragen, wenn sie GZSZ schauen, wenn sie wegen jeder Kleinigkeit heulen, wenn sie ständig einkaufen gehen wollen, wenn sie sich Brust/Beine epilieren etc. dann wird das akzeptiert. Sagt ein Mann, dass eine Frau sich um die Erziehung von Kindern kümmern sollte, dann wird er angegangen, weil er ein unmodernes Weltbild hat. So viel zum Thema Meinungsfreiheit.

    Wirklich, es gibt wichtigeres als der Streit um Schreibformen. Es sollte viel wichtiger sein, dass Kompetenz gefördert wird und nicht das Geschlecht. Und es sollte nicht in Ordnung sein, wenn männliche Profs nicht wahr haben wollen, dass Frauen an der Uni kaum vertreten sind, wenn es um Rige der Profs geht. Das finde ich wesentlich bedenklicher als irgendwelche Formulierungen. Die deutsche Sprache ist eben männlich geprägt. Ja und? Davon fühle ich mich nicht bedroht.

    Und zum eigentlichen Thema: es wundert mich nicht, dass immer weniger Leute studieren. Vor allem der geisteswissenschaftliche Bereich kann weniger als eine brotlose Kunst sein – wo kein Geld, da auch kein Brot. Müsste ich jetzt nochmal entscheiden, ob Studium oder Ausbildung, würde ich erst die Ausbildung machen oder etwas sinnvolles studieren. Das was ich getan habe, würde ich absolut niemanden empfehlen.

    @Bruno:
    Wichtig wäre die Frage, ob die Frau überhaupt in die Topebene kommen könnte. Denn da spielen weit mehr Faktoren als Kompetenz eine Rolle.

  10. Ich will ja nicht stören, aber „Studenten“ IST geschlechtsneutral.

    Daß einige Idioten eine ideologisch betonierte aber fachlich lächerliche, weil auf linguistischer Inkompetenz aufgebaute Theorie der Gesellschaftsgestaltung über Sprachverformung vertreten ist noch lange kein Grund, sich an diesem Schwachsinn zu beteiligen.

    Tatsächlich beweist es nur Feigheit und Mangel an Rückgrat, sich selbst auf ungefährlichsten Gebieten unwissenschaftlichen Spinnern und Linksextremen entgegenzustellen.

  11. Oh, und nach dieser Breitseite: Der Schwachsinn hat auf den real existierenden Sexismus keinerlei Einfluß. Ich kenne persönlich einen Dozenten, der die Sprachregelungen perfekt beherrscht und hinter geschlossenen Türen gegenüber männlichen Studenten voller Eifer klarstellt, daß Frauen für wissenschaftliches Arbeiten völlig ungeeignet seien. Ganz abgesehen davon, daß es ja wohl klar wäre, daß Frauen eh schon viel zu viel zu sagen hätten.

  12. lieber Califax, bei deinen Formulierungen wird es mir ja geradezu schlecht.
    Feigheit und Mangel an Rückgrat? Ich glaube da hat jemand ein ernsthaftes persönliches Problem…

    Ich möchte nicht bestreiten, dass z.B. die Formulierungsfrage von links orientiereten Menschen nur als Vorwurf gebraucht wird um in Diskussionen zu motzen. Aber aus deiner Wortwahl kann ich entweder erschließen dass du entweder nicht fähig bist dir eine differenzierte politische Meinung zu bilden, oder dass du dann eher dem anderen extremen Lager angehörst, wenn ich bei deiner eskalierenden Wortwahl bleibe…
    Das Problem an sich verbessert sich damit aber nicht, genau das war ja auch Thematik des Workshops, mit dem ich deutlich machen wollte dass man das Thema aus dieser Ecke herausholen muss.
    Und ja, auch deinem zweiten Kommentar stimme ich zum Teil zu, es gibt einige Menschen die die Formulierungen aus Gründen der political Correctnes zwar benutzen, aber hintenrum dann Frauen aktiv „bekämpfen“. – Ja Und ? Das zeigt wieder dass anscheinend jemand auch in der Schule in Sozialkunde schon geschlafen hat, mit dieser Argumentation schaffen wir z.B. die Polizei komplett ab, weil es einige korrupte/kriminelle Beamte gibt, das ist ein hervorragender Vorschlag. Ich bin begeistert!

  13. @Sas: Natürlich ist Kompetenz alleine nicht ausreichend und wenn die bisherigen Mitglieder einer Ebene strikt gegen etwas sind, kann man den Aufstieg vergessen. Aber da hilft dann auch kein Sonderprogramm für die Betroffene (oder auch den Betroffenen), sondern das Umdenken muss in den Köpfen derjenigen beginnen, die eine Ebene weiter oben sind.

    Ich denke das Problem wird sich mit der Zeit auch ein wenig lockern, man muss ja auch bedenken, dass die meisten Personen in den Führungsebenen in den 50er Jahren geboren wurden und mit einem komplett anderem Frauenbild aufgewachsen sind, als es heutzutage der Fall ist. Und da nochmal ein komplettes Umdenken und Aufbrechen alter Denkstrukturen zu erreichen ist glaub ein schöner Wunsch aber unrealistisch.

  14. Hallo Phillip,

    Erstmal: daß Du „links orientiert“ mit „linksextrem“ gleichsetzt, sagt mehr über Dich als über mich aus. Oder sollte das ein Euphemismus sein? Auch das wäre interessant. Ebenso interessant ist es, wenn Dir bei Dingen wie Mut und Rückgrat schlecht wird. Wenn Du daraus im Hüftschuß auf rechtsextreme politische Einstellungen oder ein „persönliches Problem“ schließen musst, ist das ebenfalls eine Aussage über Dich, nicht über mich.

    Zweitens: Zum Workshop habe ich mich nicht geäußert sondern zu dieser unsinnigen Sprachpanscherei (Studierende et al.), die tatsächlich nichts anderes als eine vorauseilende Unterwerfung unter die Hirngespinste einer radikalen und sprachwissenschaftlich inkompetenten Minderheit ist. Abgesehen davon, daß gerade „Studierende“ sowohl ein Grammatikfehler als auch ein semantischer Fehler ist, der einem Zweitsprachler passieren kann, für einen akademisch gebildeten Muttersprachler aber ziemlich peinlich ist.

    Drittens: Daß der Dozent, den ich meine, Frauen bekämpfen würde habe ich nicht nur nicht geschrieben, sondern ich glaube auch nicht, daß er es je tun würde. Er hat wichtigeres zu tun. Es war als Beispiel für diese Kultur der Heuchelei gedacht, die mit politisch korrekter Sprachpanscherei einhergeht.

    Daher viertens zu den vorherigen drei Punkten: Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. 😉

    Letztens: Deine, äh, Allegorie(?) mit Sozialkunde und Polizei ist in Bezug auf politisch korrekte Sprachfehler etwas unverständlich. Kannst Du das nochmal auf Deutsch formulieren?

  15. Dann will ich mal atworten:
    1. Ich setze das nicht gleich, aber die Verwendung des Wortes durch dich zeigt, dass du vermutlich zu keiner differenzierten Meinung fähig bist. Jeder der geschlechtergerecht formuliert ist linksextrem, ist also deinem Beitrag zu entnehmen? Gerne erkläre ich es auch nocheinmal, dass auch du dem folgen kannst: Mir wird schlecht, wenn du mit deiner Einstellung auf fehlenden Mut bei den Anderen schließt. Und ja, wenn man Personen die sich um eine echte Chancengleichheit bemühen als linksextrem bezeichnet, stellt sich mir schon die Frage an welchem Rand ich dich einzuordnen habe. Und was du für Rückschlüsse daraus über mich ziehst ist mir ziemlich egal, es gibt so viele unwichtige Meinungen die mich persönlich nicht kümmern. Ich möchte lediglich den Sachverhalt hier in der Öffentlichkeit kommentieren.
    2. Dafür habe ich mich dazu geäußert.
    3. Ich bitte untertänigst um Entschuldigung, dass ich den Sprachgebrauch Eurer Exzellenz damit nicht entsprechen konnte. Ich meinte damit die aktive Herabwürdigung, die du mit Heuchelei beschreibst.
    4. Wunderbar, dann geht der Punkt an mich.
    5. Hoho, jetzt wird aber die geballte Fachterminologie aufgefahren. Dann brauche ich dir auch nichts weiter erklären, du würdest es erstens ohnehin nicht verstehen und zweitens nur auf möglicherweise falsch gesetzte Kommata achten, da es sich so anhört also ob du der letzte Verteidiger der deutschen Sprache bist. Als Experten muss ich dir ja nicht erklären, dass sich Sprache auch entwickelt, und es im Auge des Betrachtenden (na, willst du dich über die Formulierung beschweren?) liegt, das als positiv oder negativ zu betrachten.
    Da du dich ja aber mindestens genauso toll wie ich darüber ärgern kannst, würde ich mich über eine Korrektur meines Kommentars freuen, damit ich die echte deutsche Sprache auch nicht durch weitere Unzulänglichkeiten zu sehr in den Schmutz ziehe.

  16. Jeder der geschlechtergerecht formuliert ist linksextrem, ist also deinem Beitrag zu entnehmen?

    Lern lesen. Wenn Du es irgendwann schaffst, auf das zu antworten, was andere Diskussionsteilnehmer schreiben, statt Schattenboxen mit Deinen eigenen Hirngespinsten zu betreiben, wird es vielleicht auch sinnvoll, sich mit Dir abzugeben. Insofern: Plonk.

  17. Also – um diesen Flame-War mal wieder etwas zu versachlichen:

    1. Die Position, dass „Studenten“ sowohl Studenten (männlich) als auch Studentinnen erfasst ist grammatikalisch gesehen natürlich korrekt. Nennt sich wohl „generisches Maskulinum“. Entsprechend KANN man sich natürlich, wie califax das tut, auf den Standpunkt stellen, dass „Studierende“ als Ersatz für „Studenten“ erstens unnötig und zweitens semantisch falsch ist. Nicht jeder Studierende ist ein Student (auch der Müllmann kann in seiner Freizeit nebenher Bücher „studieren“) und nicht jeder Student ein Studierender (gibt ja auch Leute dir nur pro forma immatrikuliert sind).
    Diese Argumentation kann ich nachvollziehen – ich halte allerdings die Gegenargumente für relevanter.

    2. Das Problem liegt darin, dass es nach wissenschaftlichen Erkenntnisstand wohl tatsächlich so ist, dass mit Ausdrücken wie „Student“ sowohl Männer als auch Frauen zuerst mal Männer assoziieren. Denn dass mit solchen Sammelbegriffen Männer gemeint sind ist sicher (sonst würde man Studentinnen schreiben) – ob Frauen mitgemeint sind ist unsicher. Da ich die These, dass Sprache einen Einfluss auf das Bewusstsein hat für stichhaltig halte, liegt hierin wohl tatsächlich so etwas wie eine Alltagsdiskriminierung von Frauen.
    Nun würde ich mich persönlich nie darüber aufregen, wenn jemand im Rahmen normaler Kommunikation nicht „geschlechtergerecht“ schreibt (tue ich bei rein privater Kommunikation auch nicht) – weil man da in aller Regel kaum böse Absicht dahinter vermuten braucht. Aber zumindest bei (presse-)öffentlichen Stellungnahmen, offiziellen Dokumenten oder ähnliches sollte man schon angemessen Rücksicht auf dieses Problem nehmen.

    3. Eine Möglichkeit wäre konsequent von „Studentinnen und Studenten“ zu sprechen. Das erscheint mir aber unpraktikabel.

    4. Man kann geschlechtergerechte Schreibung definitiv übertreiben. Sprache muss zuallererst schon erstmal verständlich bleiben und sie taugt nur sehr bedingt dazu die realen Diskriminierungen die es in der Gesellschaft so gibt (keineswegs nur die von Frauen) zu bekämpfen. Aber niemand bricht sich z.B. etwas dabei ab etwa statt von „Zuhörern“ vom „Publikum“ zu sprechen wenn da auch Frauen mitgemeint sind.

    5. Nebenbei bemerkt: Damit geschlechtergerechte Schreibung wirklich gerecht ist darf man auch nicht vergessen „negative“ Begriffe entsprechend zu schreiben. Man liest doch erstaunlich selten von Mörderinnen und Mördern, Verbrecherinnen und Verbrechern oder Vergewaltigerinnen und Vergewaltigern – aber wehe man schreibt „Lehrer“ oder „Ärzte“ statt „Lehrerinnen und Lehrer“…

  18. @bruno:
    ich glaube nicht, dass es viel mehr frauen in führungspositionen verschlägt. das hat aber nicht mal unbedingt etwas mit dem „bösen willen“ von ganz oben oder weiblicher kompetenz zu tun, sondern einfach damit, dass die meisten frauen doch lieber familie möchten anstatt 12+x stunden arbeit am tag (was man als hausfrau auch hat, allerdings unter anderen bedingungen). und ich sehe daran auch nichts schlechtes, wenn man sagt: meine familie ist mir wichtiger als der beruf. wichtig wäre nur, dass frauen, die wirklich karriere (und nichts anderes – beides ist einem kind gegenüber niemals fair) wollen solch eine chance bekommen.

    was ich sagen möchte: kompetenz und (karriere-)wille sind zwei unterschiedliche felder. das eine hat nicht unbedingt etwas mit dem anderen zu tun.

    interessant wäre auch, ob frauen in leitungspositionen wirklich so viel angenehmer sind… denken wir an die emma-chefredakteurin-geschichte…;)

    mann kann sich das leben auch unnötig schwer machen. und wenn man als frau darauf humhacken muss, dass da aber noch ein „innen“ rangehört, dann läuft auch etwas mit dem selbstvertrauen gewaltig schief.

  19. Hey ganz ehrlich, ich versteh nicht warum an einer Uni immer noch über die Verwendung von Gendersprache diskutiert wird, das sollte eigentlich Standart sein!!!!
    Zu dem Kommentar das in Studenten die Frauen mitgemeint sind, wohl möglich im Sprachgebrauch, im Wort sind sie nicht enthalten, andersrum wäre es schon so, also warum nicht einfach StudentInnen schreiben, dann sind die Männer im Wort gleich mit dabei und die Frauen auch und mit großem I sogar verdeutlicht.
    In Studenten hingegen generisches Maskulinum hin oder her ist das nicht so! Und ich kenne einige Frauen die sich dadurch auch einfach nicht angesprochen fühlen!
    Und zu den Frauen im Konvent etc. da sollte man sich vielleicht doch mal ein Beispiel an der Politik nehem, ohne Quotenregelung gäbs da mit Sicherheit immer noch nicht so viele Frauen, wie es jetzt gibt.
    Mag sein, das Frauen sich weniger zutrauen, schlimm genug, aber an statt weiter die Männer Dominanz fort zu setzen wäre dann eine bessere Frage, woran das liegt und wie man Frauen ermutigen kann! ( In einer Erziehung die eben in männlich weiblich statt findet wundert es mich nicht, das Frauen sich ggf. weniger zu trauen, weil ihnen immer noch oft weniger zugetraut wird.)

  20. Also durch „StudentInnen“ fuehle ich mich als Mann ebenfalls nicht angesprochen, das ist die weibliche Schreibweise mit einem (je nach Schrift) schlecht zu erkennenden Tippfehler. Das waere dann eine Alltagsdiskrimierung von Maennern, muss ich mir das dann gefallen lassen weil meine maennlichen Vorfahren 2000 Jahre lang die Frauen diskriminiert haben?

    Korrektes Deutsch waere „Studentinnen und Studenten“, das folgt dann sogar den ueblichen Regeln der Hoeflichkeit die Frauen zuerst anzusprechen. Keine Ahnung warum diese einfachste und einzige richtige Loesung nie genannt wird… Und Tippfaulheit lasse ich als Ausrede nicht gelten, nach dem ganzen Text den Ihr alle oben produziert habt 😉

    Im uebrigen denke ich, dass die Benutzung von „Gendersprache“ problematisch ist. Die Annahme ist ja, dass „Studenten“ nur maennliche Studenten ansprechen wuerde. Sprache entwickelt sich jedoch durch Benutzung, und bis vor nicht allzulanger Zeit war es selbstverstaendlich, dass diese Form beide Geschlechter ansprach. Was die Benutzung von „StudentInnen“, „Studierende“, etc. jetzt macht ist, die Erwartung aufbauen, dass immer diese Formen benutzt werden um beide Geschlechter anzusprechen. „Studenten“ verliert hingegen diese Bedeutung dadurch. Das heisst die durch die Benutzung von Gendersprache erzeugen wir erst das Problem, das wir dadurch beheben wollen.

    @lilian: Ich halte es fuer selbstverstaendlich, dass insbesondere an einer Universitaet alles diskutiert und hinterfragt werden kann und hinterfragt wird. Blind irgendwelchen Doktrinen folgen ist gerade das Gegenteil von Bildung.

  21. @Sas: Klar, der unbedingte Karriere-Wille muss natürlich auch vorhanden sein. Ich denke umgekehrt gibt es auch viele Männer, die lieber zu Hause bei ihrer Familie sein würden als jeden Tag 12h in der Firma zu verbringen. Schön wäre es natürlich wenn jeder das machen könnte was er möchte, ohne blöd angesehen zu werden (egal ob als Hausfrau/-mann oder als Karriere über alles Typ).

    @Lilian: Wie Sas schon gesagt hat, fehlt da wohl stellenweise das Selbstvertrauen auf weiblicher Seite und glaubst du ernsthaft, das wird besser wenn man als „Quotenweibchen“ im Konvent sitzt? Natürlich wäre eine paritätische Besetzung eine tolle Sache, aber mir ist ein Mann der was machen will tausend mal lieber als eine Frau, die sich erst mühsam überreden hat lassen mitzumachen, weil man noch jemand für die Quote gebraucht hat.

    Aber sehen wir uns doch einfach mal die aktuelle Lage an. Zuerst die Besetzung der Fakultätsräte:

    PhilFak: 2w, 2m
    ReWi: 4w
    MedFak: 1w, 3m
    NatFak: 2w, 2m
    TechFak: 1w, 3m

    Da haben wir also 10 Frauen und 10 Männer und damit Gleichstand.

    Der Konvent hat bei den direkt Gewählten Nachholbedarf mit 2 Frauen und 8 Männern, aber da wurde vielleicht durch die Mitglieder aus den Fakultäten noch ein anderes Verhältnis erreicht (kenn die entsandten Vertreter nicht).

    Ich denke so schlimm schaut es da gar nicht aus (an der ReWi gäbs wohl sogar Bedarf für nen Männerbeauftragten bei 8 Frauen und 3 Männern in der FSV ;-)).

    Ansonsten kann ich arw nur rechtgeben, es gibt in der deutschen Sprache nunmal keine Möglichkeit eine rein männliche und eine weiblich/männlich gemischte Gruppe unterschiedlich zu benennen. Das geht nur bei rein weiblichen Gruppen (man könnte ja jetzt behaupten, Vorteil für die Frauen, aber das ist ja nur wieder ne Diskriminierung durch die bösen Männer…).

    Und als Abschlussbemerkung: Gleichberechtigung heißt für mich, dass jeder alles machen kann wenn er möchte, aber nicht, dass man auf Teufel-komm-raus eine 50/50 Verteilung zwischen Frauen und Männern haben muss.

  22. In einem Punkt möchte ich mich Bruno anschließen, Quoten lehne ich ab. Wie er schon geschrieben hat, kann es nicht sein dass wir irgendwelche Frauen die nicht wollen auf die Posten zwingen (weil es nicht anders geht), und dann motivierte Leute ausschließen müssen. Stattdessen halte ich eine Förderung für wichtig, sowohl mit direkten als auch strukturellen (Transparenz, Redekultur steuern etc.) Maßnahmen für den richtigen Weg.

    Um zur Sprache zu kommen, sich auf den Punkt zu stellen „dass das halt schon immer so war“ halte ich für falsch. Sprache kann und muss sich entwickeln! Wir grunzen auch nicht mehr rum, obwohl das mehrere tausend Jahre lang prima funktioniert hat.

    Die versprochene Studie ist hier zu finden (danke Janett!):
    http://www.journalistinnen.de/aktuell/pdf/gender/gender_stahlberg.pdf
    Sie untersucht inwiwweit sich Frauen tatsächlich auch im gleichen Maß vom generischen Maskulinum angesprochen fühlen wie bei anderen Formulierungen.

  23. @Bruno Endlich erkennt mal jemand den Vorbildcharakter der WiSo!
    Und nen Männerbeauftragen brauchen wir ganz bestimmt nicht.
    Mir gefällt das nämlich ganz gut mit den vielen Frauen, da gibts viele schöne Büroparties…
    Und in meinem letzten Semester an der Uni dürfen ruhig mal die Mädles für mich arbeiten und ich leg die Füße hoch. Das ist schon genau richtig so.

  24. Und was nun, wenn ich anderer Meinung bin und absolut für das generische Maskulin eintrete? Wollen wir uns die Köpfe einschlagen? Ich werde immer und ewig jeden heuchlerischen Begriffsgenderisten bis aufs Letzte Bekämpfen und Diffamieren, jederzeit und überall. Und weiter?

    Eigentlich gings in dem Artikel ja um etwas anderes. Nämlich um den miserablen Zustand deutscher Unis. Um das auf Erlangen zu beziehen: Wir brauchen einen komplett neuen Campus, für ca. 10000 StudENTEN, mit effektiver Raumnutzung (am besten also ein großflächiges Hochhaus mit mehreren Tausend kleinen und mittleren Räumen für Lehre und DozENTEN, umfangreichen Großbibliotheken und integrierten Zusatzeinrichtungen wie Mensa, Verwaltung, Kindergarten, Tiefgarage, Anbindung an den ÖPNV) – dazu bräuchte man wohl einen hohen zweistelligen Millionenbetrag, wenn nicht mehr. Dann könnte man hier auch ein wirklich verschultes Studium einführen und für vernünftige Bedingungen sorgen. Solch sinnlose Veranstaltungstypen wie Seminare dürften endlich aussterben, und man könnte durch eine erhebliche Aufstockung der Dozentenzahl endlich Kleingruppenunterricht erreichen, der eine Art Mischung aus Vorlesungen und dem Idealtypus eines Seminars wäre. Es würden nur die wirklich interessierten und motivierten Studenten „überleben“.

    Die dazu nötigen finanziellen Mittel kann man entweder durch einen Marsch durch die bayerischen Institutionen erreichen, indem man sich selbst in die Regierung hocharbeitet (mühsam und unwahrscheinlich), oder indem man einen Regierungswechsel herbeiführt und genug Druck auf die neue Landesregierung ausübt, in Sachen Bildungspolitik umzudenken.

  25. @E.T.
    ein Beitrag bei dem ich in dir in fast jedem Satz widersprechen würde – für Romane hab ich aber gerade keine Lust. Nur ganz kurz:

    -Verschulung (und weniger Seminare) verschlechtert die Qualität der Ausbildung speziell bei den Geisteswissenschaften
    -der Zustand der FAU und die Bedingungen dort sind im Vergleich zu manch anderen Unis Deutschland geradezu märchenhaft gut.

  26. Ja, hatte auch schon überlegt den link zu posten 😉 Besonders die Tatsache, dass an Grundschulen fast ausschließlich Frauen unterrichten, und dass das nur von den Wenigsten als Problem wahrgenommen wird halte ich für sehr bedenklich. Hier wird eine grundlegende und weitsichtige Politik absichtlich vermieden, um sich schön „political correct“ (pc) nur um die Benachteiligung von Frauen zu kümmern.

    Aber es ist mir ganz wichtig festzuhalten, dass deswegen die Bemühung um Gleichstellung von Frauen in anderen Bereichen nicht falsch ist, dort gibt es genauso Argumente dafür. Und wieder werden da zwar schön pc-Reden geschwungen, in denen als Zugeständnis viele Binnen-„I“s vorkommen, aber das Problem an sich nicht angegangen. Siehe z.B. hier:
    http://www.zeit.de/online/2008/35/maenner-frauen-verdienste

    Aber wie schon gesagt, eigentlich sollten Akademiker und Akademikerinnen zu einer differenzierten Weltsicht fähig sein und jede Situation einzeln beurteilen können. Eigentlich…

  27. Feministinnen sind halt die Chauvis von heute, solange es den Frauen dient ist alles gut, was aus den Männern wird ist egal. Wahrscheinlich träumen einige auch davon, dass wir ein Matriarchat haben und Männer nur noch für die Drecksarbeit zuständig sind.

    Was daraus wird sieht man ja, benachteiligte Jungen, die ins kriminelle Milieu abgleiten und keine Zukunftschancen mehr haben. Aber das ist im Gendermainstreaming-Wahn ja nichts, was gesagt werden darf. Dann doch lieber Austreiben aller männlicher Eigenschaften, das senkt auch die Verbrechensquote (gibt es da eigentlich Untersuchungen, dass bei Verbrechen keiner auf die Idee kommt sowas wie VerbrecherInnen oder TäterInnen zu fordern?).

    Und zu unserer Gebärmutter der Nation braucht man ja eh nix mehr sagen, die hat sich so oft komplett disqualifiziert, selbst ein Vakuum im Kopf hätte da sinnvolleres zu sagen…

  28. Der Spiegel-Autor polemisiert und übertreibt auch an vielen Stellen. Wenn es ihm darum geht, die Diskussion zu provozieren, dann kann er das auch gerne tun. Es gibt aber einige Stellen, an denen ihm widersprochen werden muss:

    1) Neukirch unterstellt, dass die gültigen Rollenklischees eben dies nicht seien, sondern reale (biologische?) Unterschiede zwischen Männern und Frauen: Männer sind aggressiver, risikobereiter, denken stärker in Konkurrenz als Frauen. Männer interessieren sich für Fußball und Ritterburgen, Frauen für Schmetterlinge und gehen mit nackten Füßen durchs Gras, um Libellen zu beobachten. Neukirch reproduziert da Geschlechterstereotypen, die einfach nicht stimmen: Ich kenne viele Frauen, die sich für Fußball interessieren und mit Schmetterlingen nichts anfangen können. Genauso wie ich Männer kenne, für die das umgekehrte gilt. Und die Frage, ob Aggressivität und Konkurrenzdenken tatsächlich Tugenden sind, die man sich (wie Neukirch unterstellt) aneignen sollte, ist da noch gar nicht andiskutiert. Vielleicht wäre es besser, dass Ellbogendenken in der Gesellschaft zu bekämpfen.

    2) Neukirch behauptet, die von ihm unterstellte Benachteiligung der Jungen sei eine Folge des höheren Frauenanteil unter den Lehrkräften. Er behauptet aber gleichzeitig, die frühere Benachteiligung von Mädchen habe nicht existiert. Obwohl dies in seiner Denke eigentlich logisch wäre: Früher waren Frauen unter den LehrerInnen in der Minderzahl. Daraus müsste eigentlich Diskriminierung von Mädchen logisch folgen. Davon abgesehen ist seine These zwar populär, aber meines Wissens empirisch nie belegt worden. Wenn sie stimmen würde, müsste der Unterschied in den Leistungen von Mädchen und Jungen an Grund- und Hauptschulen größer sein als an den Gymnasien, wo der Männeranteil unter den Lehrkräften größer ist. Bisher ist es mit diesem Argument aber wie mit den Störchen und den Geburten: Aus dem zufälligen, gleichzeitigen Auftreten zweier Phänomene wird ein Zusammenhang konstruiert, der bei Neukirch zufällig auch noch in den Mainstream passt.

    3) Die feministische Bewegung war sich in ihrer großen Mehrzahl immer bewusst, dass Gleichstellung von Frauen und Männern bedeutet, Rollenklischees und ihre Folgen in beide Richtungen aufzubrechen. Das heißt, wenn man mal in beruflichen Kategorien denkt: Es geht nicht nur darum, Frauen technische Berufe „schmackhaft“ zu machen, sondern umgekehrt auch darum, Männer zu ermutigen, kulturwissenschaftliche oder pflegerische Berufe zu ergreifen. Öffentlich wird anders diskutiert, was aber eher mit ökonomischen Erwägungen (dem angeblichen Fachkräftemangel in technischen Berufen) zusammenhängt und nicht von der feministischen Bewegung ausgeht.

    Es gäbe noch weitere Aspekte an dem Artikel zu kritisieren, der Kommentar soll aber noch lesbar bleiben. Deswegen erstmal bis hierher.

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